ITI Treatment Guide Series

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Der neunte Band der bekannten und beliebten ITI Treatment Guide Reihe ist der implantologischen Versorgung alter und hochbetagter Patienten gewidmet. Im Gegensatz zu den bisherigen Bänden steht die Durchführung der chirurgisch-prothetischen Therapiemaßnahmen weniger im Fokus. Schwerpunkt des Buches bildet die physiologische Veränderung des Körpers im Alter und ihre Wechselwirkung auf die Mundgesundheit. Allein Kapitel 5, „Medizinische Erwägungen zur Behandlung älterer Patienten mit Implantaten“, umfasst mehr als 50 Seiten des knapp über 300-seitigen Werks. Geordnet nach Organsystemen, beispielsweise kardiovaskuläres, hämatopoetisches oder respiratorisches System, werden die altersbedingten Erkrankungen nebst der damit verbundenen Medikamenteneinnahme unter zahnärztlich therapeutischen Gesichtspunkten abgehandelt. Allerdings setzt das Buch dabei fundierte Grundkenntnisse im Bereich der inneren Medizin voraus. Beim Durcharbeiten kann es deshalb ratsam sein ein entsprechendes Übersichtsbuch griffbereit zu haben.

Entgegen dem aktuellen Leitbild der Prothetik, einen möglichst festsitzenden Zahnersatz zu realisieren, wird der herausnehmbaren Versorgung die höchste Prämisse eingeräumt. Im Buch werden deshalb nochmals die wichtigsten Kriterien für die Konstruktion von Prothesen aufgezeigt. Das maßgeblichste Argument für herausnehmbaren Zahnersatz stellt dabei die vereinfachte Form der Reinigung dar. Grundsätzlich wird Aspekten der Mundhygiene insgesamt eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei geht es nicht allein um die selbstständige Reinigung, sondern insbesondere um Pflegemaßnahmen durch betreuende Personen. In diesem Zusammenhang werden Reduktionskonzepte erläutert. Hierunter sind Vorkehrungen zu verstehen, welche vorhandene Versorgungen vereinfachen, um eine adäquate Mundhygiene zu ermöglichen. Ein elementarer Anspruch der aufgezeigten zahnärztlichen Maßnahmen besteht darin mit wenig Aufwand möglichst viel zu erreichen. So wird in Beispielen dargestellt, wie Implantate die Prothesenkinetik bestehender Modellgussprothesen optimieren können. Die Neuanfertigung des Zahnersatzes wird hierbei nicht angestrebt. Auch in Hinblick auf die Implantation selbst sollten einfache Konzepte mit geringer Belastung bevorzugt zur Anwendung kommen. Verkürzte Implantate, lappenlose Eingriffe und kleinschrittige Behandlungsabfolgen statt aufwendiger Rekonstruktionsmaßnahmen mit bestechender Ästhetik gehören hier zum Grundsatz. So glänzen die klinischen Fallbeispiele des 13. Kapitels auch nicht mit komplexen Behandlungsakkrobatiken, sondern legen ihr Augenmerk auf feine Details. Wie alle Bücher der Treatment Guide Reihe ist das Buch umfangreich mit Abbildungen sowie Fotos von hoher Qualität und Aussagekraft illustriert. Die Sprache ist gut verständlich und leicht leserlich. Die Autoren haben durchaus den Anspruch nicht nur zu informieren, sondern auch ihre persönliche Einstellung zur Problematik mitzuteilen. Sie appellieren daran, die hochbetagten Patienten mit der nötigen Umsicht zu behandeln und wertzuschätzen.

Das Buch ist in jedem Fall eine Empfehlung. Und das nicht allein, weil die Gruppe der alten und noch älteren Patienten immer größer wird und somit im Praxisalltag immer häufiger behandelt wird. Vielmehr eigenen sich viele der dargestellten Lösungen auch für jüngere Patienten, die aufgrund finanzieller Einschränkungen von einfachen implantatgestützten Versorgungen erheblich profitieren können.

PD Dr. Jeremias Hey

Daniel Wismeijer, Stephen Chen, Daniel Buser (Hrsg.), F. Müller, S. Barter, Quintessence Publishing, Deutschland, Reihe: ITI Treatment Guide Series, Band 9, 1. Auflage 2017, Hardcover, 312 S., 536 Abbildungen, ISBN 78-3-86867-317-3, 86,00 Euro

 

 

 


(Stand: 05.03.2018)

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