Fortbildung aus der Praxis für die Praxis

DGI-Qualitätszirkel

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Die Zahl regionaler Qualitätszirkel wächst kontinuierlich in vielen Landesverbänden. Sie werden von engagierten DGI-Mitgliedern geleitet. Ziel der zumeist sehr gut besuchten Veranstaltungen ist der Austausch über relevante und interessante Themen aus der Praxis vor Ort.

Die Aktivitäten der regionalen DGI-Qualitätszirkel ergänzen die großen Veranstaltungen auf Landes- und Bundesebene. Dem Ruf des Vorstandes sind inzwischen Mitglieder in fast allen Landesverbänden gefolgt. Die Redaktion fragte bei QZ-Leitern nach, wie die Initiativen bei den Teilnehmern angekommen sind.

Der Qualitätszirkel Hildesheim wird von Dr. Sebastian Vogel und Dr. Sören Klaue geleitet. Als Referenten waren am 19. März 2014 geladen Dr. Jens Wehle und Dr. Matthias Rödiger aus der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik an der Universitätsmedizin Göttingen. Die Themen: „Imlantatprothetische Planungsfehler und Komplikationen“ sowie „Implantatprothetische Indikationsklassen und Planungsgrundlagen.“

? Warum haben Sie das Thema ausgewählt, warum ist es wichtig?

Dr. Sebastian Vogel: Die prothetische Rehabilitation mit Implantaten ist aus der Zahnheilkunde kaum noch wegzudenken. Über die notwendigen Implantatzahlen in den verschiedenen Indikationen gibt es jedoch kontroverse Meinungen. Daher schien es uns interessant, dieses Thema vom aktuellen Stand der Wissenschaft aus zu beleuchten.

Das zweite Thema haben wir gewählt, da man schöne Fälle auf jeder Fortbildung zuhauf sieht. Doch die Realität zeigt, dass es auch Fälle gibt, die nicht optimal laufen. Es ist von Vorteil, wenn man aus den Fehlern anderer lernen kann. Mindestens genau so wichtig ist es jedoch, Strategien zu kennen, um begangene Fehler kompensieren zu können.

? Welche Haupt-Botschaft(en) des Referenten haben Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Veranstaltung für sich gezogen?

Dr. Sebastian Vogel: Erst grübeln, dann dübeln! Eine von Anfang an enge Zusammenarbeit zwischen Chirurgie, Prothetik und Zahntechnik hilft, spätere Komplikationen zu vermeiden.

? Über welche Aspekte haben Sie und Ihre Kollegen besonders intensiv diskutiert?

Dr. Sebastian Vogel: Bei vielen der Bilder von Dr. Wehle wurden Fragen laut, wie es zu den gezeigten Katastrophen kommen konnte. Verwunderung herrschte vor allem darüber, dass viele Patienten trotz notwendiger Neuversorgung keine rechtlichen Schritte einleiten wollten.

? Gab es ein Thema, bei dem Pro und Contra besonders ausgeprägt waren, oder überwog die Übereinstimmung der Meinungen?

Dr. Sebastian Vogel: Über die Versorgung mit reduzierten Implantatzahlen und die Verbindung von Zähnen und Implantaten herrschten durchaus geteilte Meinungen.

? In welchem Bereich sehen Sie noch Forschungsbedarf bzw. noch mehr Wissens- und Fortbildungsbedarf?

Dr. Sebastian Vogel: Die Implantologie setzt eine fundierte Ausbildung voraus. Die eigene Fort- und Weiterbildung ist ein wichtiger Bestandteil für dauerhaften Erfolg. Eigene und neue Techniken sollten immer kritisch hinterfragt werden. Bei einigen Therapiekonzepten hat man den Eindruck, dass sie vor allem in der Hand des Erfinders oder im Produktkatalog des Herstellers funktionieren. Die Anzahl der Studien mit belastbarem Evidenzgrad muss steigen, um vorhersagbar sichere Ergebnisse in der Versorgung unserer Patienten zu erzielen.

Barbara Ritzert, Pöcking


(Stand: 10.06.2015)

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