Die Zunge

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Unter dem zunächst wenig aussagekräftigen Titel „Die Zunge“ ist in diesem Jahr ein aktueller Farbatlas aber auch zusammenfassende Darstellung der Anatomie und Physiologie der Zunge insbesondere deren physiologischen Variationen und pathologischen Veränderung im Rahmen unterschiedlicher Erkrankungen erschienen.

Zehn unterschiedliche Autoren oder Autorengruppen haben unter der Herausgeberschaft von Andreas Filippi und Irène Hitz Lindenmüller sich nur auf das Organ Zunge konzentriert, sondern auch dabei insbesondere bei den pathologischen Veränderungen gleichzeitig eine zusammenfassende Darstellung der Mundschleimhautveränderungen vorgestellt, da die meisten pathologischen Veränderungen nicht nur die Zunge, sondern in ähnlicher Form auch die übrige Mundschleimhaut betreffen.

Nach einleitenden Bemerkungen über die Bedeutung der Zunge sowie einem sehr schönen Kapitel zur Anatomie und Physiologie (R. Radlanski), werden die vielfältigen Normvarianten ohne Krankheitswert (A. Filipi) und die Grundprinzipien einer modernen lokalen und allgemeinmedizinisch begleitenden Diagnostik (I. Mollen u. I.H. Lindenmüller) bei möglichen pathologischen Veränderungen komprimiert aber systematisch dargestellt.

Den mit Recht größten Raum (160 Seiten) nimmt die Darstellung der unterschiedlichen pathologischen Veränderungen der Zunge ein, die von einer Gruppe von 16 zum Teil aus anderen Publikationen zu dieser Thematik bereits bekannten und kompetenten Autoren zusammengetragen wurden. In alphabetischer Reihenfolge werden die einzelnen Krankheitsbilder aufgeführt. Nach einer sehr schön systematischen bei allen Kapitel gleichen Kurzzusammenfassung unter 18 Unterüberschriften (die bei manchen Kapitel allerdings auch etwas artifiziell aufgefüllt werden) bieten sie eine sehr komprimierte Darstellung des Krankheitsbildes, um dann mit einer schönen Bilddokumentation zumindest eines Patientenbeispiels – aber erfreulicherweise meist auch mit den möglichen Variationen des Erscheinungsbildes bei unterschiedlichen Patienten – ergänzt zu werden.

Das Buch wird abgeschlossen mit einem relativ kurzen Kapitel (20 Seiten) zur Therapie, in dem auch die wichtigsten Medikamente zusammenfassend, sehr knapp allerdings dargestellt werden.

An dem Buch gefällt besonders die überwiegend sehr knappe oft stichwortartige, aber immer gleich systematisch aufbereitete Information und ein schönes Bildmaterial zu den vielfältigen Erkrankungen der Zunge, die in der alphabetischen Sortierung eine rasche Information ermöglicht und so die Bedeutung des Buchs als Nachschlagewerk zur Kurzinformation im Alltag sicher steigert. Für den in der Diagnostik bei einem Patienten ratsuchenden Behandler hätte man sich eine zusammenfassende Darstellung an der Phänomenologie des Befundes (z.B.: weiße nicht abwischbare Veränderungen) orientierte differenzialdiagnostische Unterstützung durch entsprechende zusammenfassende Tabellen und diagnostische Algorithmen gewünscht, da die Diagnose sich nicht an der alphabetischen Sortierung, sondern am spezifisch führenden Symptom orientiert.

Dennoch ist ein wirklich sehr schönes und systematisches Buch entstanden, das allen in der Diagnostik und Therapie auch mit der Mundschleimhaut befassten Berufsgruppen, aber auch den Studenten bzw. jungen Assistenten in Weiterbildung als Atlas und Nachschlagewerk dringend empfohlen werden kann, zumal es auch vom Quintessenz-Verlag in der bekannten Qualität und mit exzellenter Darstellung des wunderschön zusammengetragenen Bildmaterials aufbereitet wurde.


(Stand: 01.12.2016)

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