Ein Lehrer aus Leidenschaft: Sebastian Schmidinger zum Siebzigsten

Gratulation

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Schule, Schwabing, Zahnheilkunde und was dann? Sebastian Schmidinger hat Glück, er wird 1972 Assistent bei Dr. Eugen Steiner, dem Gründungsmitglied der DGZI. Er tritt an mit großen, wachen Augen und der Erkenntnis, dass es sehr viel zu lernen gibt, vor allem in der Anatomie, der Mutter aller Chirurgie. Gefördert durch Steiner, kann er halbe Tage in der Anatomie verbringen. Die Frage „Warum hat etwas gerade eine solche Form, welche Funktion steckt dahinter?“ taucht auf und wird bis heute zu seiner ständigen Begleiterin. Wer je Sebastian Schmidinger bei seinen Vorlesungen über die Anatomie der Kiefer gehört und gesehen hat, spürt sein tiefes Verständnis der Funktion und der daraus resultierenden Formenvielfalt in der Anatomie im Dienste der Implantologie.

Seit 1975 in eigener Praxis niedergelassen, möchte Schmidinger, der die Didaktik in der Universität eher „mittelprächtig“ fand, sein Wissen weitergeben und an der Wissensvermittlung feilen. Er sucht und findet die richtigen Tierpräparate für praxisnahe Übungen in der enossalen Implantologie (Kalbsrippe), für die Schleimhautpräparation (UK Schwein) und für den Sinuslift (Schafskopf). 1978 wird er Fortbildungsreferent in der DGZI, dann in der GOI und nach Gründung der DGI gibt er auch dort vier Jahre lang als Fortbildungsreferent wichtige Impulse. Er kreiert etwa die Kompaktkurse, die sein Nachfolger Günter Dhom zum Curriculum Implantologie weiterentwickelt.

Viele der mehr als 5000 Curriculum-Teilnehmer haben sich in seinen Kursen von seiner Begeisterung für die Implantologie anstecken lassen und können sich heute noch an Details erinnern – darunter auch, aber nicht nur, an seine Führungen durchs nahegelegene Kloster Andechs.

Während seiner Zeit als Vize und Präsident der DGI hat er als treibende Kraft mit seinen Vorstandskollegen die DGI GmbH gegründet, um die wirtschaftliche Seite der DGI zu stärken. Bei den Tagungen etablierte er die sogenannten „table clinics“, um der Praxis mehr Raum zu verschaffen. Dabei machte der ausgewiesene Gegner unnötiger Anglizismen und Freund guter (deutscher) Sprache aus den table clinics natürlich die „Tischdemonstrationen“ – die bis heute noch so heißen und bei DGI-Kongressen zu den Highlights – pardon! – Höhenpunkten gehören. Auch Fortbildung für die Assistentinnen wurde von ihm in die Tagungen integriert.

Nach seiner Präsidentschaft hat er den Landesverband Bayern zehn Jahre geführt und dort die zwölf Qualitätszirkel aufgebaut, die praxisnahe kostenlose Fortbildung in der Nähe für DGI-Mitglieder ermöglichen. Auch hat er zusammen mit seinen Kollegen Cacaci, Zimmermann und Ebenbeck das Curriculum für die Zahnarzthelferin eingeführt. Was noch? Sebastian Schmidinger hat im Februar 2015 sein 40-jähriges Praxisjubiläum gefeiert, arbeitet nur noch vier Tage in der Woche und hat in Tobias Schneider einen kongenialen Nachfolger und Mitstreiter gefunden. Noch etwas? Viel Musik mit dem Kontrabass in einer Jazzband und in einer Volksmusikgruppe. Das Faltboot, das er zum 60. Geburtstag von den Mitgliedern des DGI-Vorstands geschenkt bekommen hat, wird eifrig benutzt, das Segeln in Griechenland mag er natürlich auch nicht lassen. Ein Zitat von ihm dürfte seinen Zustand sehr präzise beschreiben: „Obwohl ich ein bekennender Atheist bin, lebe ich im Paradies.“ Wir wünschen ihm viele weitere Jahre in diesem Zustand und bei bester Gesundheit!


(Stand: 10.03.2016)

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