Ausgabe: 01/2012
- Ph. Streckbein - H. Eymer - F.A.Preusse - F.E. Preusse
Einleitung: Das simultane Einbringen von enossalen Implantaten beim Sinuslift wird üblicherweise bei einem vertikalen Restknochenangebot des Sinusbodens von über 5mm durchgeführt. Bei einem Restknochenangebot unter 5mm besteht ein erhöhtes Risiko für Implantatverluste aufgrund einer nicht ausreichenden Primärstabilität.
Zielstellung: Ziel vorliegender Studie ist die Vorstellung einer einzeitigen Operationsmethode beim Sinuslift mit einem Restknochenangebot von unter 5mm sowie die retrospektive Analyse der entsprechenden Implantat Misserfolgsrate.
Material und Methoden: In einem Zeitraum von 1998 bis 2005 wurden bei 39 Patienten 55 Sinuslifts mit simultaner Insertion von 78 Implantaten (Semados S und RI Implantate, BEGO Implant Systems GmbH Co. KG, Bremen, Deutschland) bei einem Restknochenangebot unter 5mm in einer Sandwichtechnik durchgeführt. Um die Primärstabilität zu erhöhen, erfolgte eine laterale Knochenkondensation mit Osteotomen. Der subantrale Raum wurde mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Partikulierter, autogener Knochen wurde mit thrombozytenreichem Plasma (PRP) versetzt und durch den Insertionsstollen implantatnah appliziert. Abschließend erfolgte die Insertion der mit PRP benetzten Implantate. 2010 erfolgte eine klinische und radiologische Nachuntersuchung.
Ergebnisse: Bei Freilegung hielten 75 der 78 inserierten Implantate einer mittels Drehmomentratsche auf 30Ncm definierten Kraft stand, was einer initalen Überlebensrate von 96,2% entspricht. Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung war ein Patient mit einem Implantat verstorben, zwei weitere Implantate wurden aufgrund einer bisphosphonat-assoziierten Knochennekrose entfernt. Alle übrigen 72 Implantate waren reizlos in situ und kaufunktionell zufriedenstellend versorgt. Die Überlebensrate der Implantate nach bis zu 12 Jahren (Median 8 Jahre / Mittelwert 8,12 Jahre; n=78) lag somit bei 92,3%.
Schlussfolgerung: Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass unter Anwendung des beschriebenen chirurgischen Protokolls eine simultan durchgeführte Augmentation und Implantatinsertion im stark reduzierten knöchernen Sinusboden zu vorhersehbaren und guten Ergebnissen führt. Das simultane Vorgehen ermöglicht eine erhebliche Beschleunigung der implantologischen Therapie, erspart dem Patienten einen zusätzlichen chirurgischen Eingriff und senkt damit die Kosten der Behandlung.
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