Implantologie 2009: Hohe Qualität durch Kooperation und Netzwerk-Konzepte

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Steigende Zahlen und komplexe Therapien in der Implantologie erfordern eine enge Kooperation der (zahn)medizinischen Disziplinen und die Bildung von Netzwerken. „Grenzen überwinden, gemeinsam handeln“ – so lautete das Motto des 5. Gemeinschaftskongresses, den die DGI vom 14. bis 16. Mai 2009 zusammen mit der schweizerischen und der österreichischen Gesellschaft für Implantologie sowie der Academy for Oral and Facial Rehabilitation (IAOFR) in Berlin veranstaltete.

Es ging – in bester Athmosphäre – lebhaft zu auf dem größten diesjährigen implantologischen Kongress. Schließlich waren Debatten gewollt. Experten aus unterschiedlichen Disziplinen – Implantologie, Parodontologie, Chirurgie, Endodontie, Kieferorthopädie –, Vertreter verschiedener Professionen und Teilnehmer aus vielen Ländern diskutierten, um die Zahnmedizin generell und die Implantologie im Besonderen nach vorne zu bringen.

Das Spektrum der Vorträge reichte von eindrucksvollen Ergebnissen in der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie über aktuelle Positionierungen in der implantologischen Rehabilitation bis zu spannenden Möglichkeiten spezialisierter Zahntechnik und unterstützender Infektionsprophylaxe durch das zahnärztliche Team.

Grenzen überwunden haben auch die wissenschaftlichen Fachgesellschaften, die in ständigem Austausch stehen und sich gegenseitig mit erfolgreichen Konzepten unterstützen. Grenzen überwunden hat nicht zuletzt die Tagung selbst: Mit über 1400 Teilnehmern und 85 Ausstellungspartnern war das Tagungshotel in Berlin bis über die Kapazitätsgrenze hinaus beansprucht.

Chirurgie, Prothetik und Parodontologie als enge Partner. Bemerkenswert häufig stand die Parodontologie im Blickpunkt: Während in der Vergangenheit zuerst die Chirurgie (Implantation und Augmentation) und dann die Prothetik („backword planning“) die Fortentwicklung der Implantologie maßgeblich beeinflusst haben, steht zunehmend die enge Verbindung mit der Parodontologie im zentralen Blickfeld. Auffällig ist nicht die Thematisierung des Weichgewebsmanagements, sondern der Blickwinkel: Mehr und mehr schauen die Implantologen nicht nur darauf, was möglich ist im Insertionsgebiet, sondern beleuchten auch die Zumutungen der Implantologie auf das Parodont und die Vermeidung unerwünschter Reaktionen durch präventive Maßnahmen.

Wissen nutzen – gemeinsam handeln. Was Netzwerk-Konzepte unter Einbindung der Expertise verschiedener zahnmedizinischer Fächer vermögen, zeigte sich in der Vortragsreihe zur Rehabilitation extrem facial geschädigter Patienten: Durch Trauma oder Tumor verursachte erhebliche Defekte sind durch Kooperation von Kieferchirurgie, Implantologie und Expertise im Bereich der Technik wiederherstellbar.

Dass die alten Grenzen zwischen den Disziplinen längst überwunden sind, zeigte nicht zuletzt das Forum Implantatprothetik und Zahntechnik: Das Auditorium im vollbesetzten Kongress-Saal mit Beiträgen herausragender Zahntechniker bestand zu zwei Dritteln aus Zahnärzten – die stete Forderung, Zahnärzte und Zahntechniker sollten zur Optimierung des Behandlungsergebnisses eng zusammenarbeiten, wurde hier befolgt.

Die International Academy for Oral and Facial Rehabilitation (IAOFR) verstärkte den internationalen Charakter der Tagung durch ihr englischsprachiges Forum, das ebenfalls durch Pro und Contra, Rede und Gegenrede geprägt war.

Ein klassisch schöner Abend. Stimmig war auch das Rahmenprogramm. Dessen Höhepunkt hatte der BBI-Vorsitzende Prof. Dr. Dr. Volker Strunz, Berlin, von langer Hand und mit allerbesten Beziehungen zu den Künstlern vorbereitet: der Festabend in der Berliner Philharmonie, bei dem die Streichersolisten dieses weltberühmten Orchesters exklusiv für die Kongressteilnehmer Werke von Vivaldi und Tschaikowsky zu Gehör brachten. Mit einem Golfturnier im Golf- und Country Club Seddiner See ging die erfolgreiche Tagung zu Ende. Ein ausführlicher Kongressbericht folgt.

B. Dohlus, Berlin/B. Ritzert, Pöcking


(Stand: 27.06.2011)

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