Die Dominanz des periimplantären Lagers bei der HA-Granulat-Inkorporation*<br> Tierexperimenteli-histologische Untersuchungen

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ZZI 01/1993, 34-41

Die Dominanz des periimplantären Lagers bei der HA-Granulat-Inkorporation*

Tierexperimenteli-histologische Untersuchungen

Merten HA, Honig JF, Wiltfang J, Hailing F

Zusammenfassung:
Die vorliegenden tierexperimentell-histomorpho-logischen Ergebnisse zeigen, daß die biofunk-tionellen Interaktionen zwischen implantierter granulärer Hydroxylapatit- (HA-) Keramik und umgebendem Lagergewebe am deutlichsten im Langzeitversuch zutage treten. Dichte und makroporöse HA-Granula verhalten sich dabei biologisch gleichwertig, wobei jedoch dichte, abgerundete HA-Granula eine bessere (primäre) Kompaktierung, d.h. Schüttung aufweisen. Da bekanntlich synthetische wie halbsynthetische HA-Keramiken weder osteogene noch osteoinduktive Fähigkeiten besitzen, ist die hi-stologische Implantat-Inkorporation maßgeblich vom periimplantären Lagergewebe abhängig. Die HA-Partikel bilden dabei ein Spalier für die invadierenden Gewebestrukturen (Binde-u./o. Stützgewebe). Die Biostabilität der hart-bzw. weichgeweblich integrierten HA-Implanta-te bzw. Augmentate unterliegt in der Folgezeit den loko-regionalen biomechanischen Modalitäten des ortständigen Lagers. Granulatdislokationen in das umgebende Lager sowie regressive, strukturelle Veränderungen des Lagerknochens mit reaktiver, enossaler Aug-mentatverlagerung sind lediglich morphologische Zeichen einer adäquaten Granulat-Integration mit biofunktioneller Inanspruchnahme. Biomechanische Gesetzmäßigkeiten sollten daher, wie bei der Insertion enossaler Zahnimplantate üblich, auch bei der sog. HA-Implanta-tion bzw. Augmentation vermehrt Berücksichtigung finden.

 

Summary:
The results of this histomorphological animal study have shown that the biofunctional interactions between implanted granular hydroxyl apatite (HA) ceramic material and the surrounding host site tissues are most clearly seen in longterm experiments. Dense, macroporous HA granules exhibit bioequivalent behavior, while rounded granules display superior primary compaction characteristics. As synthetic and semi-synthetic HA ceramic materials possess neither osteogenic nor osteoinductive capacities, the histology of graft incorporation is governed mainly by the surrounding host site tissues, while the HA particles form a matrix for the invading soft and/or supporting tissues. Following incorporation in soft or hard tissue, the biostability of the HA graft or augmenting material is determined by the regional biomechanical reactions of the host tissues. Migration of granules into the implant bed as well as osteoclastic effects in the cortical bone resulting in intraosseous dislocation of the graft are nothing but morphological signs of adequate HA integration and biofunctional stresses. When HA is used as a graft or augmenting material, it is mandatory that the principles of biomechanics be considered as carefully as for the insertion of endosseous dental implants.


(Stand: 01.01.1993)

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