Prof. Dr. Dr. Werner Hahn

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Noch in den ersten Januartagen 2011 habe ich mit Werner Hahn in seinem Emerituszimmer im neunten Stock der ZMK-Klinik Kiel mit weitem Ausblick über die Kieler Förde zusammen gesessen und wir haben über alte Zeiten geplaudert. Am 14. Januar 2011 ist Prof. Dr. Dr. Werner Hahn, wenige Tage vor seinem 100. Geburtstag, verstorben. Ich habe von ihm 1980 eine wohlorganisierte Klinik übernommen und er hat mich seither oft und gut beraten.

Werner Hahn wurde am 7. März 1912 in Trier geboren, wo er 1931 die Reifeprüfung ablegte. Das in Bonn begonnene Studium der Zahnheilkunde beendete er 1934 in Düsseldorf und promovierte 1936 zum Doktor der Zahnheilkunde. Im Promotionsjahr wurde er Assistent bei Prof. Axhausen in Berlin und begann dort unter diesem und dem damaligen Oberarzt Hammer seine akademische Ausbildung. In dieser Zeit nahm er auch das Studium der Medizin auf, das er mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges unterbrechen musste.

1947 wurde ihm in Münster die Leitung der chirurgischen Abteilung der Universitätsklinik und Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten übertragen. 1952 legte er in Münster das Medizinische Staatsexamen ab und promovierte 1957 zum Dr. med. 1955 wurde er zum Oberarzt der Klinik und 1961 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Im gleichen Jahr erfolgte die Berufung nach Kiel, wo er die Leitung der chirurgischen Abteilung der Klinik für Zahn-, Mund und Kieferkrankheiten übernahm und 1965 zum ordentlichen Professor ernannt wurde. 1969 wurde ihm das Ordinariat zuerkannt. Die damit verbundenen Aufgaben hat er bis zur Emeritierung wahrgenommen. An der Christian-Alberts-Universität zu Kiel war er von 1961 bis 1980 mit Sitzung und Stimme Mitglied der medizinischen Fakultät und viele Jahre Mitglied im Konsistorium. Die medizinische Fakultät hat ihn im Amtsjahr 1969/1970 und 1975 bis 1977 zum Dekan gewählt. Jeweils fiel sein Dekanat in eine Zeit des Umbruchs und der Reformen. In eine Zeit, die einen besonderen Einsatz und großer Schlauheit bedurfte. Während dieser Zeit hat er als Nachfolger von Heinrich Hammer, dem ersten ordentlichen Professor für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Kieler medizinischen Fakultät die kieferchirurgische Abteilung weiter ausgebaut und war maßgeblich am Neubau der Zahn-, Mund- und Kieferklinik beteiligt.

Das wissenschaftliche Interesse von Werner Hahn galt besonders der Früherkennung des Mundhöhlenkarzinoms unter besonderer Berücksichtigung der zytologischen Untersuchungsmethoden. Zu diesem Thema hat er viele Vorträge auf internationalen Kongressen gehalten. Mit Preisen und Ehrungen ist Werner Hahn reichlich bedacht worden. Von seinen vielen verdienstvollen Aufgaben und Tätigkeiten können hier nur einige genannt werden. U. a. war Werner Hahn Beiratsmitglied der „Deutschen Zahnärztlichen Zeitschrift“, der „Quintessenz“ und der „Quintessenz International“. 1975 wurde er Chairman der „Commission on Dental Research“ innerhalb der „Fédération Dentaire Internationale“. In der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde gehörte er von 1965 bis 1979 zum Vorstand und hat den Arbeitskreis Implantologie der DGZMK gegründet. 1969 hat Werner Hahn die 96. und 1975 die 101. Tagung der DGZMK ausgerichtet und 1974 die Akademie Praxis und Wissenschaft dieser Gesellschaft mitbegründet. 1975 führte der BDZ auf die Initiative von Werner Hahn die Weiterbildungsordnung Oralchirurgie ein.

Von seinen Doktoranten war Prof. Marxkors viele Jahre Lehrstuhlinhaber der Prothetik in Münster. Sein Habilitant Prof. Lange hatte viele Jahre den Lehrstuhl für Parodontologie in Münster inne.

Nach dem Eintritt in den Ruhestand wurde das 1982 eröffnete Heinrich-Hammer-Institut der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein unter seiner Leitung zu einer weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins anerkannten Fortbildungseinrichtung, deren Leitung er bis 2002 inne hatte. Seinen guten Verbindungen verdankte es die Zahnärztekammer, dass für die vielen Vorträge, Seminare und Fortbildungsveranstaltungen immer wieder renommierte Referenten gewonnen werden konnten, die er nach einer erfolgreichen Veranstaltung gerne zu einer Segeltour auf seiner Jacht „Kikeriki“ mitgenommen hat.

 

F. Härle, Kiel

(Dtsch Zahnärztl Z 2011;66:377)


(Stand: 03.06.2011)

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