„Das ernste Leben mit möglichst viel Leichtigkeit meistern“

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Im Portrait: Dr. Christian Hammächer, der neue Fortbildungsreferent

„Ein Maler mit gutem Einkommen“ – so lautet die Antwort von Dr. Christian Hammächer auf die Frage im berühmten Fragebogen von Marcel Proust, „wer oder was er hätte sein mögen“. Er ist aber dann doch lieber Zahnarzt geworden. Schließlich sind in diesem Beruf die Aussichten auf ein auskömmliches Einkommen deutlich besser als in der Kunst – und wo sonst kann man in der Heilkunst ästhetische Vorstellungen sowie das Gespür für Farbe und Form besser einbringen als in der Zahnmedizin? Das Malen und ein Faible für Kunst sind aber Hobbys geblieben, neben Sportarten wie Laufen und Schwimmen – und dem Telefonieren.

Letzteres gab es für den frischgebackenen Fortbildungsreferenten der DGI in den letzten Wochen und Monaten in ziemlich hohen Dosierungen. Darum lautet seine Antwort auf die Proust-Frage nach der „gegenwärtigen Geistesverfassung“ auch nicht überraschend: „Gut gelaunt und leicht erschöpft“.

Eine arbeitsintensive Aufgabe. Das Amt des Fortbildungsreferenten in der DGI ist in der Tat eine sehr große und arbeitsintensive Aufgabe. Dr. Hammächer wusste jedoch, auf was er sich da eingelassen hat. Schließlich ist er unter seinem Lehrer Professor Hubertus Spiekermann an der Klinik für zahnärztliche Prothetik der RWTH in Aachen „quasi in der DGI aufgewachsen“, wie er sagt. Er erinnert sich noch immer gut an die Erzählungen seines Chefs, der berichtete, wie der Gründungsvertrag der DGI ausgehandelt und unterzeichnet wurde. Darum war auch Dr. Hammächer von Beginn an in der DGI aktiv – sowohl während seiner zehn Jahre in der Klinik – zuletzt als Oberarzt – als auch danach in seiner eigenen Praxis in Aachen. Dort ist Dr. Hammächer inzwischen ebenfalls seit zehn Jahren mit seinem Kollegen Prof. Jamal Stein niedergelassen. Hinzu kommt noch ein Lehrauftrag an der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik im Klinikum Aachen.

Dr. Hammächer verfügt darüber hinaus über eine lange Erfahrung als Dozent im Curriculum und im Continuum der DGI – und er leitet einen regionalen Qualitätszirkel der Gesellschaft. Ebenso hat er sich als Mentor zur Verfügung gestellt, um junge Kolleginnen und Kollegen, die gerade das Curriculum der DGI absolvieren, auf ihrem Weg zu unterstützen und bis zur Zertifizierung zu begleiten. Da hilft es schon außerordentlich, wenn das Telefonieren nicht als lästige Pflicht empfunden wird.

Aufrichtigkeit und Humor. Die Aussage von Dr. Hammächer im ersten Fortbildungs-Newsletter im jungen Jahr 2019, dass er sich auf den Austausch mit den Mitgliedern freut, verknüpft mit der Aufforderung, ihm zu schreiben, stieß auf große Resonanz. Dieser Austausch, so sagt er, lieferte wichtige Impulse, wie die Fortbildung der DGI weiterentwickelt werden sollte. Es gibt auf der Landkarte der Bundesrepublik beispielsweise noch immer „weiße Flecken“, in denen es bislang nur wenig Angebote für fortbildungswillige Zahnärztinnen und Zahnärzte gibt. „Dort müssen wir aktiver werden“, sagt Dr. Hammächer.

Beeindruckt war der neue Fortbildungsreferent auch vom großen Interesse vieler – vor allem junger – Mitglieder, die in der DGI aktiv sein wollen. Ihnen will er auch in der Zukunft genau zuhören: „Wir brauchen ein offenes Ohr für Kolleginnen und Kollegen, die in der DGI mitmachen wollen.“ Es fallen im Gespräch Begriffe wie „Austausch auf Augenhöhe“ und „Nahbarkeit“. Das ist ebenfalls nicht verwunderlich, schließlich sind „Menschen mit großem sozialem Engagement – beruflich oder privat“ im Proustschen Fragebogen seine „Helden in der Wirklichkeit“, und Eigenschaften wie Zuverlässigkeit und Großzügigkeit, Aufrichtigkeit und Humor sind die Lieblingstugenden des dreifachen Vaters.

Kreativität und Ungeduld. Die eher glückliche Verbindung aus Kreativität und Ungeduld – Ersteres laut eigener Aussage „der Hauptcharakterzug“ von Dr. Hammächer, das zweite „sein größter Fehler“ – kann der Fortbildungsreferent in seinem Amt gut gebrauchen. Das Überangebot an Fortbildung ist ihm sehr bewusst, ebenso der wachsende Anteil digitaler Angebote. Natürlich setzt auch er weiterhin auf eine hochwertige Fortbildung auf der Basis von Praxis und Wissenschaft – schließlich ist dies der Markenkern der DGI. Entsprechend wird am Curriculum und an der e.Academy, dem E-Learning-Programm der DGI, weiterhin kontinuierlich gearbeitet. Doch Dr. Hammächer sieht ebenso die Herausforderung, „dass man trotz der wachsenden Bedeutung digitaler Konzepte auch die klassischen analogen Fortbildungsangebote schärfen und weiterentwickeln muss“. Entscheidend sei die richtige Mischung aus analog und digital. Die Aussicht auf viel und auch anstrengende Arbeit im neuen Amt schreckt ihn nicht, er wird es angehen – getreu seinem Motto: „Das ernste Leben mit möglichst viel Leichtigkeit meistern.“

Ein „social animal“. Was ihn sehr beruhigt angesichts der Herausforderungen: „Ich habe ein hoch professionelles Team an meiner Seite“, sagt er zufrieden. Das Fortbildungsteam, angeführt von Dr. Norbert Grosse, die Mitarbeiterinnen bei der youvivo GmbH und Geschäftsführer Holger Vogelmann sowie Daniela Winke von der Mitgliederbetreuung hätten ihn binnen kurzer Zeit überzeugt mit Engagement und Wissen. „Ich erlebe, dass das Team in allen Bereichen mit vereinten Kräften Dinge vorantreibt“, sagt Dr. Hammächer zufrieden, dessen Lieblingsfarbe Orange, dessen Lieblingsblume die Pfingstrose und dessen Lieblingsvogel – was Wunder – der Wellensittich ist: Dieser Vogel ist ein Gruppentier mit einem ausgeprägten Sozialverhalten.

Barbara Ritzert

Foto: David Knipping

 

 

 


(Stand: 27.02.2019)

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