Die implantologisch-prothetische Versorgung des zahnlosen Oberkiefers - biomechanische Analyse vs. klinischer Befund*

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ZZI 01/1996, 35-42

Die implantologisch-prothetische Versorgung des zahnlosen Oberkiefers - biomechanische Analyse vs. klinischer Befund*

Benzing UR, Pröbster L, Weber H, Gall H

Zusammenfassung:
16 Patienten wurden im zahnlosen Oberkiefer mit sechs zirkulär im Tuber-, Prämolaren- und Frontzahnbereich verteilten Implantaten, einem aufgeschraubten hufeisenförmigen Steg und einer abnehmbaren Brücke implantologisch-prothetisch versorgt. Die Tragedauer der prothetischen Versorgungen betrug zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung drei bis 96 Monate. Exemplarisch wurden an einer Patientin in vivo Dehnungsmeßstreifen-Messungen (DMS) zur kaufunktionellen Belastung der Implantate durchgeführt und mit Hilfe der Finite-Element-Methode (FEM) im Computer simuliert. Die DMS-Messungen und FE-Berechnungen zeigen qualitativ und quantitativ übereinstimmend, daß die größten Belastungen an den posterioren Implantaten im Bereich des Kauzentrums auftreten. Die folgenden Implantate in der Front und auf der kontralateralen Seite werden nur noch gering beansprucht. Die röntgenologische Auswertung des Knochenabbaus aller Patienten weist auf die Tendenz hin, daß ein Abbau verstärkt im anterioren Bereich auftritt. Dieses Ergebnis zeigt zunächst eine Diskrepanz zwischen mechanischer Beanspruchung und biologischer Reaktion, macht aber andererseits deutlich, daß gerade der häufig extrem spongiöse Knochen im Tuberbereich die auftretenden Kräfte sehr gut toleriert.

 

Summary:
16 Patients with edentulous maxillae were provided with six implants placed in the tuberosity, premolar and anterior regions in a "spread-out" arrangement. The prosthetic rehabilitation consisted of a fixed horseshoe-shaped bar and a removable prosthesis. A cantilever situation is avoided. At the last follow-up visit loading time of the prostheses ranged from three to 96 months. The biomechanical aspects were studied with clinical strain gauge measurements and theoretical three-dimensional analysis using the finite element method (FEM). The results of clinical measurements and FE-analysis revealed that high bone stresses occurred predominantly at the implants in the tuberosity and molar region of the chewing side. On the contralateral side hardly any stresses were found. In contract to this, the radiographs of the patients showed that the average marginal bone loss was about two times higher around the anterior implants than around the posterior implants. These results show a discrepancy between mechanical impact and biological reaction, but they also illustrate that the highly cancellous bone in the maxillary tuberosity (quality III and IV) is able to tolerate these functional stresses very well.



(Stand: 01.01.1996)

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