Morphologie und Morphometrie der Gingivalmanschette belasteter und unbelasteter enossaler Implantate

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ZZI 02/1995, 98-104

Morphologie und Morphometrie der Gingivalmanschette belasteter und unbelasteter enossaler Implantate

Müller N, Pröschel P, Nwaisser S, Heckmann S

Zusammenfassung:
Das Gewebe von 84 Biopsaten aus der Gingivalmanschette enossaler Implantate am Menschen wurde auf den Einfluß allgemeiner (Alter, Geschlecht, Topographie) und zahnärztlicher Faktoren (belastet-unbelastet, Liegedauer, Zahnersatz, Funktion) morphologisch und morphometrisch untersucht. Die Analysen erfolgten mittels des Licht-mikroskopes und eines computergestützten Auswertungssystems unter Verwendung des immunhisto-chemischen Nachweises von Zytokeratinen (Ck), sowie routinemäßiger Färbemethoden. Neben dem Fehlen, bzw. dem Vorliegen bestimmter Zytokera-tinuntergruppen, der Konzentrationsbestimmung epidermaler Zytokeratine über die Lichtabsorption, wurden die Epithelbreite und der Reteleistenform-faktor bestimmt und mit den morphologischen Ergebnissen sowie den Veränderungen am Zytoske-lett unter funktioneller Beanspruchung verglichen und statistisch ausgewertet.

Die Ergebnisse zeigten, daß kein Zusammenhang zwischen Geschlecht, Alter und Topographie der Implantate und den morphologischen und morpho-metrischen Befunden bestand. Parakeratosen, sowie der Anteil der epidermalen Keratine (Ck 1,10,11) waren an der Gingivalmanschette unter Funktion stehender Implantate vermehrt, wobei sich reaktiv ein Stratum granulosum ausbildete und die Faltung stieg. Mit längerer Liegedauer traten diese Anpassungserscheinungen häufiger auf, die Basalzellschicht ex-primierte vermehrt Ck 19 als Reaktion auf den erhöhten Entzündungsgrad. Dagegen sank mit zunehmender Liegedauer der Anteil von Ck 8 und 18, was auf eine Umwandlung vom einfach geschichteten Epithel zu komplexer aufgebauten Strukturen hindeutete.

Die Reaktion der marginalen, periimplantären Region auf den funktionellen Reiz eines Zahnersatzes besteht in einer erhöhten epidermalen Keratinisie-rung, wobei sich das Gewebe im chronischen Entzündungszustand befindet.

 

Summary:
84 biopsies of the gingival tissues around endosse-ous implants in humans were studied morphologically and influences (age, gender, location) and dental parameters (non-load-bearing and load-bearing, time of implantation, type of prosthesis, function). The analyses were carried out using light microscopy and a computer-based analysing system. In addition, immunohistochemical findings of cytokeratins and routine staining methods were used. The absence or presence of certain groups of cytokeratins and the measured concentrations of certain cytokeratins were evaluated through light absorption. Furthermore, the width of the epithelial layers and the rete pegs shape factors were measured and compared with the morphological results as well as with the changes of the cytoskeleton under functional loads and the results were statistically analysed. The results reveal that there is no relation between gender, age, anatomical location of implants and the morphological and morphometrie findings. Around load-bearing implants the tissues showed increased parakeratosis and higher levels of epidermal keratins (Ck 1, 10, 11). Changes in the epithelial structure resulted in the formation of a reactive stratum granulosum and increased folding. These adaptation phenomena increased with time. The basal cell layer formed additional Ck 19 as a reaction to the increased amount of inflammation. On the other hand, the levels of Ck 8 and Ck 18 were reduced. This reflects a transformation of simple epithelial layers into a more complex epithelial structure. The reaction of the marginal periimplant region to a functional stimulus results in an increased epidermal keratinisation with the tissue in a state of chronic inflammation.morphometrically with respect to general


(Stand: 01.02.1995)

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