Lehre auf Augenhöhe

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Schlüsselwörter: Klinik Lehre Methodik Praxis Wissenschaftskommunikation

 

Betrachtet man die Welt der Zahnmedizin noch vor einigen Jahren, so gab es die Hochschulen auf der einen Seite und die oft als „freie Praxis“ bezeichnete andere Seite. In der Hochschule – der Ort der Wissen­schaft und Lehre – wurde, hermetisch abgeschirmt von der Welt draußen, die Zahnmedizin wissen­schaftlich definiert. In der Lehre gab es strenge, schulmeisterliche Vorstellungen, wie das handwerkliche Tun durchzuführen ist. Jede Universität hatte ihre besondere „Schule“, kritische Nachfragen waren nicht immer erwünscht. Uns fällt sofort das Bild vom Elfenbeinturm ein. Nach dem Staatsexamen Zahnmedizin erklärten uns erfahrene, niedergelassene Zahnärzte: „Wenn Ihr dann in die Praxis kommt, zeigen wir Euch wie man es richtig macht.“ Nur in der Praxis, so die oft zitierte Meinung, werde die „richtige“ Zahnmedizin betrieben. Wie gut, dass sich dies (zumindest ein wenig) geändert hat; moderne Studierende stellen kritische Fragen und moderne Lehrende lassen einen Diskurs zu. An der Evidenz muss sich heute der Lehrende, wie auch der „Praktiker“ messen lassen.

Die Zukunft wird diese vermeintliche Trennung weiter in Frage stellen. Betrachtet man den erfolgreichen Einsatz moderner sozialer Medien, gerade durch junge KollegInnen aus der Praxis, so wird klar, dass Wissenschaftskommunikation zukünftig nicht nur aus der Klinik heraus betrieben wird. Moderne Lebensläufe erfolgreicher ZahnmedizinerInnen kennen immer weniger ein „entweder oder“. Vielmehr findet mit den handelnden Personen eine Vernetzung zum Beispiel durch Lehrende aus der Praxis, analog dem Beispiel der Allgemeinmedizin statt. Die neue Approbationsordnung Zahnmedizin wird dies im Rahmen der Famulaturen und Lehrpraxen noch mehr befördern.

Die DGI hat diese Dialektik zwischen Praxis und Hochschule schon sehr früh aufgenommen und lebt genau von der Energie der niedergelassenen Kollegen im Austausch mit einer wissenschaftlichen Implantologie. Kaum einer anderen Fachgesellschaft in Deutschland ist dieser Brückenschlag wirklich schlüssig gelungen. Die DGI-Jahrestagung ist der Ort, an dem sich nicht nur die DGI-Familie trifft, sondern auch der Abgleich zwischen den täglichen Problemen in der Praxis und der Weiterentwicklung der Evidenz stattfindet. Die wissenschaftliche Stärke unserer Fachgesellschaft flankiert und beschützt die Arbeit der KollegInnen am Patienten. Nicht nur die DGI-Leitlinien sind ein gutes Beispiel für diese Zusammen­arbeit zwischen Wissenschaft und Praxis. In gemeinsamen Konsenssitzungen kommen Hochschullehrer und erfahrene Kliniker zur Erstellung dieser Leitlinien zusammen. Auch das Fortbildungsprogramm unserer Fachgesellschaft wird von erfahrenen KollegInnen aus der Praxis aber auch aus der Klinik getragen. So ist auch die Zeitschrift für Zahnärztliche Implantologie ein schönes Beispiel für die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen engagierten KollegInnen aus Klinik und Praxis. Wir hoffen, Ihnen macht dieses Konzept praxisnaher, aber dennoch wissenschaftlich fundierter Informationen genauso viel Spaß wie uns.

Es ist uns daher von der ZZI ein Anliegen Artikel aus der Praxis zu veröffentlichen. Hiermit möchten wir Sie einladen Bewährtes, spannende Fälle und innovative Methodiken mit uns zu teilen.


(Stand: 02.03.2021)

DGI Nachrichten aktuell

In Memoriam an Karl-Ludwig Ackermann. Ein Nachruf von Prof. Dr. Günter Dhom und Gedenken an einen ganz „Großen“ der Zahnmedizin. 

zum Nachruf an Dr. Ackermann

Aktuelle Ausgabe 1/2021

Im Fokus

  • S3-Leitlinie dentoalveoläre Eingriffe und Antiresorptiva
  • Hart- und Weichgewebsaugmentation mit der Umbrellatechnik
  • Präventiver Ansatz mit der Socket-Shield-Technik

FORTBILDUNGSANGEBOTE DGI

Die DGI bietet ein umfassendes und überregionales Fortbildungsangebot an. 

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