Professionelle Betreuung von Implantatpatienten

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Das neue Fortbildungsangebot der DGI für zahnmedizinische Fachangestellte

Im Mai 2019 startet die DGI das neue zertifizierte Curriculum „Professionelle Betreuung von Implantatpatienten (PBI)“ für zahnmedizinische Fachangestellte. Es vermittelt in zwei Wochenendmodulen aktuelles Wissen und Kompetenz in Theorie und Praxis.

Entscheiden sich Patientinnen und Patienten für eine Implantatbehandlung, erwarten sie nicht nur schonende Eingriffe und eine ästhetisch sowie funktionell gelungene, sondern auch eine langlebige Versorgung. Eine Implantatbehandlung ist darum mit der Eingliederung des Zahnersatzes nicht zu Ende. Nur eine nachhaltige und konsequente Betreuung der Patienten kann den Therapieerfolg stabilisieren und erhalten.

„Angesichts der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über Entzündungsprozesse in periimplantären Geweben und deren Risikofaktoren gewinnt das Patientenmanagement an Bedeutung“, erklärt DGI-Präsident Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden. „Dazu können qualifizierte Mitarbeiterinnen durch Früherkennung und präventive Maßnahmen einen essenziellen Beitrag leisten.“ Das neue zertifizierte Curriculum für die Assistenz „Professionelle Betreuung für Implantatpatienten (PBI)“ liefert dafür auf der Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse das erforderliche Wissen und die nötigen praktischen Fähigkeiten.

Anatomie und die Ursachen periimplantärer Erkrankungen. Im Modul 1 vermittelt DGI-Präsident Professor Grötz biologisch-medizinische Kenntnisse über Anatomie, Ursachen und Diagnostik periimplantärer Erkrankungen. Es geht um die Unterschiede zwischen dem natürlichen Zahn, der im Parodont verankert ist, und dem osseointegrierten Implantat. Auch die international abgestimmte neue Klassifikation Parodontaler Erkrankungen der US-amerikanischen und europäischen Fachgesellschaften für Parodontologie fließt ein. Erstmals wurden dabei auch periimplantäre Entzündungen berücksichtigt und entsprechend den klinischen Phänotypen klassifiziert.

Wissen über Risikopatienten. Mit dem Schwinden der Kontraindikationen für eine Implantattherapie wächst aber auch die Zahl der Risikopatienten, die einer besonderen Betreuung bedürfen. Dazu gehören etwa Patientinnen und Patienten mit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder auch Patienten, die mit bestimmten Medikamenten – etwa Antiresorptiva oder Angiogenesehemmern – behandelt werden oder sich einer Strahlentherapie unterziehen mussten. Thema sind auch verschiedene Mundschleimhauterkrankungen.

Auch die Diagnostik ist ein wichtiges Thema in diesem Curriculum. Welche Parameter müssen zum Zeitpunkt der Eingliederung gemessen werden? Welche Ausgangsbefunde müssen nach der Implantation erhoben werden? Was sind die diagnostischen Parameter des Implantats mit einem gesunden oder erkrankten periimplantären Gewebe? Wie muss die Verlaufskontrolle aussehen? Welche Parameter werden wann bestimmt? Wie müssen die Kontrollintervalle festgesetzt werden, abhängig vom Risikoprofil des Patienten und den Ausgangsbefunden?

Kommunikation. Im Modul 2 gibt die international renommierte Expertin und Dentalhygienikerin Dr. Tracey Lennemann ihr Wissen über die Aufklärung und Betreuung von Patienten weiter. „Es ist eine ganz wichtige Botschaft, unseren Patientinnen und Patienten schon von Anfang an zu erklären, dass eine Implantattherapie nur dann langfristig erfolgreich sein kann, wenn eine professionelle Betreuung folgt und das Geld für eine professionelle Erhaltungstherapie gut investiert ist.“ Daher geht es im Curriculum auch um mögliche Optionen, wenn sich Patienten nicht an die Empfehlungen zur Mundhygiene halten oder die Kontrolluntersuchungen vernachlässigen.

„Ich bin überzeugt, dass ein Teil der Periimplantitisfälle auch Kommunikationsdefiziten bei der Aufklärung und Führung der Patienten geschuldet ist“, sagt die DGI-Pressesprecherin Dr. Dr. Anette Strunz, Berlin. „Die Heilung und die Stabilisierung des Behandlungserfolgs funktionieren besser, wenn die Kommunikation zwischen Praxisteam und Patient positiv und gut läuft. Dies muss geschult und geübt werden, und dabei wird die größte implantologische Fachgesellschaft helfen.“

Viele praktische Übungen. Ein erheblicher Anteil des zweiten Moduls mit Dr. Lennemann entfällt auf das Thema „Professionelle Reinigung von Implantaten und Zähnen“. Es geht um den Einsatz verschiedener Hilfsmittel und Instrumente (Handscaler, Ultraschall, Pulverstrahl, Photodynamik, Laser) und um das Biofilmmanagement. Ebenso lernen die Teilnehmer, Veränderungen an der Implantatoberfläche zu erkennen, und worauf es beim Einsatz von lokalen Antiseptika und Antibiotika ankommt. Umfangreiche praktische Übungen zum Einsatz der verschiedenen Hilfs- und Therapiemittel kommen hinzu.

„Gut ausgebildete und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mehr Selbstvertrauen und Freude bei der Arbeit. Dies trägt zum langfristigen Praxiserfolg bei“, betont DGI-Fortbildungsreferent Dr. Christian Hammächer, Aachen.

Barbara Ritzert

Foto: iStock / Antonio Guillem

 

 

 


(Stand: 27.02.2019)

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