Unternehmen Zahnarztpraxis – die Bausteine des Erfolgs Teamführung, Betriebswirtschaft, Marketing, Zeitmanagement, Zukunftstrends

F. Tafuro, N. Franzen, Springer, Heidelberg 2012, ISBN 978–3–642–17169–7, 193 Seiten, 39,95 €

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F. Tafuro, N. Franzen, Springer, Heidelberg 2012, ISBN 978–3–642–17169–7, 193 Seiten, 39,95 €

„Der Zahnarzt als Unternehmer“ oder „Die Zuzahlerpraxis“ sind seit einigen Jahren gängige Themen für Fortbildungen, die im Wesentlichen von Agenturen angeboten werden.

Dieses Buch fasst den gesamten Komplex des Begriffs „Der Zahnarzt als Unternehmer“ zusammen. Die Autoren kommen fast ausnahmslos von der betriebswirtschaftlichen Seite, sie sind Betriebs-, Volks- und Finanzierungswirte.

Das Werk ist in 7 Kapitel aufgeteilt. Die Abschnitte 1 bis 3 befassen sich mit dem Zahnarzt als Unternehmer, dem professionellen Praxisauftritt und der Betriebswirtschaft in der Zahnarztpraxis. Bereits hier wird der Leser darauf eingestimmt, dass auf Dauer Spitzenleistungen nur durch die Inanspruchnahme eines professionellen Coaches möglich seien. Im Mittelpunkt steht dabei stets der „Unternehmer Zahnarzt“. Die Leistung des Zahnarztes wird in einem Schema als Produkt bezeichnet, das sich aufgliedert in Leistungen und Sortiment, Qualität und Dienstleistungsangebot.

Ein Unterabschnitt daraus heißt „Mit Konzept zum Erfolg – PR richtig planen“. Mit dem Aufbau eines Corporate Design, Zielgruppenerfassung sowie Nutzung aller verfügbaren Medien sowie seiner Mitarbeiter als Multiplikatoren soll der Zahnarzt auf den Erfolgsweg geführt werden; eine Agentur wird dabei als hilfreich empfohlen.

RA Dr. Schnieder führt dazu u.a. aus: „Eine Praxis muss regelrecht vermarktet werden, um einen Patientenzuwachs zu erlangen. Stillstand auf diesem Gebiet bedeutet Rückschritt...“

Hier erkennen die Autoren zum Einen nicht, dass die Bevölkerungszahlen in Deutschland in den nächsten Jahren rückgängig sein werden, zum Anderen, dass bereits jetzt in ländlichen Gebieten keine „extrem hohe bzw. anwachsende Zahnarztdichte...“ besteht, wie in einem Kapitel behauptet wird, sondern dass mittelfristig dort eine Unterversorgung auftreten wird, wie jetzt schon im ärztlichen Bereich.

Gut und wichtig sind die Kapitel „Aufbau und Führung eines Erfolgsteams“, „Organisation und Zeitmanagement“ sowie „Effektive Beratungsgespräche durch das Erfolgsteam Zahnarzt und Mitarbeiterinnen“.

Die Möglichkeiten der Gestaltung einer Stellenanzeige sowie das Abwägen, in welchen Medien sie erscheinen soll, werden beschrieben. Zuvor sollte intern ein Profil des auszuschreibenden Arbeitsplatzes sowie die Erwartungen an eine neue Mitarbeiterin geklärt werden. Die Beurteilung der eingegangenen Bewerbungen sowie ein Leitfaden für eine effiziente Gesprächsführung unterstreichen die Wichtigkeit dieses Teils der Personalfindung.

Die Themen Stellenbeschreibung, Mitarbeiterführung, Feedback und Einarbeitungskontrolle liegen im laufenden Praxisbetrieb im Allgemeinen brach, da der Chef zu wenig Zeit für diesen wichtigen Punkt bei sich einplant.

Nicht selten hat das Fehler in der Arbeit und krankheitsbedingte Abwesenheit zur Folge – mit den sich daraus dann ergebenden Engpässen. Deshalb ist es elementar, von vorneherein eindeutige Festlegungen von Verantwortlichkeiten zu schaffen sowie Team-, Führungs- und Chefgespräche durchzuführen. Gerade Teamgespräche kranken häufig an einer fehlenden Führung und einer unzureichenden „Kritikkultur“, um mit Fehlern konstruktiv umgehen zu können. Insbesondere hier bewährt sich ein Führungskonzept.

„Motivation“ sowie regelmäßige interne Beurteilung von Mitarbeitern sind weitere erwähnenswerte Punkte dieser Abschnitte. Die Qualität des Mitarbeiterteams ist entscheidend für die Organisation und den reibungslosen Ablauf aller Vorgänge innerhalb der Praxis. Weiterhin ist sie Garant dafür, dass der Zahnarzt zusammen mit seinem Team effektive und erfolgreiche Beratungsgespräche mit seinen Patienten führen kann, die letztlich wichtig für die wirtschaftlichen Ergebnisse sind.

Im letzten Kapitel „Der Zahnarzt in der Zukunft“ wird ein Ausblick auf künftige Formen einer Praxis geworfen (Einzel-/Gemeinschaftspraxis) und die Vereinbarkeit von Familie und Praxis mit dem stark anwachsenden Frauenanteil und dem Schlagwort der „Work-Life-Balance“ erläutert.

Als Quintessenz ist festzuhalten, dass viele Checklisten dem Zahnarzt bei der Bewältigung von finanziellen und personellen Fragen hilfreich sein können. Wollte ein Behandler alles umsetzen, was empfohlen wird, müsste er einen Geschäftsführer einsetzen. Man hat durchgängig den Eindruck, dass nicht der Patient, sondern der Zahnarzt der wichtigste Punkt in (s)einer Praxis ist.

In einem Kapitel führen die Autoren den Satz an: „Zum anderen bemerken wir immer wieder, dass viele Zahnärzte sich primär der Zahnmedizin verschrieben haben...“

Hier erlaubt sich der Rezensent die kritische Anmerkung oder Frage: Wenn nicht die Zahnmedizin und der Patient im Mittelpunkt seiner Tätigkeit stehen soll, was dann?

Fazit: Ein weiteres Buch über den Zahnarzt als Unternehmer. Es beschreibt viele Wahrheiten, und gibt wichtige Ratschläge und Hinweise. Der geneigte Leser und Anwender sollte aber nicht vergessen, dass er primär Zahnheilkunde ausübt und erst sekundär Unternehmer ist.

Der Preis für dieses Buch erscheint angemessen.

A. Meurer, Mudersbach


(Stand: 05.03.2013)

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