Anatomische Orientierung

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Wertvolle Stütze für eine sichere Implantatplanung bei Neulingen in der Implantologie

 

Der Autor Dr. Louie Al-Faraje hat bereits mehrere implantologische Bücher veröffentlicht. Das jüngst auch in Deutsch erschienene Buch „Chirurgische und radiologische Anatomie für die orale Implantologie“ ist in Englisch bereits seit 2013 erhältlich.

Der Ansatz des Buchs ist die anatomische Beschreibung und Darstellung klinisch möglichst relevanter anatomischer Strukturen, die primär für die Implantologie von Relevanz sind. Dazu werden auf 264 Seiten in 10 Kapiteln 424 Abbildungen offeriert.

Zahlreiche schematische Zeichnungen unterschiedlicher anatomischer Areale, aber auch chirurgischer Vorgehensweisen werden radiologischen und klinischen Bildern gegenübergestellt. Die beispielsweise traditionell roten Arterien, blauen Venen und gelben Nerven aus jedem Anatomieatlas werden an intraoperativ genommenen Bildern oder Dissektionen erklärt.

Themenkomplexe sind die (1) nervale und Gefäßversorgung der Kiefer, (2) die mimische und die Kaumuskulatur, (3) der obere Seitenzahn- und (4) Frontzahnbereich, (5) der untere Seitenzahn- und (6) Frontzahnbereich, ein Kapitel zur (7) Knochendichte und zu angrenzenden Zähnen, (8) die Anatomie bei chirurgischen Notfällen, (9) die topografische Anatomie von Maxilla und Mandibula und abschließend die (10) Venenpunktion.

Beispielsweise wird die Kieferhöhle anatomisch auf knapp 40 Seiten dargestellt. Es wird schematisch auf die Entwicklung der Kieferhöhle eingegangen, angrenzende knöcherne Strukturen werden erklärt, die Drainage der Kieferhöhle wie auch Innervation und Blutversorgung. In der Implantologie sicherlich wichtig, wird dann der Fokus auf Underwoodsepten gelegt, und es kommen neben schematischen Bildern intraoperative Bilder zum Einsatz, Sagittal- und Axialschnitte von Leichenpräparaten und auch radiologische Ausschnitte.

Es werden außerdem Hilfestellungen angeboten, wie anatomische Strukturen während implantologischer Eingriffe geschützt werden können.

An Kritikpunkten fehlt mir vor allem ein Sachregister am Ende des Buchs, wenn man doch mal schnell etwas nachlesen möchte. In vielen Fällen spricht die deutsche Übersetzung fälschlicherweise von einem CT, auch wenn Bilder einer digitalen Volumentomografie gezeigt werden, was sicherlich vom Begriff des Conebeam-CTs herrührt. Auch manche in dem Buch als Leitlinien beschriebenen Ansätze sind partiell sehr hart formuliert, etwa: „Der Implantologe muss ein CT anfertigen lassen, um den genauen Abstand zwischen dem Oberrand des Canalis mandibulae und dem Alveolarkamm zu ermitteln.“

Das Buch ist sicherlich für in der Implantologie sich neu betätigende Kollegen eine wertvolle Hilfe und Stütze für eine sicherere Implantatplanung. Aber auch fortgeschrittene Implantologen können in diesem Werk beispielsweise nochmals nachlesen, wie diese eine Arterie nochmals heißt, die beim externen Sinuslift doch immer wieder mal anfängt so lästig zu bluten.

Prof. Dr. Dr. Christian Walter

Louie Al-Faraje, 1. Auflage 2018, Quintessence Publishing Deutschland, 264 Seiten, 424 Abbildungen, Hardcover, ISBN 978-3-86867-403-3, 178,00 Euro

 

 

 


(Stand: 03.06.2019)

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