Liebe Mitglieder der DGI, liebe Leser der ZZI,

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beginnen wir mit dem Gemeinschaftskongress 2012 der drei Schwestergesellschaften DGI, ÖGI und SGI in Bern, der wie jedes Jahr am 1. Advent stattfand. Unsere vorsichtig kalkulierte Zahl von 1.000 Teilnehmern wurde zu unserer Freude übertroffen. Wir konnten 1.473 Teilnehmer begrüßen. Die meisten – 54 % – kamen aus Deutschland, 42 % aus der Schweiz und 4 % aus Österreich. Von vielen einzelnen Gesprächen und Rückmeldungen wissen wir, dass die allermeisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Kongress in Bern als sehr gelungene fachliche Begegnung in hervorragendem Ambiente schätzten, an die wir uns lange positiv erinnern werden.

Herausragend waren unter anderem der Vortrag des Ethikers Prof. G. Maio, Freiburg, zum Thema „Risikofaktor Behandler“ und sein Statement zum Erkennen von Grenzen und zum Teamwork in der Implantologie.

Wir als deutsche Delegation haben uns gefreut, in unserem Nachbarland auf so viel Gastfreundschaft und auch Freundschaft zu stoßen. Es ist für uns gut, eine deutschsprachige Kongressgemeinschaft mit der Schweizer und Österreichischen Zahnmedizin zu pflegen. Unsere deutschsprachigen Nachbarländer zeigen durch herausragende Universitäten, Praktiker und Dentalfirmen vielfach eine Exzellenz auf Weltniveau, die auf einer gemeinsamen historischen Entwicklung in der Zahnmedizin ruht.

Die Dreiländertagungen haben bereits eine gewisse Tradition von über zehn Jahren mit Salzburg 2000, München 2002, Bern 2004, Wien 2007, Berlin 2009. Die anfängliche Frequenz von zwei Jahren wurde zwischenzeitlich auf drei Jahre erhöht. Es soll der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass die Dreiländertagungen jedoch nicht nur Vorteile für den Verein haben: Die DGI verzichtet in diesen Jahren auf einen eigenen nationalen Kongress. Sie erreicht daher in einem solchen
Jahr viele der treuen deutschen Kongressbesucher nicht und hat zudem Einnahmeausfälle in der Youvivo GmbH zu verkraften.

Meine Präsidentschaft in der DGI ging in Bern mit der Amtsübergabe an Dr. Gerhard Iglhaut, Memmingen, turnusgemäß zu Ende. Ich bedanke mich zunächst bei allen Mitarbeitern und Unterstützern der DGI, insbesondere bei meinen Vorstandskollegen und bei Ihnen, den Mitgliedern, für den gemeinsamen Weg der letzten drei Jahre.

Ich hatte meine Amtsperiode mit dem Motto angetreten „Die wissenschaftliche Basis für die Praxis stärken“. Die Wissenschaftlichkeit der DGI ist unseres Erachtens tatsächlich in dieser Zeit weiter gewachsen. Der Kongress in Dresden 2011 stand unter dem Thema „60 Jahre Osseointegration – solides Fundament für neues Wissen“ und war dank Ihrer Teilnahme mit über 2.300 Teilnehmern ein großer Erfolg. Ich möchte nur an ein Highlight erinnern, an das Festkonzert von Prof. Güttler. In Dresden wurde eine Beitragserhöhung beschlossen, die zukünftig jährlich in der DGI für die satzungsgemäße Forschungsförderung auf Antrag zur Verfügung steht.

Eine noch höhere Teilnehmerzahl wurde auf dem Hamburger Kongress 2010 unter dem Thema „Komplikationen“ erzielt. Den Festvortrag hielt hier der deutsche Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen, Heidelberg.

Mit 54 Delegierten aus allen relevanten Fachgesellschaften inkl. BZÄK, ZZQ und KZBV fand die erste DGI-Konsensuskonferenz in Aerzen 2010 statt. Das Ergebnis wurde Ende 2011 in fünf Artikeln im European Journal of Oral Implantology (EJOI) publiziert, so dass die deutsche Implantologie international sichtbarer wird. Jedes DGI-Mitglied hat ein Exemplar erhalten. Aus den Empfehlungen sind drei AWMF Leitlinien „S2k Knochenersatzmaterial“, „S2k 3D-Bildgebung und computergeführte Implantate“ und „S3 Versorgung des Oberkiefers“ bei der AWMF bzw. DGZMK entstanden, die breite Behandlungskorridore für den Praktiker formulieren. Das EJOI ist neben der ZZI seit 2010 offizielles Vereinsmitteilungsorgan und steht DGI-Mitgliedern zum reduzierten Preis zur Verfügung, ebenso die Volltextsuche von wissenschaftlichen Artikeln in Zeitschriften im Quintessenz Verlag gegen geringe Gebühr im
DGINET. Hier bekommt der Praktiker vom heimischen PC aus Zugang zur internationalen Primärliteratur.

Die DGI Sommerakademie für Nachwuchswissenschaftler fand wie jeden Sommer eine Woche nach der Kieler Woche in Kiel bereits zum 10. Mal statt und ich danke den Kieler Kolleginnen und Kollegen um Dr. Behrens und Prof. Wiltfang sowie den Hochschullehrern, die ihre jungen Mitarbeiter zum Training geschickt haben.

In der Fortbildung hat die DGI mittlerweile annähernd 3.000 Curriculumsteilnehmer geschult, eine Zahl, die meines Erachtens auch in der Qualitätssicherung europarechtliches Gewicht bekommen kann. Auf der Fortbildungsebene haben sich regionale Qualitätszirkel vor allem dank unserer bayerischen Mitglieder inzwischen gut etabliert. Unlängst wurde in NRW der erste Zirkel gegründet. Hier hat der Verein einen rechtlichen Rahmen in Form einer Ordnung für Qualitätszirkel geschaffen und alle Qualitätszirkelleiter nach Bern zum Erfahrungsaustausch eingeladen. Diese Aktivität kann die DGI noch näher an die Basis vor Ort heranbringen. Zudem können wir mit dem Amt des Qualitätszirkelleiters junge engagierte Kollegen in die Vereinsfunktionen einbinden und für weitere Vereinsämter qualifizieren. Die Landesverbandsarbeit liegt traditionell beim Pastpräsidenten und damit auch die Weiterentwicklung des Konzepts der Qualitätszirkel. Bei der Fortbildung darf der Masterstudiengang nicht unerwähnt bleiben, der dank des Engagements von Prof. Dhom mit der 12. Kursserie in Bern gestartet ist.

Zum Thema neue Medien im Verein und in der Fortbildung ist die interaktive Web 2.0 Plattform DGINET (www.dginet.de) erfolgreich jetzt im zweiten Jahr in Betrieb und wird von den Mitgliedern angenommen und genutzt. Für das Curriculum ist derzeit eine E-Learning-Plattform im DGINET im Aufbau, das erste Modul wurde als Prototyp in Bern vorgestellt.

Ein satzungsgemäßes Ziel der DGI ist die Internationalisierung und Kontaktpflege zu implantologischen Fachgesellschaften des Auslands. Wir haben dank der Aktivität der Zahnärztekammer Schleswig Holstein, der Profs. Härle und Wiltfang und Frau Dr. Behrens die 2. Kursserie des internationalen Curriculums in Kiel mit dänischen Teilnehmern gestartet. Wichtig ist auch die gelebte Kooperation mit der größten nationalen implantologischen Fachgesellschaft der Welt, der Japanischen JSOI. Ein besonderer Dank geht nochmals an die Mitglieder für die Unterstützung der DGI-Fukushima-Spendenaktion im Jahre 2011, die unseren Kollegen und den Menschen in Japan unsere Solidarität gezeigt und Vertrauen gestiftet hat.

Insgesamt ist die DGI in den vergangenen drei Jahren von etwa 6.000 auf fast 8.000 Mitglieder gewachsen. Wir sind aber nicht nur in der Größe, sondern auch in der Qualität gewachsen. So wurden ein Ethik- und Verhaltenskodex sowie ein Qualitätsmanagementsystem verabschiedet. Dies alles ist eine Teamleistung und wäre unmöglich ohne die Errungenschaften der Vorgänger im Amt. Daher haben wir das Advisory Board eingeführt, in dem die Altpräsidenten den jeweils amtierenden Vorstand beraten. Für mich wichtig waren Kontinuität der Sacharbeit und Solidarität, die ich von meinem Vorgänger Prof. Dhom erfahren habe und nun auch gegenüber meinem Amtsnachfolger Dr. Iglhaut leisten kann.

 

Herzlichst Ihr

 

Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Hendrik Terheyden

Pastpräsident


(Stand: 05.03.2013)

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