Dr. Thomas Barth erhält Ehrenmitgliedschaft der DGI

Ehrung

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Dr. Thomas Barth, Leipzig, der langjährige Vorsitzende der MVZI, wurde im Rahmen der Eröffnung des 31. Kongresses mit der Ehrenmitgliedschaft der DGI ausgezeichnet. Die Laudatio, die wir hier leicht gekürzt wiedergeben, hielt Doz. Dr. med. Michael Fröhlich, Dresden.

Herr Dr. Barth stammt aus Leipzig. Er ist Enkelsohn eines Zahnarztes und Sohn einer leitenden Zahntechnikerin, so dass er „zahnmedizinisches Genmaterial“ trägt, das er auch schon erfolgreich weitergegeben hat. Sein älterer Sohn ist bereits Zahnarzt und arbeitet mit seinem Vater zusammen. Sein jüngerer Sohn hat gerade ein Einser-Abitur abgelegt und ein Medizinstudium in Leipzig begonnen. Auf beide Sprösslinge kann er stolz sein und ist es auch! Ob sein erstes Enkelkind auch Zahnärztin wird, steht allerdings noch in den Sternen!

Thomas Barth hat nach dem Abitur von 1978 bis 1983 in Leipzig Zahnmedizin studiert und eine Diplomarbeit geschrieben. Das war früher im Osten Deutschlands eine Voraussetzung für eine spätere Promotion und hatte die Aufgabe, sich die Grundzüge wissenschaftlichen Arbeitens anzueignen. Sein Diplomthema kam aus der Parodontologie und beschäftigte sich mit „Rheologischen Untersuchungen zu den Durchblutungsverhältnissen an der Gingiva“. Dieses Thema ist zweifellos gut geeignet, um ein umfassendes Verständnis für das Weichgewebsmanagement am Implantat zu entwickeln. Nach dem Staatsexamen absolvierte Dr. Barth – wie damals im Osten alle Zahnärzte – eine fünfjährige Fachzahnarzt-Weiterbildung, die er mit der Fachzahnarzt-Prüfung 1987 erfolgreich abschloss. 1991 wurde er mit einem Thema aus der Gerichtsmedizin zum „Dr. med.“ promoviert und ist seit 1990 in eigener Niederlassung tätig.

Als Zahnarzt bei der Bahn. Eigentlich wollte Thomas Barth im sportmedizinischen Dienst tätig werden, ist aber stattdessen als Betriebszahnarzt bei der Deutschen Reichsbahn gelandet. Er arbeitete in der „Betriebspoliklinik der Deutschen Reichsbahn“ in Leipzig-Engelsdorf als Zahnarzt. Dort waren auch Allgemeinmediziner, Augenärzte, Hautärzte und Vertreter weiterer medizinischer Fachrichtungen angestellt, so dass Interdisziplinarität gelebt wurde.

In den Umbruchzeiten nach 1989 hat Thomas Barth dieses Poliklinikgebäude gekauft und konnte somit seine Praxis entsprechend etablieren. Nach einer Fusion seiner Praxis mit jener von Dr. Volker Ulrici, einem ausgewiesenen Leipziger Prothetiker, erfolgte die Gründung des Zahnärztlichen Kompetenzzentrum Leipzig, das im Zentrum Leipzigs gelegen ist und mit 14 Zahnärzten und 35 Mitarbeitern die gesamte Zahnheilkunde von der Kieferorthopädie über die Kinderzahnheilkunde, Parodontologie, Endodontie, Prothetik und natürlich die Implantologie abdeckt.

Seit 1991 beschäftigt sich Thomas Barth mit der Implantologie. Zuerst galt es auf diesem Gebiet natürlich, „Lehrjahre“ zu absolvieren. Die bekannten Kollegen – Dr. Axel Kirsch, Dr. Karl-Ludwig Ackermann, Dr. Hans-Jürgen Hartmann und Prof. Dr. Fouad Khoury – betrachtet er als seine implantologischen Lehrmeister. Es ist diesen Altmeistern der Implantologie zu danken, dass sie sich über die Schulter haben schauen lassen.

Diese erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten hat Dr. Barth in seiner Praxis implementiert, 1997 das damals an der Fortbildungsakademie der Landeszahnärztekammer Sachsen bereits etablierte Curriculum Implantologie absolviert und damit den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie erworben. Er wurde als Gutachter und Referent der Konsensuskonferenz Implantologie berufen und ist seit den 1990er Jahren Initiator und Leiter eines Arbeitskreises Implantologie. In diesem treffen sich regelmäßig etwa 30 Kollegen, um aktuelle Themen zu bearbeiten.

Die MVZI ist seine Heimat. Dr. Barth ist Mitglied in verschiedenen implantologischen Gesellschaften und Vereinigungen. Seine „Heimat“ aber hat er zweifellos in der MVZI, der Mitteldeutschen Vereinigung für Zahnärztliche Implantologie, die 1993 von einer Gruppe um Dr. Wolfram Knöfler gegründet wurde, um die Implantologie in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt zu fördern und Aktivitäten zu bündeln.

Seit 1999 ist Thomas Barth Vorstandsmitglied der MVZI. Als Schatzmeister hat er die 2007 vollzogene Fusion der MVZI mit der DGI zum Mitteldeutschen Landesverband im DGI e.V. mit begleitet. Von 2010 bis 2016 war Dr. Thomas Barth Präsident der MVZI im DGI e.V. und hat in dieser Zeit mit Unterstützung seines Vorstandes sieben Sommersymposien und zwei Schlosstage organisiert, wobei die gesamte Palette der implantologischen Themen bearbeitet wurde. Er ist Mitinitiator einer zertifizierten Intensivfortbildung für unsere Mitarbeiterinnen, die auch an der Fortbildungsakademie der LZKS angesiedelt ist.

Dr. Barth ist ein aufgeschlossener, weltoffener, auf Harmonie bedachter, durchaus kumpeliger Typ, der viele kennt und den viele kennen und schätzen. Besonders liegen ihm Gerechtigkeit und Transparenz am Herzen. Er weiß sehr wohl, was er will, und wenn er von der Richtigkeit seiner Ansicht überzeugt ist, geht er auch kritischen Diskussionen nicht aus dem Wege. Thomas Barth ist ein guter Gastgeber. Legendär sind die Gesellschaftsabende der MVZI, bei denen auch die MVZI-eigene Kollegenband „Plaque stop“ ihre regelmäßigen Auftritte hat.

Thomas Barth ist ein enthusiastisch arbeitender 24-Stunden-Implantologe mit hoher Schaffenskraft und Leistungsbereitschaft. Nicht genug damit, dass er über 10.000 Implantate selbst gesetzt bzw. versorgt hat, eine große implantologische Praxis betreibt, hat er sich darüber hinaus an mehreren Studien beteiligt, betreut Promovenden, ist Autor von über 25 Artikeln in der implantologischen Literatur und begehrter Referent, weil er didaktisch wohl aufbereitete Fakten kurzweilig vermittelt. Wegen seiner Erfahrungen wird er als Berater bei Patienten und Kollegen sehr geschätzt.

Seit 2016 ist Thomas Barth Pastpräsident, damit sind Erwartungen und Wünsche verbunden. Selbstverständlich wünscht sich seine Frau Janni, dass sich die Zeit für die Familie, die Stunden der Zweisamkeit verlängern mögen, um z.B. schöne Tage im geliebten Warnemünde verbringen zu können. Er soll ein „Opa mit mehr Zeit“ sein. Er spielt bereits ganz gut Saxophon, allerdings muss das neue Instrument, das er zum 60. geschenkt bekommen hat, noch mehr genutzt werden.

Kollegen, Freunde und Bekannte wünschen Dr. Barth mehr Freizeit, gute Knieschützer beim Fußballspielen und Spaß bei den Spielen von RB Leipzig und gratulieren zu der hohen Auszeichnung.


(Stand: 10.03.2017)

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