Szintigraphische Verlaufsuntersuchungen bei Auflagerungsosteoplastiken mit simultaner Implantatinsertion*

, , , ,

ZZI 02/1993, 123-9

Szintigraphische Verlaufsuntersuchungen bei Auflagerungsosteoplastiken mit simultaner Implantatinsertion*

Bothe KJ, Berding G, Neukam FW, Gratz KF, Schliephake H

Zusammenfassung:
Zur Verlaufskontrolle bei Auflagerungsosteoplastiken mit simultaner Implantatinsertion wurden Knochenszintigraphien innerhalb von 2 Wochen postoperativ und vor der geplanten Freilegung durchgeführt. Der Mittelwert aller gemessenen Quotienten der Flächenimpulsdichte Kiefer/Kalotte fällt von der ersten Szintigraphie bis zur Untersuchung vor Freilegung signifikant ab. Bei 13 Patienten (7 Unter-, 6 Oberkiefer) erfolgten bis zur Freilegung 3 Szintigraphien. Bei 5 der 7 Unterkieferosteoplastiken ergab sich zwischen der zweiten und dritten Szintigraphie keine wesentliche Änderung des Quotienten mehr, dagegen sank der Quotient bei 3 der 6 Oberkieferosteoplastiken weiter ab. Das Zuwarten konnte also durch den szintigraphischen Verlauf gerechtfertigt werden.

Betrachtet man den individuellen relativen Abfall, gibt es 2 Patientengruppen: steiler Abfall (> 33%) und flacher Abfall (< 33%). Während die Unterkieferosteoplastiken gleich häufig in beiden Gruppen vertreten sind, überwiegt bei den Oberkieferosteoplastiken ein flacher Abfall (13 von 19 Patienten). Aufgrund unserer Beobachtungen kann für den Unterkiefer ein Frei-legungszeitpunkt 3 Monate nach Osteoplastik bestätigt werden. Für den Oberkiefer scheint eine gedeckte Einheilphase von 4-5 Monaten angemessen zu sein.

Eine überproportionale Abnahme der Stoffwechselaktivität über dem Transplantat oder Anteilen des Transplantates kann ein Hinweis auf eine Komplikation sein. Der prognostische Wert der Szintigraphie im Hinblick auf Erkennung und Lokalisation von Komplikationen kann gegebenenfalls durch seitengetrennte ROI-Auswertung und Anwendung von SPECT erhöht werden.



 

Summary:
Within 2 weeks after the insertion of onlay grafts with simultaneous implant placement and before the scheduled abutment connection bone scintigraphic follow-up examinations were carried out. The mean value of all jaw/calotte area pulse density ratios measured shows a significant decline from the first scintiscan to the last one prior to abutment connection. From each of 13 patients (7 mandibles, 6 maxillae) 3 scintiscans were obtained before abutment connection. While in 5 of the 7 mandibular gafts no further major changes in the ratio were observed between the second and the third scintiscan, there was a further reduction in the ratio in 3 out of the 6 maxillary grafts. These findings support the prolonged healing period in the upper jaw.

Regarding the individual relative decline there are 2 patient groups: steep decline (> 33%) and flat decline (< 33%). While both groups are equally represented in the mandibular grafts, the maxillary grafts are dominated by a flat decline (13 out of 19 patients). Based on our observations a healing period of 3 months after onlay grafting in the mandible can be confirmed. In the maxilla a period of 4 to 5 months of covered healing seems to be adequate. An overproportionate decline in metabolic activity in the tissues above the graft may be indicative of a complication, The predictive value of a scintiscan in identifying and localizing complications can be enhanced by separate ROI evaluations and SPECT for each side if required.



(Stand: 01.02.1993)

DGI Nachrichten aktuell

In Memoriam an Karl-Ludwig Ackermann. Ein Nachruf von Prof. Dr. Günter Dhom und Gedenken an einen ganz „Großen“ der Zahnmedizin. 

zum Nachruf an Dr. Ackermann

Aktuelle Ausgabe 2/2022

Im Fokus


FORTBILDUNGSANGEBOTE DGI

Die DGI bietet ein umfassendes und überregionales Fortbildungsangebot an. 

WERDEN SIE AUTOR

Sie haben ein spannendes Thema aus dem Bereich der Implantologie und würden gerne einen Artikel dazu in der ZZI veröffentlichen? Dann nutzen Sie unseren Editorial Manager und reichen Sie ihr Manuskript direkt bei uns ein.

Manuskript einreichen