Mikroskopische Anatomie der Zähne und des Parodonts

B. Steiniger, H. Schwarzbach, V. Stachniss, Thieme Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978–3–13–147141–3, 64 Seiten, 101 Abb., 29,95 €

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B. Steiniger, H. Schwarzbach, V. Stachniss, Thieme Verlag, Stuttgart 2010,
ISBN 978–3–13–147141–3, 64 Seiten, 101 Abb., 29,95 €

Etwa 85 histologische Schnitte, teils in Paraffin, größtenteils in Kunststoff eingebettet und unentkalkt geschliffen, schön gefärbt und farbenfroh im Lichtmikroskop fotografiert sind ein schöner Anreiz, sich mit der Mikrostruktur der Zahnhartgewebe zu befassen. Als Ergänzung sind einige klinische Bilder, elektronenmikroskopische Abbildungen und instruktive Zeichnungen beigegeben. Der Text ist knapp, aber prägnant und leicht verständlich formuliert. Hilfreich sind die kurzen Rubriken überschrieben mit „Übrigens“ und die „Hintergrundinformationen“. Einprägsam sind auch die Metaphern, in denen die Hertwig-Epithelscheide bei zweiwurzeligen Zähnen mit einer Hose verglichen wird. Der Schmelz-Dentin-Verbund wird mit dem Legosteinprinzip und die Schichtbildung im Zement mit Sperrholz verglichen. Das Buch umfasst gerade 64 Seiten und ist damit ein sehr nützliches Begleitbuch für den Histologiekurs. Es ist aber nicht so angelegt, dass es ein volles Lehrbuch für Orale Strukturbiologie ersetzen könnte.

Auf einige fachliche Hinweise zum Text kann aber hier nicht verzichtet werden: Es wird berichtet, dass die Zahnanlagen „nach labial“ aus der Zahnleiste auswachsen. Dies ist nicht korrekt, denn sie wachsen nach lingual bzw. nach palatinal aus. Labial befindet sich die Vestibularleiste.

Auf manchen Bildern (z. B. auf Seite 9, 17) sind die Zahnanlagen horizontal liegend statt aufrecht abgebildet. Es wäre sicher didaktisch einprägsamer, wenn die Bilder die natürliche Lage der Zahnanlagen zeigen würden. Manche Erklärungen im Text gehen über die Beschreibung der Befunde hinaus und gehen Spekulationen über den Zweck der Strukturen nach. Dies mag einprägsam sein, aber ob es wirklich stimmt, ist fraglich. So wird angenommen, die Schmelzprismen verlaufen gewunden, damit der Schmelz den Kaubelastungen bruchfrei standhalten kann (Seite 20). Es gibt allerdings Tiere (z. B. Pferde), die einen weitaus höheren Kaudruck erzeugen, deren Schmelzprismen aber parallel verlaufen. Der Verlauf der Desmodontalfasern wird sehr anschaulich beschrieben und sie werden dort als Sharpey’sche Fasern bezeichnet, wobei streng genommen nur der im Zement und im Knochen verlaufende Anteil dieser Fasern so genannt wird.

Aber dies sind Dinge, die den Nutzen des Buches kaum schmälern sollten und so ist dem Werk eine weite Verbreitung zu wünschen. Die Abbildungen sind auch im Internet verfügbar, ergänzt um pathohistologische Präparate.

R. J. Radlanski, Berlin

(Dtsch Zahnärztl Z 2011;66:23)


(Stand: 03.06.2011)

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