Oberflächenmikromorphologie und Zellreaktion*

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ZZI 01/1994, 51-60

Oberflächenmikromorphologie und Zellreaktion*

 

Meyle J, Gültig K, Hüttemann W, von Recum A, Elßner G, Wolburg H, Nisch W

Zusammenfassung:
Die Mikromorphologie der Implantatoberfläche ist neben anderen Materialeigenschaften für das Interface Implantat-Gewebe von entscheidender Bedeutung.

Schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist bekannt, daß die Oberflächentopographie Wachstumsprozesse beeinflussen kann. Verschiedene Zellarten, vor allem Fibroblasten, orientieren sich an strukturellen Unterschieden der Oberfläche. Dadurch läßt sich in vitro eine gerichtete Anheftung und Ausbreitung der Zellen experimentell auslösen. Die Ursachen für dieses Verhalten sind nicht bekannt. In eigenen Experimenten mit humanen gin-givalen Fibroblasten zeigte sich eine strenge Orientierung zur Längsachse eines subzellulären Rillenmusters. Die nähere Analyse ergab nicht nur eine Orientierung, sondern eine Anpassung an die Topographie der Oberfläche. Transmissionselektronenmikroskopische Untersuchungen der Zellkontakte lieferten Hinweise für eine Ausrichtung der fokalen Adhäsionspunkte auf den Oberflächenstrukturen. Ein Phänomen, das höchstwahrscheinlich die Ausrichtung der gesamten Zelle hervorruft und möglicherweise zur gezielten mikromechanischen Verankerung permuköser Dentalimplantate herangezogen werden kann.



 

Summary:
One of the crucial implant characteristics is the micromorphology of the biomaterial surface. It has been known since the beginning of this century that the surface topography governs growth and development. Fibroblast orientation follows micromor-phological structures — a phenomenon termed "contact guidance". In a series of experiments using grooved silicon oxide wafer plates as well as araldite replicas these cells were shown not only to orientate but even adapt to the surface topography. This adaptation in shape is highly suggestive of a micromechanical interlock between the cells and the surface structures. The results of subsequent TEM studies indicated that apart from the orientation of the entire cell there might also be an orientation of focal contacts along structured surfaces.


(Stand: 01.01.1994)

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