Wachstum in der Implantologie – und internationale Teilnehmer

2. Implant expo

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Die Signale in der Implantologie stehen auf Wachstum – das ist die klare Bilanz der Pressekonferenz zur 2. Implant expo am 25. November 2011 in Dresden. Die einzige spezialisierte Dental-Fachmesse war schon kurze Zeit nach Anmeldestart ausgebucht – schließlich fanden über 110 Unternehmen und Organisationen Platz unter dem Dach des Dresdner Congress Centers, in dem parallel die DGI ihren 25. Jahreskongress abhielt. Insgesamt konnten Messe und Kongress deutlich über 2500 Teilnehmer verbuchen. „Das zeigt, dass unser Konzept einem großen Bedarf entgegenkommt – nicht zuletzt bei den Ausstellern, die sich schon lange eine zentrale Veranstaltung wünschen“, sagte Stefan C. Werner, Geschäftsführer der youvivo GmbH/München und Ausrichter der Messe.
Das „Alles-unter-einem-Dach“-Konzept komme allerdings auch bei den Besuchern hervorragend an: „Der DGI Jahreskongress und die Implant expo sind zum jährlichen zentralen Meeting-Point für alle Bereiche in der Implantologie geworden – Zahnmedizin, Zahntechnik und Praxisführung.“ Der Erfolg zeige sich auch an der doppelt so hohen Zahl an Besuchern, die nicht als Kongressteilnehmer die Messe aufsuchten, sondern sich ausschließlich für die Implant expo akkreditierten: Fast 200 Messegäste erfasste das youvivo-Team, sie kamen überwiegend aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch aus Brasilien, Großbritannien, Italien, Israel, den Niederlanden, Polen, der Türkei, der Ukraine und Ungarn. Auch der Kreis der Aussteller war im Vergleich zum Vorjahr internationaler – vertreten waren Unternehmen und Organisationen aus elf Nationen. Bereits in ihrem zweiten Jahr ist die Implant expo damit zu einer internationalen Fachmesse geworden. Sowohl die Veranstalter als auch die Aussteller zogen eine sehr positive Bilanz.

Angelaufen sind nun die Vorbereitungen für 2012: „Das nächste Mal ist die Implant expo vom 29.11. bis zum 1.12.2012 in Bern“, kündigte Stefan C. Werner auf der Pressekonferenz in Dresden an. Die DGI werde dort gemeinsam mit den implantologischen Fachgesellschaften Österreichs und der Schweiz ihre Gemeinschaftstagung abhalten: „Wir haben uns entschlossen, trotz des ebenfalls begrenzten Flächenangebots in der Schweiz, auch dort die Implant expo nach bewährtem Muster stattfinden zu lassen. Die Fachmesse soll Kontinuität werden. Das wollen auch unsere Aussteller.“

Trendanalyse 2011:
Wachstum – aber auch
Verdrängungswettbewerb

Vorgestellt wurde bei der Pressekonferenz auch das Ergebnis der diesjährigen „Trendanalyse“ unter DGI-Sponsoren zur aktuellen Stimmung in der Branche. Entgegen manchen Unkenrufe in der Dental-Szene sehen die befragten Unternehmen keinerlei Marktsättigung, sondern im Gegenteil noch deutliches Wachstum. Als Grund nannten die Unternehmen den steigenden Bekanntheitsgrad der Implantat-Versorgung, implantologisch aktive Zahnarztpraxen, zufriedene Patienten als „Werbebotschafter“ und nicht zuletzt die demografische Entwicklung. Allerdings spürten fast alle befragten Unternehmen auch einen Verdrängungswettbewerb. Während überwiegend „Service und Qualität“ als wichtigster Marktvorteil erachtet wurden, sahen 20 % der befragten Unternehmen auch den Preis als relevanten Faktor. Stefan C. Werner, youvivo GmbH: „Wir können sicher eine insgesamt sehr gute Stimmung im Kreis der Unternehmen festhalten. Spürbar ist das Bewusstsein dafür, dass ,der Markt’ nach wie vor über Qualität funktioniert, außerdem Innovationen und Flexibilität einfordert, um der wachsenden Vielfalt der Patientengruppen fachliche, aber auch wirtschaftliche Lösungen zu bieten.“

Wissenschaft und
Zahntechnik

„Qualität“ war ebenfalls ein wichtiger Aspekt im Statement des Präsidenten der DGI, Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden: „Der Wissenstransfer aus Praxis und Hochschule in die Unternehmen, wie es die Nachbarschaft von DGI Jahreskongress und Implant expo ermöglicht, ist für die implantologisch tätigen Zahnärzte wichtig. Implantologischer Erfolg braucht zwar die fachliche Qualität in der Praxis, aber auch die technische Qualität der Materialien.“ Als Beispiel nannte er Patienten, die nach vielen erfolgreichen Jahren mit ihrer Versorgung nun in höherem Lebensalter eine weitere Implantatversorgung unter Einbeziehung der ersten Implantate benötigten: Hier sei es notwendig, dass entsprechende Teile auch langfristig nachkaufbar seien: „Das ist ein Qualitätsmerkmal guter Implantatsysteme.“ Die Kommunikation, wie sie Kongress und Implant expo ermögliche, unterstütze den Wissenstransfer.

Für ein gutes Behandlungsergebnis notwendig sei auch die Qualitätssicherung im Team Zahnarzt-Zahntechniker. Das bestätigte Volker Rosenberger, Vorstandsmitglied des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen/VDZI: „Die Implantatprothetik wird sich durch die neuen technologischen Möglichkeiten in den kommenden Jahren erneut weiterentwickeln.“ Der VDZI habe daher schon vor Jahren seine Qualitätssicherungsstudien für zahntechnische Leistungen um eine Qualitätssicherungsstudie für implantatgestützten Zahnersatz ergänzt. Es sei durchaus sinnvoll, dass sich Labore zusammenschließen, um beispielsweise navigierte implantologische Angebote und CAD/CAM-gefertigte Suprakonstruktionen anzubieten. Volker Rosenberger: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann die Mehrheit der Betriebe die Marktnachfrage über Kooperationsmodelle abdecken, ohne selbst in ein Gesamtsystem investieren zu müssen.“ Nicht zuletzt dank CAD/CAM-Fertigung könne zuvor in Billiglohnländern ausgelagerter Zahnersatz konkurrenzfähig wieder in Deutschland hergestellt werden. Nach Auffassung des VDZI werde daher die CAD/CAM-Fertigung zahntechnischer Leistungen auf Dauer die wirtschaftliche Existenz des deutschen Zahntechniker-Handwerks stärken.

B. Dohlus, Berlin


(Stand: 21.03.2012)

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