Es gibt Unterschiede

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waren Sie auf der Rekord-Dentalschau? Laut Abschlussbericht der Koelnmesse konnten sich 125.000 Besucher ? theoretisch ? 2058 Anbieter und deren Produkte und Dienstleistungen aus 56 Ländern anschauen. Wobei teilweise „Show“ treffender gewesen wäre. Von der harmlosen Variante durch in die Menge geworfene, mit Fimenlogo bedruckte T-Shirts bis zu anderen fragwürdigen Darbietungen.

Für Aus- und Weiterbildung steht ganzjährig bundesweit ein breites Angebot der Fachgesellschaften auf hohem wissenschaftlichen Niveau mit ausgewiesenen Experten in fachlich angemessener Atmosphäre zu Verfügung.

Wer sich von den befremdlichen Aktionen nicht beirren ließ und sich im Bereich der Implantologie informieren wollte, stand vor einem unglaublich großen Angebot. Die zeitgemäße IDS-App warf für diesen Themenbereich weit über 300 Aussteller aus. Und auch die Reduzierung der Suche auf das Produkt „Implantat“ ergab immer noch die an zwei Tagen nicht aufzusuchende Anzahl von über 200 Herstellern. Von A wie A.B. Dental Devices aus Israel bis Z wie ZL Mikrodent-Attachment GmbH & Co. aus Nordrhein-Westfalen verteilten sich die Stände auf nahezu alle Messehallen.

Wer sich neben den bekannten großen Herstellern, die in Deutschland (noch) ca. 75% des Marktes abdecken, auch bei den kleineren unbekannten umgesehen hat, konnte sich bei der breiten Angebotspalette durchaus die Frage stellen: „Welches Implantatsystem möchte ich in meiner Praxis verwenden?“ Wo liegen die Unterschiede?

Eine konsequente Qualitätssicherung vom Einkauf des Rohmaterials bis zum verpackten, einsatzbereiten Implantat ist die Grundvoraussetzung für Vertrauen in ein Produkt. Dies mag für im Inland produzierte Produkte aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Medizinprodukte gewährleistet sein. Doch wie sieht es mit der Nachhaltigkeit und langjährigen Verfügbarkeit aus? Erst kürzlich wurde ich um Rat gefragt, als ein Aufbauteil eines inzwischen nicht mehr auf dem Markt befindlichen Herstellers drei Jahre nach Insertion frakturierte, was die Lösung sei. Außer der „Stilllegung“ des Implantats blieb nur noch die Explantation, Rekonstruktion und Neuversorgung. Eine enorme Belastung für unsere Patienten. Nicht nur durch die unnötigen Behandlungen.

Das schwerwiegendste für sich sprechende Argument ist jedoch die Forschung und Entwicklung. Sonst wird es zukünftig keine oder eine nur langsame Entwicklung geben, würde in diesem Bereich nicht investiert werden. Wir würden uns selbst das Wasser für positive Entwicklungen und Therapieoptionen, z.B. durch neue Materialien, abgraben, würden wir diese Betrachtungsweise außer Acht lassen. In Sinne höchster Patientensicherheit und -zufriedenheit bei der kaufunktionalen Wiederherstellung ist klar zu differenzieren, ob es sich um gesammelte illustrative Fallberichte oder um z.B. unabhängig durchgeführte, multizentrische Studien mit entsprechender, wissenschaftlichem Anspruch genügender, Statistik mit daraus folgenden großen Patientengruppen handelt. Oder wie es um tierexperimentelle und prä-klinische Studien bestellt ist.

Ich bin gespannt auf die IDS 2015.

Wohl wissend, dass bei unseren Leserinnen und Lesern das wissenschaftliche Interesse groß ist, wünsche ich Ihnen viel Freude mit der aktuellen Ausgabe.

 

Ihr

 

PD Dr. Kai-Hendrik Bormann


(Stand: 05.06.2013)

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