Spürbarer Wandel in der Kommunikation Zahnärzte/Zahntechniker

DGI-Curriculum Implantat-Prothetik und Zahntechnik:

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An sich spricht schon die Teilnehmerliste des DGI-Curriculums Implantatprothetik Bände: Zahnärzte und Zahntechniker sind tatsächlich in etwa in gleicher Anzahl eingeschrieben und füllen mit Leben, was die Initiatoren sich gewünscht haben: voneinander lernen, miteinander wachsen. Dass das Konzept ungemein gut ankommt, zeigt sich dabei nicht nur an den jeweils lange im Vorfeld ausgebuchten Folgekursen: Als am 22. und 23. Januar die achte Serie mit letzten Kursbausteinen und der Abschlussprüfung zu Ende ging, war aus der Gruppe genau das geworden, was in der Praxis zählt: ein eingespieltes Team. Bildreich und treffend formulierte ein teilnehmender Zahnarzt am Abschlusstag seine persönliche Summary: „Man produziert Ausschuss, wenn man sich nicht aufeinander einschießt.“

Das nicht zuletzt auf Initiative des damaligen DGI-Fortbildungsreferenten und jetzigen Vizepräsidenten Dr. Gerhard Iglhaut in Zusammenarbeit mit ZTM Hans-Jürgen Stecher/München entwickelte und bundesweit in verschiedenen Laboren und Praxen stattfindende Curriculum für Zahnärzte und Zahntechniker ist auch eine Art Seismograph des neuen Verhältnisses: „Vor allem in den letzten beiden Jahren spüren wir einen erheblichen Wandel in der Kommunikation von Zahnärzten und Zahntechnikern“, sagte ZTM Andreas Kimmel/Koblenz, in dessen Labor dieser Abschlusskurs stattfand, zu seiner eigenen Erfahrung: „Es ist ganz deutlich ein starkes Zusammenrücken spürbar.“ Als der Kurs vor drei Jahren das erste Mal angeboten wurde, berichtete ZTM Stecher, sei das Interesse bereits erheblich gewesen: „Die ersten beiden Curricula waren sofort ausgebucht.“ Das Angebot der Team-Teilnahme sei beim Start aber noch auf Zurückhaltung gestoßen. Dazu Dr. Iglhaut: „Es war uns im DGI-Curriculum-Team zwar klar, dass sich gerade in der Implantologie mehr Zusammenarbeit entwickeln muss – wir wussten aber auch um die gelegentlich vorhandene Abgrenzungsmentalität der beiden Berufsgruppen. Umso beeindruckter sind wir heute, dass sich geradezu von Kurs zu Kurs ein spürbar fortschreitender Mentalitätswandel zeigt.“ Gefördert wird dieser durch eine gleichberechtigt strukturierte Auswahl erstklassiger Lehrmeister aus Zahnmedizin und Zahntechnik gleichermaßen. Beiden Berufsgruppen werden ihre Leistungsmöglichkeiten, aber auch Leistungsgrenzen aufgezeigt. „Wir wollen den Gedanken lebendig werden lassen“, so ZTM Stecher, „dass jeder in seinem Metier zur Lösung eines Falles eigene Expertise einbringen kann und muss – und dass es ausschließlich um die beste Lösung des jeweiligen Falls geht, nicht um die Lösung von eigenen Ego-Problemen.“

DVT/CT: Ja – aber ...

Auch an der Schnittstelle Zahnmedizin/Zahntechnik spielt das DVT heute eine stärker werdende Rolle – und spaltet die Beteiligten in ein progressives und ein konservatives Lager. Die 3D-Planung vermeide viele Fehlerquellen und sei für die Kommunikation zwischen Praxis und Labor eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre, meinte ZTM Kimmel. ZTM Stecher relativierte: „Ob 3D-System oder konventionelle Planung – am wichtigsten ist, dass das jeweilige System jeweils richtig angewendet wird.“ Die moderne Diagnostik erfordere auch vom Zahntechniker andere Kompetenzen – er müsse heute erweiterte Grundkenntnisse beispielsweise in Anatomie und Chirurgie haben. Gleichzeitig sei der Zahnarzt gefordert, sich mehr mit den Möglichkeiten und Grenzen der Zahntechnik zu befassen. Behandlungskonzepte und Arbeitsabläufe hätten sich mittlerweile grundlegend geändert. Beispiel: „Früher stand bei ‚backward planing’ ausschließlich die Prothetik im Fokus – heute geht ‚backward planing’ auch vom Material aus, mit dem man arbeiten will.“ Nur gemeinsam könne man eine sowohl ästhetische als auch funktionsgerechte implantatgetragene Prothetik entwickeln – und deshalb sei es unabdingbar, dass sich die Zahntechniker heute auch mehr mit Knochen und Gewebe beschäftigten. ZTM Stecher: „Wenn eine Gingivaausformung geplant ist, müssen wir wissen, wie es um den Knochen steht – man kann da nicht einfach eine breite Schüssel reinarbeiten.“ Sein Credo: „Zahntechnische Versorgungsqualität muss man vom Patienten her aufdröseln, unabhängig von dem Reiz aller technischen Möglichkeiten, und immer gilt: Tue alles mit Bedacht – und bedenke das Ende ...“

Allgemeine Neugierde zeigte sich mit dem Blick auf die IDS: Viele der vor zwei Jahren hochbegehrten Fertigungssysteme seien in den Praxen und den Laboren nach wie vor nicht ausgelastet. Allgemeiner Wunsch: offene Systeme, vor allem Intraoralscanner mit offenen Schnittstellen zwischen Praxis und Labor.

 

Information: Das 10. DGI-Curriculum Implantatprothetik und Zahntechnik ist bereits wieder ausgebucht, das nächste, das noch freie Plätze bietet, beginnt am 1./2. Juli 2011.

Anfragen an: Marion Becht über
info@dgi-fortbildung.de

 

Birgit Dohlus, Berlin


(Stand: 03.06.2011)

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