Mit falscher Vorsicht in die Rechtsfalle: Wenn die Kontraindikation für ein Implantat zur Fehlentscheidung führt

DGI-Sommersymposium in Frankfurt/Main

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Eine aus übergroßer Vorsicht gestellte Kontraindikation für eine Implantattherapie birgt nicht mindere juristische Risiken als deren Gegenteil. Worauf Zahnärztinnen und Zahnärzte bei der Aufklärung und Dokumentation achten müssen, damit sie nicht in der Rechtsfalle landen, wissen die Experten des DGI-Sommersymposiums 2017. Die Veranstaltung findet am 1. Juli in Frankfurt/Main in Zusammenarbeit mit allen Landesverbänden der DGI und der Landeszahnärztekammer Hessen statt.

„Mit einer Entscheidung gegen die Implantation sind Kolleginnen und Kollegen keineswegs rechtlich immer auf der sicheren Seite“, sagt Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden. „In bestimmten Fällen kann diese Entscheidung sogar eine Fehlentscheidung sein“, ergänzt der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie. Der klassische Fall: Bei einem Patienten, der mit Antiresorptiva (Bisphosphonate und Denosumab) behandelt wird, kann eine implantatgetragene Versorgung im individuellen Fall beispielsweise Druckstellen vermeiden, die zu den Risikofaktoren für Kiefernekrosen gehören. Dieser Aspekt legt Gewicht auf jene Seite der Therapieentscheidungswaage, die für eine Implantation spricht. Er ist daher auch Thema in der S3-Leitlinie von DGI und DGZMK, die Zahnärztinnen und Zahnärzten Entscheidungshilfen bei der implantologischen Versorgung von Patienten unter Antiresorptiva-Therapie bietet (www. dgi-ev.de/leitlinien). „Es ist auf jeden Fall wichtig, diesen Punkt mit bei der Aufklärung zu besprechen und dies auch zu dokumentieren“, rät Professor Grötz. Mehr Informationen zum Thema Aufklärung und Dokumentation gibt es auf dem Sommersymposium der DGI am 1. Juli 2017 in Frankfurt, einer gemeinsamen Veranstaltung der DGI-Landesverbände mit der Landeszahnärztekammer Hessen. Das Thema: „Aufklärung und Dokumentation vor dem Hintergrund des Patientenrechtegesetzes und aktueller BGH-Urteile“. Das Symposium wird geleitet von Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden, und DGI- Schriftführer Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, Mainz.


(Stand: 06.06.2017)

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