Veränderungen von Titanoberflächen dentaler Implantate nach Anwendung verschiedener Hygieneinstrumente

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ZZI 01/2001, 30-5

Veränderungen von Titanoberflächen dentaler Implantate nach Anwendung verschiedener Hygieneinstrumente

S. H Gnoth, G. Weibrich, U. Wahlmann, H Götz, F. Krummenauer

Zusammenfassung:
Plaqueentfernung auf implantatoberflächen an den für die individuelle Hygiene unzugänglichen Stellen ist eine Gratwanderung. Einerseits muss die Reinigung suffizient sein, andererseits dürfen die verwendeten Instrumente die zu reinigenden Oberflächen nicht beschädigen. Beschädigungen gehen konsekutiv mit einer höheren Rauigkeit einher, die wiederum die Plaqueakkumulation beschleunigt. Daher sollten die Auswirkungen von verschiedenen Arbeitsspitzen eines Dentalultraschallhygienegerätes und gebräuchlicher Handinstrumente auf Titan-Oberflächen untersucht werden. Mit je einer carbonfaserverstärkten (CFK) Kunststoff (CU)-, Stahl (SU)- und diamantierten (DU) Arbeitsspitze des Ultraschall-P-MAX®-Gerätes sowie einer Handkürette aus Stahl (SH) und aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CH) wurde ein standardisierter klinisch üblicher Reinigungszyklus auf IMZ-Distanzhülsen simuliert. Die Oberflächen der Hülsen wurden an bearbeiteten und unbearbeiteten Stellen topographisch mit dem Rasterelektronenmikroskop (REM) untersucht und die Rauigkeit nach DIN 4768 (Ra-Wert in µm) mit einem konfokalen Laser-Raster-Mikroskop (CLSM) vermessen. Alle verwendeten Instrumente vergrößerten die Rauigkeit über die Grundrauigkeit hinaus auf den Hülsen; die diamantierte Arbeitsspitze am meisten und die CFK-Instrumente am geringsten. Dazwischen lagen die Ra-Werte der Stahlinstrumente. Die diamantierte Spitze des Ultraschallgerätes ist zur Anwendung auf Ti-Oberflächen ungeeignet, da sie vergleichsweise die größten Schäden verursacht. Ähnliches gilt für die Stahl-Instrumente, auch wenn die Schäden auf der Testfläche geringeren Ausmaßes sind. Falls die CFK-Spitze des Ultraschallgerätes in der klinischen Anwendung eine gute Reinigungswirkung aufweist, könnte sie als Alternative zu den Handinstrumenten aus CFK gewertet werden, die derzeit als am „ehesten geeignet" gewertet werden.

Changes of titanium implant surfaces resulting from the application of different cleaning devices.

Summary:
The removal of plaque from implant surfaces that are inaccessible to the patients' routine home care is always a piece of brinkmanship - efficient plaque removal must be ensured without damaging the delicate implant surface. Superficial scaling marks increase the implant's surface roughness and accelerate subsequent plaque accumulation. We evaluated the morphological changes on titanium surfaces resulting from the use a sonic hygiene instrument with different working tips and conventional hand instruments. We used the P-MAXTm ultrasonic cleaning device with a carbon-reinforced resin (CU) tip, a steel (SU) tip, and a diamond-coated tip (DU), as well as a steel (SH) and a carbon-reinforced resin (CH) hand curette on IMZ transmucosal Ti-implant extensions (TIE) under standardized experimental conditions. Conventional clinical cleaning procedures were simulated. The surface roughnesses (Ra value in Vm) of the treated and untreated surfaces were measured using a Confocal-Laser-Scanning-Microscope (CLSM). The use of all tips resulted in increased surface roughness. The most severe changes were seen with the diamond-coated tip, while the carbon-reinforced resin instruments (CU/CH) produced the least changes. The changes observed after the application of steel instruments (SU/SH) ranged in the middle between these extremes. Compared to all other instruments studied, the diamond-coated tips created the highest Ra values on titanium surfaces. We discourage their use for routine implant hygiene procedures. This similarly holds for the steel tips and steel curettes studied, although these instruments cause less pronounced surface damage. If in clinical use the carbon-reinforced tip of the ultrasonic device turns out to achieve adequate cleaning efficiency, it could be a promising alternative to carbon-reinforced resin hand instruments today's recommended standard.


(Stand: 01.01.2001)

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