Im Fokus: Die Unverträglichkeit von Implantaten und DentalmaterialienZahnimplantat-Unverträglichkeit

DGI-Sommersymposium in Frankfurt

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Was ist dran an Meldungen über Unverträglichkeitsreaktionen auf Zahnimplantate? Antworten auf diese Frage liefert eine Studie der DGI. Ihre vorläufigen Ergebnisse stehen im Mittelpunkt des ersten DGI-Sommersymposiums am 18. Juni 2016 in Frankfurt. Hochkarätige Experten beleuchten aus dem Blickwinkel verschiedener Disziplinen die komplexen Prozesse allergischer, toxischer und entzündlicher Reaktionen auf Implantate und Dentalmaterialien und schlagen dabei den Bogen zu periimplantären Erkrankungen.

AllergoMat – so heißt die einzige Forschergruppe in Deutschland, die allergologisch-immunologische Aspekte von Unverträglichkeiten untersucht, unter denen Implantatpatienten leiden. Angesiedelt ist das Team an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sein Leiter, Prof. Dr. Peter Thomas, ist seit 2013 Referenz-Allergologe der DGI – aus gutem Grund. Zwar handelt es sich bei den meisten Patienten, die sich an das Zentrum wenden, um Träger orthopädischer Endoprothesen. „Doch etwa fünf bis zehn Prozent der Patienten führen ihre Beschwerden auf Zahnimplantate zurück“, erklärt Professor Thomas.

Dass es so etwas wie „metal sensitivity“ gibt, also Unverträglichkeitsreaktionen beim Kontakt mit bestimmten Metallen, ist inzwischen unbestritten. Das australische Endoprothesen-Register weist beispielsweise solche Reaktionen aus. Sie sind bei einem Prozent der Knie- und fünf Prozent der Hüft-Endoprothesen die Ursache für Probleme.

Die als Allergene bekannten Metalle Nickel, Kobalt und Chrom kommen zwar in künstlichen Knie- und Hüftgelenken vor, im Wesentlichen jedoch nicht in enossalen dentalen Implantaten. „Titan ist im Grunde gut verträglich“, sagt Professor Thomas, „und es gibt nur wenige Daten zu überschießenden Entzündungen sowie zur allergenen Potenz von Titan-Aluminium-Vanadium-Legierungen.“ Gleichwohl geistern Berichte über Unverträglichkeitsreaktionen auf Zahnimplantate aus Titan seit Jahren immer wieder durch die Publikumsmedien und verunsichern Patienten.

Darum startete die DGI unter Leitung von Priv.-Doz. Dr. Gerhard Iglhaut, Memmingen, damals Vizepräsident der Gesellschaft, im Jahr 2011 eine Querschnittstudie, um die Vorwürfe zu überprüfen. An dieser „Peri-X-Studie“ genannten multizentrischen Untersuchung beteiligten sich neun Praxen und Universitäten. Zusammen mit dem Münchener Allergologen-Team erhoben und analysierten die Experten die klinischen Daten von insgesamt 200 Patientinnen und Patienten, die in den vergangenen zehn Jahren Zahnimplantate erhalten hatten. Erfasst wurden dabei nicht nur der Mundstatus, sondern auch andere Erkrankungen und Risikofaktoren. Auch die Mundflora wurde dabei analysiert. Im Zentrum in München untersuchten die Wissenschaftler die Zytokin-Produktion von Immunzellen, wenn diese mit Titanpartikeln oder Kontrollsubstanzen in Kontakt kommen. Gewonnen wurden diese Abwehrzellen aus dem Blut der Patienten.

Die vorläufigen Ergebnisse dieser Studie wird auf dem Sommersymposium DGI-Pastpräsident Priv.-Doz. Dr. Gerhard Iglhaut präsentieren. Professor Thomas beleuchtet das Thema Allergie gegen Dentalmaterialien. Weitere Themen sind die Toxikologie von Nanopartikeln, die beispielsweise von Füllmaterialien freigesetzt werden, sowie die Palette der Zytokine, die Entzündungs- und Immunprozesse steuern. Drei Vorträge beleuchten das Thema periimplantäre Erkrankungen. Und weil nicht jeder chronische Schmerz im Mundbereich oder im Gesicht etwas mit Unverträglichkeiten und Allergien zu tun hat, rundet ein Beitrag von Prof. Dr. Dr. Monika Daubländer, Mainz, zu diesem Thema das Symposium ab.

18. Juni 2016 | Frankfurt/Main

InterCityHotel Frankfurt Airport

Am Luftbrückendenkmal 1 | Cargo City Süd, 60549 Frankfurt/Main

Mehr Informationen und Anmeldung:

www.dginet.de/event/frankfurt


(Stand: 10.03.2016)

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