Disputatio als Format

 

Der DGI-Kongress findet zum dritten Mal in Hamburg statt

 

Der erste DGI-Kongress fand vor 25 Jahren noch ausreichende Räumlichkeiten in Baden-Baden. Danach tourte die Tagung durch viele verschiedene Städte – von Aachen bis Leipzig, von Münster bis München. Doch nach der Jahrtausendwende schrumpften mit den steigenden Teilnehmerzahlen die Auswahlmöglichkeiten für die Kongressorte. Es boten nur noch die Großstädte Konferenzzentren mit ausreichenden Räumlichkeiten für bis zu 2000 Teilnehmer.

Die Statistik zeigt, dass DGI-Kongresse jeweils zwei Mal in Dresden, Düsseldorf, Frankfurt und München stattfanden, Berlin war drei Mal Gastgeber für Gemeinschaftstagungen, und Wiesbaden bot mit seinem neuen Kongresszentrum 2018 zum ersten Mal einen eleganten Rahmen für das Treffen der DGI-Familie.

 

STOFF FÜR EINE LEBHAFTE UND SPANNENDE TAGUNG

2019 wird der Kongress nun auch zum dritten Mal in Hamburg stattfinden. Die Hansestadt scheint als Kongressstadt besonders attraktiv zu sein. Jedenfalls gehören die DGI-Kongresse in dieser Stadt aufgrund vieler Teilnehmer zu den besonders erfolgreichen. Die beiden Kongresspräsidenten Prof. Dr. Florian Beuer (Berlin) und Prof. Dr. Frank Schwarz (Frankfurt a. M.) haben ein spannendes Programm zusammengestellt, das sicherlich dafür sorgen wird, dass auch dieser Kongress mit einer großen Teilnehmerzahl punkten kann. Unter dem Motto „Konzepte im Wettstreit“ hat das Präsidentenduo die Disputatio zum dominanten Format gemacht. Schon immer gehörten die Diskussionen zwischen Expertinnen und Experten, die ihre jeweiligen Konzepte und Lösungsmöglichkeiten bei verschiedenen Fragestellungen präsentierten, zu den besonders beliebten Formaten der DGI-Kongresse. „Wir setzen ganz konsequent auf Interaktion und Diskussion“, sagt Professor Schwarz. „Und wir sind uns sicher, dass es dadurch lebendig und interessant wird“, ergänzt Professor Beuer.

Wie immer werden die Moderatoren, deren Verantwortung die DGI in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet hat, zu Beginn der Sitzung in das Thema einführen und die Diskussion leiten. Die Experten, die ihr jeweiliges Konzept präsentieren, sind ebenfalls stark gefordert. „Es geht nicht um den schönsten Fall“, erklärt Professor Beuer, „sondern die Expertinnen und Experten müssen quasi als Anwalt ihres Konzepts auftreten.“ Von ihnen wird eine Präsentation erwartet, die Wissenschaft und Praxis verknüpft.

„Wir wollen keinen Krieg der Studien, sondern wir wünschen uns Argumente, Fakten und Informationen, warum jemand auf ein bestimmtes Konzept in seiner täglichen Praxis setzt, wie seine persönliche Lernkurve war und welche praktischen Tipps er aus seinem Erfahrungsschatz an die Kolleginnen und Kollegen weitergeben kann“, sagt Professor Beuer.

Den Disputationes vorgeschaltet sind Präsentationen der DGI-Leitlinien, von denen in den letzten Jahren eine Vielzahl erarbeitet wurde. Vorgestellt und diskutiert werden in Hamburg die Ergebnisse der 3. Leitlinienkonferenz der DGI, die im vergangenen Jahr stattfand.


GUT GEMISCHTES ANGEBOT UNTERSTÜTZT DIE MEINUNGSBILDUNG

Das Prinzip, das die DGI auch in den Praxiskursen des Continuums verfolgt, wird bei diesem Kongress zum bestimmenden Element werden: Die Mischung aus Wissenschaft, Theorie, praktischer Erfahrung, Diskussionen und Hands-on. „Unsere Kolleginnen und Kollegen können verschiedene Konzepte in den Sitzungen kennenlernen und werden im neuen Format des ,Implant Village‘ diese Ideen und Konzepte auch erleben, erfahren und teilweise direkt erproben können“, sagt Professor Schwarz. Dies ist die beste Methode, sich selbst eine Meinung bilden zu können. Hinzu kommen die bewährten Tischdemonstrationen, die in Kleingruppen den Austausch mit Experten über Fragen der täglichen Praxis auf Augenhöhe bieten.

Die Konzepte im Wettstreit miteinander spannen einen weiten Bogen durch die gesamte Implantologie – von der Planung eines Eingriffs über den Implantatationszeitpunkt, Implantatmaterialien bis hin zum Disput über Vor- und Nachteile festsitzender und herausnehmbarer Versorgungen. Am Samstag stehen prothetische Konzepte auf der Agenda, es geht um Konzepte für die Augmentation von Weich- und Hartgeweben und um verschiedene Therapiekonzepte bei Periimplantitis.

Ein Bereich der Implantologie, in dem die Entwicklung derzeit besonders dynamisch verläuft, ist etwa der Implantationszeitpunkt. „Hier scheint zur Zeit ein Umdenken stattzufinden“, sagt Professor Schwarz, „was wir auch an den Entwicklungen bei den Herstellern sehen.“ Darum wird es zu diesem Thema auch erstmals eine Live-OP auf dem Kongress geben.

Ein internationales Forum gibt Einblicke in Konzepte, die in anderen Ländern verfolgt werden, und die Landesverbände Niedersachsen und Norddeutschland gestalten gemeinsam das Forum der Landesverbände zum Thema „digitaler Workflow“. Mit dabei sind auch wieder bewährte Partnerorganisationen wie die AG-Keramik, die ihr Jahrestreffen mit dem DGI-Kongress verknüpft. Die Osteology Foundation, die auch bei den letzten Kongressen der DGI ein Forum gestaltet hatte, ist in diesem Jahr mit mehreren Tischdemonstrationen vertreten. Als neuer Partner ist die Oral Reconstruction Foundation dazugekommen. Prof. Dr. Dr. Robert Sader (Frankfurt) ist der Präsident dieser Stiftung und wird ein Forum moderieren, in dessen Mittelpunkt Empfehlungen zur Versorgung des zahnlosen Kiefers stehen. Und natürlich bietet die internationale Implant expo mit mehr als 100 Ausstellern Orientierung und Informationen.

Der Kongress spricht mit seinen Foren und Themen alle Berufsgruppen an, die in der Implantologie zusammenarbeiten. Darum gibt es nicht nur Vorträge und Foren mit Input für alle Berufsgruppen, sondern es werden auch die Zertifikate an die Absolventen der verschiedenen Curricula auf den Gebieten Zahnmedizin, Zahntechnik und Teamassistenz in einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag, dem 28. November, am Abend vergeben.

Nicht zuletzt ist der Kongress natürlich auch ein wichtiges Forum für das Treffen mit Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen aus der DGI-Familie. „Da wird zusammenkommen und auch zusammen feiern, was in der DGI zusammengehört und was die DGI ausmacht“, schmunzelt Professor Beuer.

Barbara Ritzert, Pöcking

Foto: iStock / querbeet

 

 

 


(Stand: 03.06.2019)

Die beiden Ausgaben der Kongresszeitung SPECTATOR CONGRESS zur DGI-Jahrestagung 2019 bietet einen umfassenden Ausblick auf das Implantologie-Event in Hamburg.

1. Ausgabe (September 2019)
2. Ausgabe (November 2019)

Aktuelle Ausgabe 1/2020

Im Fokus

  • Periimplantäres Weichgewebe
  • Implantate bei Behandlung mit Knochenantiresorptiva
  • Forcierte Extrusion bei Längsfraktur

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