Sedierung und Notfallmanagement

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Das neue, sehr erfolgreiche Kursangebot der DGI-Fortbildung zum Thema i. v. Sedierung wird in diesem Jahr erweitert. Zu einem Basiskurs kommt ein Aufbaukurs hinzu.

In der Zahnmedizin stehen verschiedene Sedationsverfahren zur Verfügung. Sie können von qualifizierten Zahnärztinnen und Zahnärzten in Kombination mit der Lokalanästhesie eingesetzt werden, um Patienten gegen Schmerzen, Stress und Angst abzuschirmen. Die intravenöse Sedierung gehört dazu. Diese Form der Sedierung über die Vene lässt sich, anders als mit oralen Sedativa, sehr gut titrieren und den Bedürfnissen des Patienten anpassen. Die sichere Beherrschung des Verfahrens inklusive möglicher Notfälle erfordert jedoch eine gute Ausbildung.

Darum nahm die DGI in ihr Fortbildungsportfolio Ende vergangenen Jahres einen Kurs auf, der das erforderliche Wissen und die nötigen Fertigkeiten kompetent vermittelt. Unter dem Titel „Sedierung und Notfallmanagement in der implantologischen Praxis“ ging dieser Kurs an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main im November an den Start. Das Team der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie veranstaltet ihn in Kooperation mit dem Frankfurter Interdisziplinären Simulationstraining (FIneST) der Universitätsklinik, das es erlaubt, invasive Methoden und lebensrettende Maßnahmen an Simulationspuppen zu trainieren.

Nachdem der erste Kurs binnen kürzester Zeit ausgebucht war und die Warteliste wuchs, wurden neue Termine anberaumt.

Das Fortbildungsteam bemerkte allerdings schon beim ersten Kurs, dass das Interesse der Teilnehmer an den Übungen so groß war, dass es extrem schwierig war, das Programm des Kurses in der zur Verfügung stehenden Zeit zu absolvieren.

Hinzu kamen neue Empfehlungen der Bundeszahnärztekammer zur Sedierung in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, die Anforderungen an einen Rahmenlehrplan sowie an die apparative und bauliche Ausstattung von Praxen formulierten. Darin werden beispielsweise 20 Stunden Präsenzkurs mit Hands-on-Übungen für die Erlernung der moderaten i. v. Sedierung empfohlen.

„Zwar haben diese Empfehlungen keinen verbindlichen Charakter“, betont Dr. Obreja, „aber wir haben dieses Papier zum Anlass genommen, unser Fortbildungsangebot zu erweitern.“ Das Team des Fortbildungskurses hat das Konzept erweitert – wobei vor allem die Wünsche der Teilnehmer berücksichtigt wurden.

Darum besteht das Angebot inzwischen aus einem – auch alleine buchbaren – Basiskurs, in dem die theoretischen Grundlagen der Sedierung vermittelt werden: Physiologie und Pharmakologie, Risikoeinschätzung, Auswahl und Aufklärung von Patienten, die intraoperative Steuerung der Sedierung sowie das Notfallmanagement. Im Hands-on-Teil wird das Legen eines intravenösen Zugangs geübt.

In einem optional buchbaren Aufbaukurs können die Teilnehmer ihr erworbenes Wissen vertiefen und die Beherrschung des Notfalls im Hands-on-Teil üben. Wie die Dosierung individuell angepasst wird, etwa bei Jugendlichen oder Risikopatienten, wird in diesem Aufbaukurs anhand von Fallbeispielen verdeutlicht. „Dies war ein expliziter Wunsch der Teilnehmer“, sagt Dr. Obreja. Schließlich ist die Titration der Sedierung nicht einfach. Bei älteren Risikopatienten können schon normale Dosen des Sedativums eine Atemdepression verursachen. Wie die Sedierung in den OP-Ablauf eingebunden ist und konkret abläuft, erleben die Teilnehmer bei einem Live-Eingriff mit Vorbereitung und Sedierung eines Patienten.

Der zweite Schwerpunkt in diesem Aufbaukurs ist das Thema Notfallmanagement. Er gibt beispielsweise Empfehlungen für die Ausrüstung der Praxis. „Auch da haben wir festgestellt, dass die Ausstattung in den Praxen sehr unterschiedlich ist. Es müssen jedoch sowohl während der Sedierung als auch in der Aufwachphase die Vitalfunktionen des Patienten fortwährend überwacht werden. „Darum wurden unsere Empfehlungen diesbezüglich von den Teilnehmern als hilfreich angesehen“, sagt die Zahnärztin.

Besonders wichtig ist, dass im Hands-on-Teil dieses Kurses lebensrettende Sofortmaßnahmen im Simulationstraining geübt werden. Das theoretische Wissen über die kardio-pulmonale Reanimation oder respiratorische Notfälle ist eine Sache – die entscheidenden Maßnahmen zu üben ist entscheidend wichtig, um sie zu beherrschen.

„Die Orientierung an den Empfehlungen der Bundeszahnärztekammer dürfte den Kolleginnen und Kollegen auch mehr juristische Sicherheit geben, wenn es zu einem Notfall kommt. Darum empfehlen wir allen Teilnehmenden auch den Aufbaukurs – und die meisten melden sich sofort am Ende des Basiskurses auch schon an“ sagt Dr. Obreja.

Barbara Ritzert

Foto: Bernd Bostelmann

 

 

 


(Stand: 27.02.2019)

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