Tradiertes Wissen auf dem Prüfstand

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Die Resonanz auf den 24. Kongress der DGI Ende November 2010 in Hamburg war bemerkenswert. Mehr als 3000 Teilnehmer – mehr als jemals zuvor bei einem DGI-Kongress – waren in die Hansestadt gekommen und dominierten dort das erste Adventswochenende: eine Veranstaltung mit Gewicht. Das Thema unserer Hamburger Tagung „Misserfolge erkennen und beherrschen“ schien vielen Kolleginnen und Kollegen unter den Nägeln zu brennen: „Die DGI hat Mut bewiesen, dieses Thema aufzugreifen.“ Solche Sätze haben wir immer wieder gehört.

Aber nach dem Kongress ist vor dem Kongress. Für Dresden haben wir uns ebenfalls wieder ein wichtiges Thema auf die Fahnen geschrieben: „60 Jahre Osseointegration – solides Fundament für neues Wissen“.

Was hat es damit auf sich? 60 Jahre nach den berühmten Experimenten, mit denen Per-Ingvar Brånemark das Prinzip der Osseointegration – des strukturellen Verbundes zwischen Knochen und Titan – entdeckte, kann auch ein so innovatives Fach wie die Implantologie auf eine Tradition zurückblicken und diese ein wenig feiern. Mit den 60 und mehr Jahren Implantologie haben sich aber auch tradierte Wissensbestände aufgebaut. Es kann durchaus interessant sein, bestimmte Termini wie die „biologische Breite“, „Biotyp“, „Platform Switching“ nach dieser Zeit einmal kritisch zu hinterfragen. Dies soll in Dresden durch Expertenvorträge geschehen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Leitlinienentwicklung, welche die DGI zusammen mit 15 anderen Fachgesellschaften und der DGZMK sowie der AWMF initiiert hat. Auch hier gilt es, den Bestand an tradiertem publiziertem Wissen zu überprüfen. Daraus wird ein sicherer Therapiekorridor herausdestilliert, in dem sich Kolleginnen und Kollegen sicher bewegen und zwischen Kostenerstattern einerseits und Anbietern neuer Verfahren andererseits eine wissenschaftlich gestützte Position beziehen können. Auch für diese Initiative und das Leitlinienforum gab es beim Hamburger Kongress aus der Praxis viel Lob: „Gut, dass die DGI das endlich mal anfasst.“

Im englischsprachigen Raum gibt es einen schönen Begriff: ein Thema XY „revisited“, d. h., man schaut gelegentlich vorbei und bewertet das Thema im Lichte aktueller Erkenntnisse neu. Beim 25. Jubiläumskongress der DGI werden wir genau dieses tun: Wir werden tradierte Grundbegriffe und Erfahrungswerte anschauen und mit neuen Erkenntnissen abgleichen. Es wird also auch in diesem Jahr spannend bleiben bei der DGI und es wird sich ganz sicher auch wieder lohnen, am ersten Adventswochenende neues und bewährtes Wissen bei der DGI abzuholen und mit den Kolleginnen und Kollegen zu diskutieren: „DGI revisited“.

 

Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e.V.


(Stand: 21.03.2011)

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