Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch 2014265., überbearbeitete Auflage

Walter de Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-030509-8, 2354 Seiten, 2500 farbige Abb., 49,95 Euro

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Walter de Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-030509-8, 2354 Seiten, 2500 farbige Abb., 49,95 Euro

Der Pschyrembel wächst und wächst. Mit einer Rekordseitenzahl ist im September 2013 die sage und schreibe 265. Auflage dieses seit 1894 bestehenden Klassikers (Otto Dornblüth: Wörterbuch der klinischen Kunstausdrücke. Veit & Comp., Leipzig, 148 Seiten) auf den Markt gekommen. Im Vergleich zur vorherigen Ausgabe bietet sie mehr als 6000 aktualisierte Fachbegriffe und über 700 neue Stichwörter, zudem einen einmonatigen kostenfreien Online-Zugang zu der Internet-Version des Pschyrembel, die ihrerseits nochmals über 2000 zusätzliche Fachbegriffe, über 600 zusätzliche Abbildungen und Tabellen sowie mehr als 200 Videos bereitstellt. Wenn einem bei einer solchen Informationsfülle nicht schwindelig wird …

Wie bei jeder Neubearbeitung gleicht der Kenner als erstes sein Wissen mit den neuesten Erkenntnissen über die lange leichtfertig unterschätzte, 1983 erstmals durch von Bülow <www.youtube.com/watch?v=DVKsbeayihI> beschriebene Steinlaus (Petrophaga lorioti) und ihre Varianten ab (S. 2020–2021). Zahnmedizinische Leser werden anschließend sicherlich einige Lemmata aus ihrem Fachbereich überprüfen. Zunächst aber ist lobend anzuerkennen, dass der Verlag gleich 12 kompetente Kollegen von den Universitäten Göttingen, Greifswald und Regensburg für Stichwörter aus der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde engagiert hat, darunter 10 Professoren.

Schauen wir uns daher einmal einige der Begriffe an, die bei den in dieser Zeitschrift abgedruckten Rezensionen zur 260. und 261. Auflage (2005;60:10 und 2008;63:385) moniert wurden: Die Lemmata „Attrition“ (S. 204) und „Parafunktion“ (S. 1594) wurden inzwischen löblicherweise in den Pschyrembel aufgenommen, das „Costen-Syndrom“ endlich entfernt, während der auch in der Medizin alles andere als unbekannte Begriff „myofaszial“ („myofasziale Schmerzen“) weiterhin einer Berücksichtigung harrt. Unter „Dysfunktion, kraniomandibuläre“ (S. 528) wurden beim Hinweis „evtl. Schädigung der Kiefergelenke“ das angsteinflößende Adjektiv „irreversible“ und die Angabe „ggf. Kiefergelenkoperation“ dankenswerterweise eliminiert. Dass bei der Therapie weiterhin auch kieferorthopädische Maßnahmen genannt werden, entspricht hingegen nicht dem derzeit aktuellen Stand der Fachliteratur. Heikel ist auch der Eintrag zum Stichwort „Kieferarthropathie“ (S. 1095–1096).

Unabhängig von dieser Bestandsaufnahme lässt sich feststellen, dass inzwischen erfreulich viele zahnmedizinische Begriffe aufgeführt worden sind – von „Abformung“ (S. 4) und „Abrasio dentium“ (S. 8) über „Implantat, dentales“ (S. 1008) und „Okklusion“ (S. 1534) bis hin zu „Zahntransplantation“ (S. 2315), „Zahnzement“ (S. 2315) und „Zungenbrennen“ (S. 2334). Angesichts des Aufkommens von immer mehr „Sattelliten-Pschyrembels“ – in diesem Jahr (jeweils 1. Auflage) zur Gastroenterologie sowie zur Orthopädie und Unfallchirurgie – liegt es natürlich nahe, über einen „Pschyrembel Zahnmedizin“ nachzudenken, zumal in unserem Fachbereich mit Beginn des neuen Jahrhunderts eine diesbezüglich lange und ruhmreiche Tradition abgerissen ist – erinnert sei an das „Zahnärztliche Wörterbuch“ von Ernst Müller-Stade (1. Auflage 1909, 7. Auflage 1931 bei Meusser, Berlin; 8. Auflage 1947 bei Barth, Leipzig) und an das von Walter Hoffmann-Axthelm herausgegebene „Lexikon der Zahnmedizin“ (1. Auflage 1958 bei Barth, Leipzig; 6. Auflage 1995/2000 bei Quintessenz, Berlin).

Einstweilen jedoch gilt wie bisher: Der Pschyrembel, der vielseitige und konkurrenzlose „Duden der Medizin“, darf in keiner privaten und öffentlichen (zahn)medizinischen Fachbibliothek fehlen!

Jens C. Türp, Basel


(Stand: 12.06.2015)

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