Ästhetik und Funktion

Absolutes MUSS auch für die Implantologie

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Eine moderne und hochwertige Implantologie setzt eine angemessene Berücksichtigung von Ästhetik und Funktion voraus. Jede implantologische Versorgung zum Ersatz eines oder mehrerer verloren gegangener Zähne basiert auf einer funktionellen Rekonstruktion, gleichzeitig hat sie aber gerade im Frontzahnbereich eine hohe ästhetische Bedeutung für den Patienten. Die Spannbreite der Ansprüche ist dabei sehr groß: Während die Gestaltung der Okklusalfläche aus funktionellen Gründen erfolgt, beruhen die Kronenform der Suprakonstruktion und ihre Farbe auf der Harmonie zu den Nachbarzähnen. Gestaltung und Ausprägung des periimplantären Knochens und der Weichgewebe besitzen eine Bedeutung für die Langzeitstabilität einer implantatprothetischen Versorgung. Für Patienten ist das Ergebnis der sog. roten Ästhetik ebenso wichtig. Da die Materialauswahl eine entscheidende Rolle für das ästhetische Outcome spielt – sowohl beim prothetischen Zahn­ersatz als auch bei der Augmentation oder Regeneration der periimplantären Hart- und Weichgewebe –, kann dadurch wesentlich die Höhe der Behandlungskosten beeinflusst werden.

Dieser untrennbare Zusammenhang von oraler Ästhetik und Funktion ist letztlich ein Segen für die Zahnmedizin: Macht er doch, anders als in der Medizin, das Ergebnis einer zahnärztlichen Behandlung skalierbar. Der Patient kann und soll über die (ästhetische) Qualität seiner (funktionellen) Behandlung mitentscheiden und somit mitbezahlen. Die Diskussion „Klebebrücke versus implantatprothetische Versorgung“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Damit eröffnet die Ästhetik den sog. zweiten Gesundheitsmarkt und ermöglicht erst vielen Praxen vernünftige ökonomische Arbeitsbedingungen.

Die Ästhetische Zahnmedizin grenzt sich dabei ganz klar von der Kosmetischen Zahnmedizin ab. Für die Ästhetische Zahnmedizin ist der „Verschönerungsaspekt“ weder Auslöser der Behandlung noch vordergründiges Ziel. Sie ist vielmehr zwingende Folge einer Zahnmedizin, die das Kausystem nach dem Vorbild und den Gesetzmäßigkeiten der Natur wiederherstellt. Form folgt Funktion, und nicht umgekehrt. Ziel ist das Erreichen eines harmonischen Ganzen und damit einer umfassenden Mundgesundheit. Um dieses Konzept voranzutreiben, wurde die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin (DGÄZ) vor 20 Jahren gegründet. Ihr Ziel ist es, die Bedeutung von zahnmedizinischer Ästhetik und Funktion auch aus begleitendem ethischen und ökonomischen Blickwinkel wissenschaftlich zu betrachten und weiterzuentwickeln. Die DGÄZ will Sprachrohr einer modernen funktionsorientierten Zahnmedizin sein, die der Individualität und den ästhetischen Ansprüchen der Patienten gerecht werden will. Damit zeichnet die DGÄZ auch wesentlich für die Implantologie mitverantwortlich und deshalb ist die Kooperations­vereinbarung zwischen DGI und DGÄZ seit 2018 von so herausragender Bedeutung.

Mit dieser Ausgabe der ZZI wollen wir diesem Anspruch gerecht werden und Ihnen Aktuelles aus implantologischer Chirurgie und Prothetik unter klinischen und wissenschaftlichen Aspekten präsentieren.


(Stand: 04.03.2020)

Die beiden Ausgaben der Kongresszeitung SPECTATOR CONGRESS zur DGI-Jahrestagung 2019 bietet einen umfassenden Ausblick auf das Implantologie-Event in Hamburg.

1. Ausgabe (September 2019)
2. Ausgabe (November 2019)

Aktuelle Ausgabe 1/2020

Im Fokus

  • Periimplantäres Weichgewebe
  • Implantate bei Behandlung mit Knochenantiresorptiva
  • Forcierte Extrusion bei Längsfraktur

FORTBILDUNGSANGEBOTE DGI

Die DGI bietet ein umfassendes und überregionales Fortbildungsangebot an. 

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