Implantologie abrechnen – Chancen und Strategien

GOZ-Seminare der DGI ein großer Erfolg:

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Ausgebucht nach wenigen Tagen war der erste DGI-Kurs mit Prof. Dr. Günter Dhom zu Chancen und Strategien in der Implantologie-Abrechnung nach der neuen GOZ am 14. Januar in Mannheim, die zweite Veranstaltung wenige Tage später in Hannover hatte sicherheitshalber Zusatzplätze vorbereitet. Das Interesse der DGI-Mitglieder und weiteren implantologisch tätigen Zahnärztinnen und Zahnärzten an Abrechnungshinweisen aus erster Hand war enorm. Das Thema hatte es allerdings auch in sich: Wurde bisher vor allem auf die problematische Seite der neuen GOZ-Regelungen geblickt, gab der DGI-Pastpräsident mehr den Aspekten „Chancen und Strategien“ weiten Raum. In der Ganztagsveranstaltung übermittelte er die Unterschiede zwischen der alten und der neuen GOZ, stellte dar, was „neu“ ist an der GOZ 2012 und vor allem was dies für die Implantologie bedeutet: Was wurde abgewertet, was wurde aufgewertet, und was bedeutet das für die Praxis? Und was tun, damit Implantologie für die Patienten bezahlbar bleibt – aber auch in hoher Qualität erbracht werden kann, um die Erfolgsbilanz des Verfahrens nicht durch falsche Entscheidungen zu gefährden? Mit Prof. Dhom hatten die Kursteilnehmer einen überaus erfahrenen Abrechnungsexperten vor sich: Vor 25 Jahren bereits hat er im Arbeitsministerium die alte GOZ auf der Zahnärzte-Seite verhandelt, er kennt als ehemaliges KZV-Vorstandsmitglied sowie als Mitglied in Prüfungs- und Beschwerdeausschüssen die unterschiedlichsten Facetten der zahnärztlichen Abrechnung, ist erfahrener Abrechnungsreferent in der Privaten Gebührenordnung und „lebensnah“ aufgrund seiner eigenen Erfahrung in einer großen implantologisch ausgerichteten Praxis. Nicht zuletzt weiß er als ehemaliger DGI-Präsident auch, wie wichtig die Wissenschaft für eine erfolgreiche Implantologie in der Praxis ist, und damit auch, was bei der Abrechnung dieser wissenschaftlichen Leistungen berücksichtigt werden kann und in fachlicher Hinsicht auch muss. Dass das trockene Thema dennoch lebhaft vermittelt werden konnte, lag an der langen Erfahrung des Referenten im Bereich der Fortbildung in „Kommunikation“. Schritte zur Umsetzung der neuen GOZ müssen sehr rasch in den implantologischen Praxen verankert werden, ehe sich Probleme einschleichen: „Deshalb hat die DGI die Kurse auch so früh im Jahr angesetzt – und es hat sich gezeigt, wie hervorragend dieses Angebot angekommen ist.“

Auf die Begründung
kommt es an

„Die neue GOZ ist ein großes Unglück für die Zahnärzte in der Praxis“, sagte DGI-Pastpräsident Prof. Dhom und erklärte, warum eine wissenschaftliche Fachgesellschaft wie die DGI sich auch mit der GOZ beschäftigen muss: „Die von der DGI den Praxen zur Verfügung gestellte wissenschaftliche Basis kann nur in eine qualitativ gute Versorgung der Patienten in den Praxen umgesetzt werden, wenn auch die finanzielle Basis stimmt.“ Es sei schwer nachvollziehbar, dass bei den hohen Anforderungen an Qualitätssicherung und Hygiene die Entfernung eines Zahns beim Menschen durch einen Zahnarzt mehrfach niedriger bewertet sei als die Entfernung eines Zahns beim Hund durch einen Tierarzt. „Wir haben mit unseren GOZ-Kursen gezeigt, worauf man in der chirurgischen Implantologie speziell achten muss bei der neuen GOZ“, sagte der Referent, der anhand von typischen Behandlungsfällen jeweils die Abrechnung nach GOZ-alt und GOZ-neu verglich. Für die Kursteilnehmer, die anfangs mit deutlich negativer Stimmung gegenüber der neuen Gebührenordnung gekommen waren, gab es dabei in vielen Fällen Grund für Erleichterung: Es gibt offensichtlich bei vergleichbar hohem Steigerungsfaktor durchaus Positionen, die heute besser bewertet sind. Der Stress mit kostenerstattenden Stellen wird sich allerdings im Ausmaß wenig verändern – er wird sich auf ein anderes Gebiet verlagern: „Bisher hatten wir Auseinandersetzungen zu den Positionen, die wir angesetzt haben. Heute wird es das Thema Begründung beim Steigern sein.“ Laut GOZ-neu ist ein Überschreiten des 2,3fachen Satzes mit Begründungen wie Zeitaufwand, medizinische Schwierigkeit oder mit besonderen Umständen möglich. „Hier werden sich erwartungsgemäß die Kostenerstatter abwehrend positionieren. Wir können nur empfehlen, die Begründung ordnungsgemäß mit medizinischer Schwierigkeit zu begründen und keinen Unfug zu notieren.“ An dem Abrechnungskurs nahmen neben den entsprechenden Mitarbeitern aus den Praxen vergleichsweise ungewöhnlich viele Zahnärzte und Zahnärztinnen selbst teil, darunter auch renommierte Kollegen aus Wissenschaft und Praxis. Ihr ins Positive gewandelter Eindruck nach der Veranstaltung: Es gibt Chancen und Strategien, mit der GOZ-neu in der Implantologie gut in die Zukunft zu gehen, und damit auch die Verpflichtung, den wissenschaftlichen Standard nicht zu verlassen.

B. Dohlus, Berlin


(Stand: 21.03.2012)

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