Implantatprothetik – Ein patientenorientiertes Konzept:Planung | Behandlungsabläufe | Bewährung Ästhetik | Funktion | Zahntechnik

Stefan Wolfart, Quintessenz, Berlin 2014, Hardcover, 1. Aufl., ISBN 978–3–86867–232–9, 728 Seiten, 2.163 Abb., 259,00 Euro

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Stefan Wolfart, Quintessenz, Berlin 2014, Hardcover, 1. Aufl., ISBN 978–3–86867–232–9, 728 Seiten, 2.163 Abb., 259,00 Euro

Stefan Wolfarts im Quintessenz- Verlag erschienene Buch „Implantatprothetik – ein patientenorientiertes Konzept“ beschäftigt sich mit allen Bereichen der Implantatprothetik, beginnend mit den Grundlagen über das klinische Vorgehen bis hin zu allen zahntechnischen Abläufen. Auf über 600 Seiten erhält der Leser einen umfassenden Einblick in das Gebiet der Implantatprothetik und die Vielzahl klinischer Anwendungsmöglichkeiten.

Inhaltlich behandelt Wolfart in seinem breit angelegten Buch alle zur Implantatprothetik gehörenden Themenbereiche und erläutert diese ausführlich. Hierbei legt der Autor in einem ersten Schritt viel Wert auf die Beschreibung der Patientensituation, anschließend erläutert er das chirurgische Vorgehen, wobei er die einzelnen Arbeitsabläufe mit Bilderstrecken von hoher Qualität veranschaulicht. Dem Leser werden so die diagnostischen und planerischen Schritte, beginnend mit der Erstellung eines ausführlichen Patientenprofils bis hin zur korrekten Röntgenanalyse vermittelt.

Wolfart gliedert sein Buch in 5 Kapitel mit jeweils mehreren Unterabschnitten. In Kapitel A beschreibt der Autor die Voraussetzungen für eine bevorstehende Implantation. Hervorzuheben sind hier die sogenannten „Entscheidungsbäume“, die dem behandelnden Zahnarzt dabei helfen sollen, die spezifische Patientensituation unter bestimmten Aspekten einzuordnen. Lückenprofil, Zahnersatzprofil und Patientenprofil sind dabei maßgeblich.

Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit dem Behandlungskonzept und der dazugehörigen Planung. Dieser im Verhältnis etwas kürzer gehaltene Teil erläutert nicht nur die Wichtigkeit einer korrekt geführten Anamnese, sondern auch die für die prothetische Planung wichtigen Einzelzahnprognosen, die es dem Zahnarzt erleichtern sollen, eine adäquate Lösung zu finden.

Das sicher umfangreichste Kapitel C behandelt das genaue Vorgehen und den Ablauf bei einer Behandlung mit dem Ziel, den Patienten implantatprothetisch zu versorgen. Bei diesem Teil handelt es sich um das Herzstück des gesamten Buches. Der Autor erklärt hier sehr detailliert Schritt für Schritt das Vorgehen bei verschiedenen Behandlungsmodalitäten. Von der Röntgenanalyse über das chirurgische Vorgehen und die provisorische Versorgung bis hin zur Nachsorge – und möglichen prothetischen Komplikationen – werden alle Vorgehensweisen beschrieben. Man könnte die Inhalte als eine Gebrauchsanweisung interpretieren, an die der Anwender sich nur halten muss, um erfolgreich tätig zu sein. Damit gewinnt der Leser Sicherheit durch die Darstellung evidenzbasierter Konzepte.

Im Kapitel D veranschaulicht Wolfart dem Leser mithilfe verschiedener Patientenbeispiele eine Vielzahl an implantatprothetischen Möglichkeiten. Besonders beeindruckend sind dabei die „Vorher-Nachher“ Bilder der Patienten. Teilweise nehmen die klinischen Abbildungen eine ganze Seite ein. Dieses Kapitel verdeutlicht, dass Wolfarts Buch von den vielen und großflächigen, qualitativ ansprechenden Abbildungen lebt. Sie erleichtern das Verständnis der Techniken für den Leser.

Im letzten Kapitel E zeigt der Autor die wichtige Verbindung zwischen Zahnarzt und Zahntechniker auf. Hier werden die genauen Arbeitsabläufe für festsitzende Restaurationen auf Implantaten und für herausnehmbaren Zahnersatz auf diesen erläutert. Sämtliche Arbeitsschritte werden genau wie in den vorangehenden Kapiteln sehr differenziert und ausführlich anhand vieler fotografischer Darstellungen gezeigt. Hier wird deutlich: Der Autor möchte sein Buch keinesfalls nur auf die zahnärztliche Tätigkeit beschränkt wissen.

Schon in der Einleitung wird die besondere Herangehensweise des Autors an das Thema deutlich, die sich im Aufbau des Buches widerspiegelt: Er vergleicht die Tätigkeit des Implantologen mit der eines Architekten. Von der Planung bis zur Umsetzung arbeiten beide in vergleichbaren Arbeitsschritten. Entsprechend arbeitet Stefan Wolfart die einzelnen Behandlungsschritte anhand dieser Struktur ab. Für ein implantologisches Lehrbuch wählt Wolfart damit ein anderes Konzept als bisher üblich. Von daher kann das vorliegende Werk sicherlich nicht als typisches Lehrbuch bezeichnet werden.

Das Buch ist nicht nur für den erfahrenen Implantologen interessant und lehrreich. Auch der auf dem Gebiet der Implantologie noch unerfahrene Zahnarzt erhält einen ausgezeichneten Einblick in die Thematik. Abschließend lässt sich feststellen: Ein gut verständliches, stringentes und dabei auch detailliertes Werk, das Potenzial hat ein „Klassiker“ zu werden.

V. Nellissen, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf


(Stand: 02.03.2015)

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