Standortbestimmung zur implantatgestützten Defektprothetik im Unterkiefer nach Tumorbehandlung

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ZZI 02/2002, 101-7

Standortbestimmung zur implantatgestützten Defektprothetik im Unterkiefer nach Tumorbehandlung

Th. Weischer, Ch. Mohr

Zusammenfassung:
Durch die Nutzung dentaler Implantate als prothetische Halteelemente wurde die Defektprothetik der unteren Mundhöhlenetage revolutioniert. Mehrere retrospektive klinische Studien zeigen inzwischen zufriedenstellende orale Rehabilitationen im Unterkiefer mit implantatgestützten Defektprothesen auch bei den extrem schwierigen anatomischen Verhältnissen nach Tumorbehandlung auf. obwohl der Einfluss vieler Behandlungsparameter auf die implantatprognose in diesem speziellen Klientel noch nicht evidenzbasierend geklärt ist, geben aktuelle Studien eine 7-beziehungsweise 10-Jahres-Implantatverweildauerwahrscheinlichkeit zwischen ca. 70 und über 90% an. Trotz Implantatverluste ist auch mit einer Verweildauerwahrscheinlichkeit der Defektprothesen von mehr als 90% nach 6 bis 10 Jahren zu rechnen. im Vergleich zu Literaturberichten über die Überlebensrate von Zähnen und konventionellen Hybridprothesen scheint diese bei bestrahlten Patienten sogar schlechter zu sein als die Prognose von Implantaten und implantatgestützten Defektprothesen. Voraussetzung für den Behandlungserfolg sind eine sorgfältige Patientenselektion und intensive Mundhygienebetreuung in der Nachsorge. Dentale Implantate stellen für bestrahlte und nicht bestrahlte Tumorpatienten heute keine absolute Kontraindikation dar. Die spezifischen Risiken operativer und defektprothetischer Maßnahmen sowie einer ausbleibenden Nachsorge, insbesondere die Entwicklung einer septischen Osteoradionekrose, bleiben bestehen. Die implantologisch-efektprothetische Behandlung sollte deshalb weiterhin implantologischen Behandlungszentren vorbehalten bleiben.

State of implant supported mandibular prosthesis after oral cancer treatment

Summary:
Maxillofacial prosthetics has been revolutionized by using endosseous implants as prosthetical retaining posts. Meanwhile some retrospective clinical studies have described encouraging oral rehabilitation in the mandible by implant-upported prostheses despite very difficult anatomical conditions after cancer treatment. Although a lot of treatment parameters have not yet been evidence based verified in these patients, actual studies speak of 7- respectively 10-year cumulative implant survival rates between approximately 70 and more than 90%. Despite of implant failures there is a cumulative maxillofacial prostheses survival rate of more than 90% after 6 to 10 years. By comparing the literature the cumulative survival rate of teeth and conventional hybrid prostheses in irradiated patients seem to be lower than the prognosis of implants and implant-supported prostheses. Treatment success requires intensive patient selection and postoperative hygienic controls. Oral cancer patients present no absolute contraindications for the placement of endosseous implants any more. However, the specific risks of surgical and prosthetical interventions in these patients as well as missing recalls, especially the development of a septic osteoradionecrosis, still remain. Surgical and prosthetical implant treatment should be reserved for specialized implant centers.


(Stand: 01.02.2002)

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