Rehabilitation nach Frontzahntrauma

DOI: 10.3238/ZZI.2022.0030–0036

Versorgung einer Oberkieferfront nach einem Pferdetritt

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Schlüsselwörter: Emergenzprofil Frontzahnimplantat Implantat Socket-Seal-Technik Weichgewebsmanagement dentales Trauma

Zusammenfassung: Bei einem Frontzahntrauma können sehr schwere Verletzungen der Zahnhartsubstanzen und der umliegenden Weichgewebe auftreten. Die notwendigen Basics und Materialien zur Erstversorgung eines dentalen Traumas sollten jedem Behandler bekannt sein und zur Verfügung stehen, um schnell eine korrekte Therapie einleiten zu können. Die Behandlung eines Frontzahntraumas in Folge eines Pferdetritts mit unterschiedlichen Verletzungsmustern wird im vorliegenden Fall beschrieben. Die Therapie gestaltete sich vielfältig und umfasste die Schneidekantenaufbauten mithilfe der Adhäsivtechnik, die Versorgung eines infolge des Traumas endodontisch behandelten Zahns mit einer Krone sowie die Versorgung des nicht erhaltungswürdigen Eckzahns durch ein Implantat. Das Management der Hart- und Weichgewebe um das Implantat sowie ein Langzeitprovisorium zur Ausformung des Emergenzprofils waren im vorliegenden Fall von entscheidender Bedeutung, um ein ästhetisches Ergebnis zu erzielen. Auf all diese Aspekte wird im folgenden Bericht eingegangen und mögliche Behandlungsalternativen werden diskutiert.

Schlüsselwörter: Frontzahnimplantat; dentales Trauma; Socket-Seal-Technik; Implantat; Weichgewebsmanagement; Emergenzprofil

Zitierweise: Koch A, Holzner A-L: Rehabilitation nach Frontzahntrauma. Z Zahnärztl Implantol 2022; 38: 30–36

DOI.org/10.3238/ZZI.2022.0030–0036

Einleitung

Die Prävalenz eines Frontzahntraumas liegt verteilt über alle Altersgruppen zwischen 25–30 % und stellt somit keine seltene Verletzung der Zähne im Praxisalltag dar [4]. Die korrekte Erstversorgung eines Frontzahntraumas ist von entscheidender Bedeutung für den langfristigen Zahnerhalt. Wird hier zu spät oder falsch gehandelt, können Pulpanekrosen oder Resorptionen auftreten, die – zu spät erkannt – häufig den Verlust des Zahns zur Folge haben [15]. Vor allem bei einer Avulsion ist der richtige Umgang mit dem Zahn entscheidend für dessen Prognose. Der korrekte Zeitpunkt für die Einleitung einer Wurzelkanalbehandlung kann das Risiko von Resorptionen deutlich reduzieren und stellt hier einen zentralen Faktor für die Überlebensrate von traumatisierten Zähnen dar [13].

Dentale Traumata können in Zahnhartsubstanzverletzungen und Dislokationsverletzungen unterteilt werden und unterscheiden sich in ihrer Erst- und Folgetherapie [1]. Die International Association of Dental Traumatology (IADT) hat hierzu Richtlinien publiziert, die dem Praktiker als Leitfaden dienen sollen [6, 9, 11, 14]. Im folgenden Fallbericht wird die Versorgung einer Oberkieferfront beschrieben und aufgezeigt, wie man die Prognose der traumatisierten Zähne zur Entscheidungsfindung nutzen kann.

Fallbericht

Die 39-jährige Patientin stellte sich am Universitätsklinikum in Erlangen in der Zahnerhaltung und Parodontologie vor, nachdem sie ein Frontzahntrauma regio 13–21, verursacht durch einen Pferdetritt, erlitten hatte. Nach der ausführlichen Befunderhebung und Erstdiagnostik in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie blieb die Patientin zur Überwachung und zum Ausschluss eines schweren Schädel-Hirn-Traumas über Nacht stationär. Dort wurde auch die Notfallbehandlung der Oberkieferfront mittels einer starren Schienung mit Komposit vorgenommen (Abb. 1).

Eine weitere Untersuchung am nächsten Tag ergab Schmelz-Dentin-Frakturen ohne Pulpabeteiligung an den Zähnen 11 und 21, eine Kronenfraktur ohne Pulpabeteiligung am Zahn 12 sowie eine tiefe Kronen-Wurzelfraktur am Zahn 13. Der Alveolarfortsatz wies keinerlei Frakturen auf und die Weichgewebe der Lippen zeigten Quetschungen sowie grobe Verletzungen, die schon am Unfallabend mit Nähten versorgt worden waren.

Als Ersttherapie der traumatisierten Zähne erfolgte die adhäsive Abdeckung der Dentinwunden an den Zähnen 12, 11 und 21. Die Zähne reagierten zu diesem Zeitpunkt positiv auf einen thermischen Sensibilitätstest. An Zahn 13 wurde Ledermix auf den durch die Querfraktur eröffneten Wurzelkanal eingebracht und die Wurzeloberfläche mit Glasionomerzement abgedeckt, um endodontische Schmerzen zu vermeiden und eine definitive Planung auf einen späteren Zeitpunkt zu vertagen. Die starre Verblockung der Zähne 12–21 wurde entfernt und durch eine flexible Schienung ersetzt (Abb. 2).

Als sich die Patientin nach 2 Wochen zur Nachkontrolle vorstellte, wurde der weitere Therapieplan besprochen. Die Patientin war zu diesem Zeitpunkt weitestgehend beschwerdefrei. Jedoch reagierten die Zähne 12 und 11 nicht mehr positiv auf den Sensibilitätstest und waren darüber hinaus stark klopfempfindlich. Eine apikale Druckdolenz lag nicht vor. Nach ausführlicher Aufklärung wurde eine Wurzelkanalbehandlung an den Zähnen 12 und 11 begonnen, zunächst erfolgte eine medikamentöse Einlage mit einem calciumhydroxidhaltigen Präparat. Die Schienung wurde entfernt. Der weitere Behandlungsplan umfasste den adhäsiven Kompositaufbau der beiden mittleren Schneidezähne sowie die definitive Wurzelkanalfüllung der Zähne 12 und 11 mit anschließender Kronenversorgung des Zahns 12. Für Zahn 13 wurde die Extraktion mit anschließender Implantation geplant.

Prognose der traumatisierten Zähne

In der dentalen Traumatologie wird zwischen Zahnhartsubstanzverletzungen und Dislokationsverletzungen unterschieden. Je nach Schweregrad des Traumas gibt es unterschiedliche Versorgungsempfehlungen und Prognosen des Zahns. Um sich hier ein besseres Bild machen und um die Prognose der traumatisierten Zähne besser einschätzen zu können, kann besonders auch bei komplexen Fällen das ZEPAG-Schema zuhilfe gezogen werden: Dieses ermöglicht am Unfalltag und im Rahmen der weiteren Nachsorge eine realistische und strukturierte Einschätzung der Verletzungen der unterschiedlichen beteiligten Gewebe.

Mittels der Formel von Filippi et al. kann eine grobe Prognose für den weiteren Heilungsprozess und Zahnerhalt gegeben werden [10]. Neben der Zahnhartsubstanzschädigung wird auch der posttraumatische Zustand des Endodonts, Parodonts, des Alveolarknochens und der Gingiva beurteilt. Jedes Gewebe wird zwischen 0 (starke Schädigung) und 5 (schwache Schädigung) bewertet und im Anschluss der niedrigste Wert mit der Summe der restlichen Werte multipliziert (Tab. 1, vorherige Seite). Der maximal mögliche Wert ist 100. Ab einem Wert von 57 und höher zum Zeitpunkt der Erstversorgung ist eine erfolgreiche Traumatherapie als wahrscheinlich anzunehmen. Werte von 30 und weniger (Zahn 13) lassen auf eine schlechte langfristige Prognose schließen (z.B. bei schweren Dislokationsverletzungen) (siehe Tab. 1).

Zahn 13

Diagnose

Kronen-Wurzel-Fraktur mit Pulpa-Beteiligung

Z

Zahnhartsubstanz

Fraktur der Wurzel

0

E

Endodont

breite Pulpaeröffnung

3

P

Parodont

geringe Lockerung

4

A

Alveolarknochen

marginale Quetschung

4

G

Gingiva

Ruptur der Papillen

3

(geringster Wert) x (Summe der Restwerte)

0x(3 4 4 3)

0

Tab. 1: Die ZEPAG-Bewertung des Zahns 13 liegt bei 0. Bei einen Wert von 0–30 ist die langfristige Prognose des traumatisierten Zahns als sehr schlecht einzustufen.

Kompositaufbau der Zähne 11 und 21

Für den Schneidekantenaufbau der beiden mittleren Frontzähne wurden im Labor auf Basis eines Gipsmodells ein Wax-up sowie ein palatinaler Silikonwall angefertigt, der als Formgeber angewendet wurde. Die adhäsive Abdeckung der Zähne wurde reduziert, die Schmelzflächen vestibulär angeschrägt und die Zähne mittels Schmelz-Ätz-Technik und einem Bonding System vorbehandelt. Der Aufbau erfolgte in Mehrschichttechnik unter Verwendung von separaten Schmelz- und Dentinmassen, um eine bessere Farbanpassung zu erzielen. Obwohl die Farbe der Kantenaufbauten nicht perfekt getroffen wurde, war die Patientin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und wollte keine weitere Farbanpassung durchführen lassen.

Endodontische Behandlung der Zähne 12 und 11

In der ersten Sitzung erfolgte die reziproke Aufbereitung der Wurzelkanäle sowie die Applikation eines calciumhydroxidhaltigen Medikaments. Nachdem keine weiteren Beschwerden aufgetreten waren, wurde nach weiteren 2 Wochen die Wurzelkanalbehandlung beider Zähne abgeschlossen sowie anZahn 12 ein Glasfaserstift adhäsiv zementiert und der Zahn 12 für eine Krone präpariert. Als Übergangslösung wurde hier die Versorgung mit einem chairside-gefertigten Provisorium mit einem distalen Anhänger zum Ersatz des Zahns 13 gewählt (Abb. 3).

Extraktion und Socket Seal regio 13

Das Orthopantomogramm zeigt die Situation nach Abschluss der Vortherapie (Abb. 4). Der Zahnerhalt war aufgrund der sehr tiefen palatinalen Fraktur nicht möglich und so erfolgte die schonende Extraktion und Abdeckung der Alveole mittels der modifizierten Socket-Seal Technik nach Stimmelmayr (Abb. 5). Dabei kommt ein kombiniertes epithelialisiert-subepitheliales Bindegewebs-transplantat aus dem Gaumen zum Einsatz [22].

Wie bei der klassischen Socket-Seal-Technik wird ein dem Durchmesser der Alveole entsprechendes epithelialisiertes Bindegewebstransplanat entnommen. Zusätzlich wird zur weichgewebigen Augmentation der bukkalen Region der Alveole ein subepitheliales, mit dem Punch in Verbindung stehendes Transplantat entnommen. Auf diese Weise kann die Alveole mit einem Punch verschlossen und zeitgleich bukkal augmentiert werden. Der Nahtverschluss erfolgte mit 6–0 monofilem Nahtmaterial. Das Provisorium wurde mit leichtem Druck auf die Gingiva eingesetzt und eine Verbandsplatte eingegliedert.

Implantation regio 13

Die Abheilphase nach der Extraktion betrug 3 Monate. Bei Darstellung des Implantatlagers zeigte sich eine gute knöcherne Ausheilung der Alveole mit nur geringem bukkalem Knochenverlust. Die Aufbereitung erfolgte ohne Wasserkühlung mit sehr niedriger Umdrehungszahl, um den Knochen der Bohrung für eine vestibuläre Augmentation zu sammeln. Die Position wurde anhand der Nachbarzähne ermittelt und das Implantat 3 mm weiter krestal des späteren geplanten Gingivaverlaufs gesetzt (Abb. 6). Der gesammelte Eigenknochen wurde bukkal augmentiert, um die Alveolarkammkontur wiederherzustellen. Nach Abdeckung mit einer Membran porcinem Ursprungs erfolgte ein dichter Wundverschluss mit einer 5–0 Naht (Abb. 7).

Provisorische Phase

Zur Freilegung des Implantats kam nach einer 4-monatigen Einheilphase die Rolllappen-Technik zur Anwendung. Die bukkale Verlagerung des koronal liegenden Bindegewebes führte nochmals zu einer Verbreiterung der vestibulären Kontur (Abb. 8). In derselben Sitzung erfolgte die Abformung des Implantats zur Herstellung eines laborgefertigten Langzeitprovisoriums. Am darauffolgenden Tag wurde das Provisorium mit einem gering ausgeprägten Emergenzprofil und sehr moderatem Druck auf das periimplantäre Weichgewebe einsetzt (Abb. 9).

Emergenzprofil und definitive Versorgung

Die langzeitprovisorische Phase erstreckte sich über insgesamt 4 Monate. Die Patientin stellte sich monatlich zur Kontrolle vor. Bei jedem Termin wurde das Provisorium entfernt und das Emergenzprofil mit Flow angepasst, bis das gewünschte Ergebnis erreicht war (Abb. 10, 11).

Für ein optimales ästhetisches Ergebnis ist die approximale Papille sehr entscheidend. Aus diesem Grund ist der Abstand des Kontaktpunktes zum krestalen Knochenlevel wichtig und sollte bei der Formgebung des Provisoriums Beachtung finden (Abb. 12). Um das erarbeitete Emergenzprofil auch dem Techniker zur Herstellung der definitiven Krone zu übertragen, empfiehlt es sich, für die Abformung einen individuellen Abformpfosten herzustellen. Hierfür wird das Langzeitprovisorium auf ein Laboranalog aufgeschraubt und mit Silikon bis zum Äquator des Zahns umspritzt.

Anschließend kann das Provisorium entfernt, ein Abformpfosten aufgeschraubt und mit dünnfließendem Kunststoff umspritzt werden. Der so individualisierte Abformpfosten kann im Mund bei der Abformung verwendet werden und überträgt das Emergenzprofil in das Modell des Technikers (Abb. 13).

Dieser Schritt ist bei der Abformung sehr entscheidend, da es aufgrund der zirkulären Anordnung der Kollagenfibrillen um das Implantat nach der Entfernung des Provisoriums sofort zu einem Zusammenfall des Weichgewebes kommt und somit eine korrekte Übertragung auf einem anderen Weg nur sehr schwer möglich ist.

Für die definitive Versorgung des Zahns 13 wurde ein individuelles Abutment aus Zirkon auf einer Titanklebebasis eingegliedert und zwei monolithische (vestibulär verblendete) Kronen an 13 und 12 adhäsiv zementiert (Abb. 14). Die okklusale Ansicht zeigt einen harmonischen Verlauf der vestibulären Kontur (Abb. 15) und im Abschlussröntgenbild ist eine stabile knöcherne Situation zu erkennen (Abb. 16). Sowohl bei der Abschlusskontrolle als auch bei der 3-Jahres-Kontrolle zeigen sich stabile Weichgewebsverhältnisse und ein harmonisches Gesamtergebnis (Abb. 17). Die Patientin war sehr zufrieden.

Diskussion

Der Austausch der starren Schienung mit Komposit gegen eine flexible Schienung beugt verstärkten Wurzelresorptionen vor und ist als Schienungsart (mit Ausnahme bei Wurzelquerfrakturen oder Alveolarfortsatzfrakturen) zu bevorzugen [5]. Idealerweise sollte hier zur Erstversorgung eines dentalen Traumas bei Dislokationsverletzungen der Titan-Trauma-Splint (TTS) zum Einsatz kommen.

Die Frakturlinie des Zahns 13 verlief nach palatinal 5 mm subkrestal. Alternativ zur Extraktion wurde mit der Patientin die Möglichkeit einer kieferorthopädischen oder chirurgischen Extrusion besprochen. Beide Therapien stellen mögliche Alternativen dar, allerdings besteht nach wie vor aufgrund der traumatischen Krafteinwirkung ein hohes Restrisiko der Wurzelresorption [21], vor allem in Verbindung mit einer zusätzlichen Krafteinwirkung auf das Parodont im Falle einer Extrusion. Aus diesem Grund fiel die Wahl auf die Versorgung mit einem Einzelzahnimplantat.

Die Anwendung der modifizierten Socket-Seal-Technik [22] im Zuge der Extraktion führt zu einem geringeren Verlust der bukkalen Knochenlamelle im Vergleich zur offenen Ausheilung [17]. Das Auffüllen der Alveole mit Knochenersatzmaterialien und die zusätzliche Abdeckung mit einer Membran zeigen in der Literatur keine eindeutigen Vorteile im Vergleich zur alleinigen Socket-Seal-Technik [2, 3, 18]. Sie hätte in diesem Fall aber auch zur Anwendung kommen können. Eine zu dünne Weichgewebsmanschette um das Implantat und eine zu geringe bukkale Gingivadicke führen zu einem erhöhten Knochenabbau innerhalb eines Jahres [16]. Aus diesem Grund ist ein Weichgewebsaufbau bei der Extraktion oder bei der Implantation zur sofortigen Verdickung der Gingiva zu empfehlen.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Sofortimplantation und Sofortversorgung. Die Ergebnisse und die Langzeitstabilität von Sofortimplantationen im ästhetischen Bereich zeigen in der Literatur vergleichbare Ergebnisse, allerdings gehen diese auch immer mit einem höheren Risiko einer bukkalen Rezessionsbildung einher [7, 23]. Da im vorliegenden Fall ein größerer Schaden der knöchernen Strukturen nicht vollständig ausgeschlossen werden konnte, entschied man sich gemeinsam mit der Patientin für einen konventionelleren Ansatz.

Die Herstellung eines Langzeitprovisoriums vor der definitiven Versorgung dient zur Ausformung des Emergenzprofils und Stabilisierung der Weichgewebe und ist vor allem im ästhetischen Bereich ein wichtiger und oft vernachlässigter Schritt [8, 12, 24]. Ohne die provisorische Phase sind der spätere vestibuläre Gingivaverlauf und die Stabilität der approximalen Papille nicht zu gewährleisten.

Eine verschraubte definitive Versorgung sollte im Frontzahnbereich angestrebt werden, um eventuelle Probleme aufgrund der Zementierung zu vermeiden. Falls die Implantatachse zu weit nach bukkal abweicht, kann entweder auf angulierte Schraubkanäle oder auf eine zementierte Lösung zurückgegriffen werden. Hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, ein individuelles Abutment zu verwenden, um eine korrekte Versäuberung nach der Zementierung sicherzustellen. Somit wird das Risiko einer Periimplantitis minimiert [19].

Fazit für den Praktiker

- Die leitlinienkonforme korrekte Erstversorgung eines Frontzahntraumas ist entscheidend für den langfristigen Zahnerhalt.

- Die Implantatposition im Frontzahnbereich ist für ein ästhetisches Ergebnis wichtig. Vor allem die Tiefe der Implantatschulter ist für die passende Unterstützung der Weichgewebe und zum Erhalt approximaler Papillen entscheidend.

- Der Aufbau einer ausreichenden Weichgewebsdicke um das Implantat ist zur Vermeidung von Rezessionen und zur Formung eines Emergenzprofils entscheidend.

- Ein Langzeitprovisorium im Frontzahnbereich kann die Weichgewebe durch die schrittweise Ausformung stabilisieren und den ästhetischen Erfolg der definitiven Versorgung verbessern.

- Ein individueller Abformpfosten sollte zur Übertragung der Weichgewebsstrukturen an den Zahntechniker hergestellt werden.

Interessenkonflikte: Die Autorin Dr. Anna-Louisa Holzner gibt an, dass keinerlei Interessenkonflikte bestehen. Der Autor Dr. Andreas Koch hat keine Interessenkonflikte im Zusammenhang mit dieser Publikation. Außerhalb gibt er folgende mögliche Interessenkonflikte an: Kurse, Vorträge und Webinare für Dentsply Sirona sowie Aktienbesitz der Firma 3M Espe. ■

Dr. Andreas Koch

Zahnarztpraxis Lichtblick,

Zirndorf

dr.koch@zahnarztpraxis-lichtblick.de

 

Dr. Anna-Louisa Holzner

Zahnarztpraxis Lichtblick,

Zirndorf

dr.holzner@zahnarztpraxis-lichtblick.de

Literatur

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(Stand: 01.03.2022)

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