Implantologische Kompetenz für die Zukunft gesichert

Immer mehr junge Zahnärztinnen und Zahnärzte in der DGI

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Bestens aufgestellt ist die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) mit Blick auf die Sicherung einer qualitätsbewussten, wissenschaftlich untermauerten Implantologie in Gegenwart und Zukunft: Immer mehr junge Zahnärztinnen und Zahnärzte werden Mitglied. Dabei steigt der Anteil der Zahnärztinnen nicht nur im Berufsstand insgesamt, sondern auch in der DGI kontinuierlich an. Dies ist besonders relevant vor dem Hintergrund des oft befürchteten Versorgungseinbruchs implantologischer Leistungen durch den breiteren Raum einnehmenden Anteil an Zahnärztinnen: Diesen wird nachgesagt, sich eher für andere Fachgebiete als die Implantologie zu interessieren.

Dass solche Befürchtungen nicht ganz aus der Luft gegriffen sind, bestätigte eine Ende 2011 veröffentlichte Studie von Prof. Dr. Nicola U. Zitzmann (Basel) mit Fokus auf die fachliche Spezialisierung des Berufsstandes in Deutschland und in der Schweiz [1]. Für den Bereich Chirurgie zeigte sich ein vergleichbar großer Anteil an Behandlungsschwerpunkten bei Zahnärztinnen (14,8 %) und Zahnärzten (15,7 %), etwas mehr Zahnärzte als Zahnärztinnen nannten Parodontologie und Prothetik als Schwerpunkt. Deutlich höher als bei den Zahnärzten lag bei den Zahnärztinnen der Bereich „sonstige Spezialisierung“ – bei ihnen führten Kinderzahnheilkunde, Kieferorthopädie, Endodontie und Prävention die Interessensliste an und bestätigten damit zurückliegende Daten der IDZ-Studie zum „Rollenverständnis“ innerhalb des Berufsstandes von Anfang 2010. Was die aktuelle Zitzmann-Studie allerdings auch offenbart: Es kündigt sich eine Veränderung an. Wiewohl im Durchschnitt deutlich weniger Zahnärztinnen (34,7 %) als Zahnärzte (63,1 %) angaben, selbst Implantate zu inserieren, zeigte sich, dass dieser Unterschied auf die jüngere Generation nicht mehr in gleicher Breite zutrifft: Die meisten Implantate wurden in der jüngsten Befragtengruppe gesetzt, und der Anteil der implantierenden Zahnärztinnen liegt hier bereits bei 47,1 %. Ein bemerkenswerter Aspekt der Studie, der dies begründen könnte: Bei einem gleich hohen Ausbildungsstand in der Implantologie zeigten sich nur nachrangige Unterschiede zwischen Zahnärztinnen und Zahnärzten in der Entscheidung für ein implantologisches Vorgehen.

Hohes Interesse bei
jungen Zahnärztinnen
und Zahnärzten

Zu diesem vergleichbaren Ausbildungsstand in der jungen Zahnärzteschaft und damit weitgehend zu einer Sicherstellung der wissenschaftlich fundierten implantologischen Versorgung der Bevölkerung auch in Zukunft trägt die DGI mit ihren Curricula und auch dem Masterstudiengang ganz deutlich bei. Während in den ersten vier Jahren des Curriculums (Beginn: 11/1999) der Anteil der zertifizierten Zahnärztinnen bei durchschnittlich 6,4 % lag, hatte er in den zurückliegenden vier Jahren (bis 11/2011) bereits die 25%-Marke erreicht, im November 2011 lag er sogar bei 32 %. Im Bereich des DGI-Steinbeis-Masterstudiengangs in Oraler Implantologie hat sich der Anteil der Teilnehmerinnen zuletzt fast verdoppelt. Hinsichtlich der Relevanz der steigenden Anzahl an Zahnärztinnen im Berufsstand insgesamt erweist sich die DGI damit als hervorragend positioniert, was sich auch an der Mitgliederentwicklung und der Attraktivität der Fachgesellschaft für die jüngere Zahnärztegeneration insgesamt ablesen lässt: Im zurückliegenden Jahr 2011 lag der Altersdurchschnitt der neu aufgenommenen Zahnärzte bei rund 40 Jahren und damit fast acht Jahre unter dem Durchschnittsalter aller männlichen DGI-Mitglieder; der Altersdurchschnitt der neu aufgenommenen Zahnärztinnen lag mit 34,5 Jahren noch deutlich unter dem Durchschnittsalter der männlichen Neumitglieder und rund sechs Jahre unter dem ohnehin niedrigeren Altersdurchschnitt der weiblichen Mitglieder insgesamt. Unter den Neuaufnahmen 2011 im Alter 25–29 Jahre waren bereits rund 40 % Zahnärztinnen, unter den Neuaufnahmen in der Altersgruppen 30–39 Jahre war jedes dritte Neumitglied weiblich.

Mit dieser Entwicklung bestätigt die DGI eindrucksvoll die erfolgreiche Vermittlung einer wissenschaftlich fundierten Implantologie an die Zahnärztegeneration der Zukunft. Die Befürchtung, das wachsende Interesse der Patienten an implantologischer Behandlung könne demnächst auf immer weniger gut geschulte Behandlerinnen und Behandler treffen, ist als bedenkliche Entwicklung voraussichtlich nicht zutreffend.

B. Dohlus, Berlin

 

Fussnoten

1. Zitzmann NU, Zemp E, Weiger R, Lang NP, Walter C: Does a Clinician’s Sex Influence Treatment Decisions? Int J Prosthodont 2011;24:507–514


(Stand: 22.06.2012)

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