Periimplantäre Krankheitserreger: ein Problem der lokalen Zahnfleischtasche oder der gesamten Mundhöhle?

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ZZI 02/2008, 112-118

Periimplantäre Krankheitserreger: ein Problem der lokalen Zahnfleischtasche oder der gesamten Mundhöhle?

Kwon YD, Karbach J, Lee B, Leesungbok R, Wagner W, Al-Nawas B

Zusammenfassung:
Die Anwesenheit von Hefepilzarten wie Candida-Arten in periimplantären Taschen ist angenommen, bisher aber kaum untersucht worden. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, das Erregerspektrum einschließlich Hefen in periimplantären Taschen bei immungeschwächten Patienten zu bestimmen. In die Studie eingeschlossen wurden 21 regelmäßig zur onkologischen Nachsorge vorstellige zahnlose Patienten, bei denen folgende Kriterien erfüllt waren: Implantatgetragener Zahnersatz; Implantate, die seit der Freilegung mindestens sechs Monate in situ waren. Pro Patient wurden je zwei Implantate in einer split-mouth-Versuchsanordnung ausgewählt, um parodontalpathogene Bakterien und Hefepilze zu bestimmen. Klinische Parameter (modifizierter Plaque-Index, Sondierungstiefe, Sondierungsblutung) wurden dokumentiert. Die mikrobiologische Bestimmung der parodontalpathogenen Erreger erfolgte mit Hilfe von DNA-Sonden. Zur Bestimmung von Hefepilzarten wurden klassische mikrobiologische Verfahren angewendet. Die Übereinstimmung zwischen den mikrobiologischen Resultaten der beiden getrennt untersuchten Implantate wurde mittels des Kappa-Wertes bestimmt. Bei zwölf Patienten (57 %) wurden Hefepilze gefunden, parodontalpathogene Bakterienarten bei sieben Patienten (33 %). In der Periimplantitis-Gruppe betrug die Prävalenz von Hefepilzen 50 % (9/18), die der parodontalpathogenen Bakterien 33 % (5/15). In der gesunden Gruppe waren bei 33 % (9/27) Hefepilze nachweisbar, in 22 % der Fälle (6/27) parodontalpathogene Bakterien. Allerdings war keines dieser Ergebnisse statistisch signifikant (c2, p > 0.05). Intraindividuell ergab sich für das Vorhandensein parodontalpathogener Bakterien ein hoher Grad der Übereinstimmung (p = 0.004), für Hefepilze wurde jedoch eine Diskrepanz festgestellt (p > 0.05).

Auf Grund der geringen Anzahl der in dieser Studie untersuchten Patienten sollten Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen nur mit Zurückhaltung abgeleitet werden. Während die Besiedlung mit Hefepilzen eher als lokales Phänomen erscheint, könne es sich beim Auftreten von parodontalpathogenen Bakterien um ein allgemeines Problem der gesamten Mundhöhle handeln.



Peri-implant pathogens: a problem of the local pocket or the whole oral cavity?

Summary:
The presence of yeast species such as Candida sp. in peri-implant pockets has been suggested but rarely investigated. The aim of this study was to evaluate the distribution status of peri-implant pathogens including yeasts in periimplant pockets in compromised patients.

21 edentulous patients who were seen regularly during oncologic recall were included using the following criteria: implant-supported prosthetics, implants which had been in situ for a minimum of six months from uncovering. Two implants per patient were selected for the detection of periodontal pathogenic microbiota and yeast on a split mouth basis. Clinical parameters (modified Plaque Index, probing depth, bleeding on probing) were recorded. Microbiological identification of periodontal pathogens was done by using the DNA probe test. To identify yeast species, classical microbiological methods were used. Concordance of microbiologic results in the two separated implants was evaluated with Kappa value. In twelve patients (57 %), yeast sp. was found and periodontal pathogenic bacteria were identified in seven patients (33 %). In the peri-implantitis group, the prevalence of yeast was 50 % (9/18) and that of periodontal pathogens was 33 % (5/15). In the healthy group, 33 % (9/27) showed a positive result for yeast and 22 % (6/27) showed a positive result to periodontal pathogens. However, none of these results were statistically significant (c2, p > 0.05).

Intraindividually the occurrence of periodontal pathogenic bacteria showed high concordance (p = 0.004), but for yeast a discordance was found (p > 0.05).

Due to the small number of patients evaluated in this study, the results should be interpreted with care. In contrast to the yeast colonization, which seems to be a local phenomenon, the distribution of periodontal pathogens might be an overall problem of the oral cavity.



(Stand: 01.02.2008)

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