Damit der Chef bei einer OP nicht mehr so viel reden muss ...

Die Assistenz profitiert von den Curricula der DGI für ZFAs und ZMFs

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Das Curriculum ZMFI – Zahnmedizinische Fachassistenz für Implantologie – wurde vom Landesverband Bayern im DGI e.V. vor vielen Jahren erfolgreich auf den Weg gebracht. Seit nunmehr zwei Jahren ist es auch bundesweit im Angebot. Es gibt zwei weitere „Schwester-Kurse“ im Norden und in der Mitte der Republik.

2020 musste die Serie „Mitte“ – Corona-bedingt – abgesagt werden. Aber die Serie Nord startet plangemäß am 26. Juni in Hamburg, eine Buchung der fünf Module ist noch möglich. Die „Bayern-Serie“ startet am 20. November in Bamberg. „Natürlich ist dafür gesorgt, dass bei den Modulen die Abstands- und Hygieneregelungen eingehalten werden können“, betont DGI-Fortbildungsreferent Dr. Christian Hammächer (Aachen).

Die ZZI-Redaktion hat bei Jessica Bierski nachgefragt, die das Curriculum zusammen mit ihrer Kollegin Jessica Weber durchlaufen hat. Sie ist Ersthelferin in der Praxis von Dr. Alexander Sobiegalla im baden-württembergischen Hemsbach. Natürlich hat die Redaktion auch den Praxis-Chef um einen Kommentar gebeten.

Wie haben Sie vom Curriculum der DGI erfahren?

Bierski: Meine Kollegin Jessica Weber und ich haben Informationen über das Curriculum in der Zeitschrift der DGI entdeckt. Da wir sehr viel mit Implantaten zu tun haben, wollten und sollten wir uns auf dem Gebiet weiterbilden. Wir wollten mehr wissen als die normale Zahnarzthelferin. Wir wollten vor allem verstehen, warum unser Chef auf eine bestimmte Art bei der Behandlung vorgeht, wieso und weshalb er eine Sache so und nicht anders macht. Wir wollten mehr Hintergrundwissen haben.

Was sagte der Chef dazu?

Bierski: Der fand das Curriculum auch toll und wir konnten uns sofort anmelden.

Wie haben Sie das Curriculum erlebt?

Bierski: Es war eine spannende und aufregende Zeit, wir haben viel Neues dazu gelernt. Man hält ja eigentlich nur den Sauger und weiß meistens nicht, warum der Chef oder die Chefin jetzt nach links oder rechts bohrt. Wenn man darüber mehr erfährt und diese Zusammenhänge besser versteht, das bringt einen sehr viel weiter. Auch was die Hygiene betrifft, hat uns das Curriculum wieder auf den neuesten Stand gebracht, denn auf diesem Gebiet tut sich ja auch einiges. Ebenso konnten wir viele Freundschaften und Bekanntschaften knüpfen. Mit manchen Kolleginnen tauschen wir uns bis heute aus.

Jetzt haben Sie ja also schon über ein Jahr den Abschluss in der Tasche, sie sind Ersthelferin in Ihrer Praxis geworden. Wie konnten Sie ihr neues Wissen umsetzen?

Bierski: Wir konnten das Gelernte super umsetzen. Hinzu kam, dass wir in der Praxis auf die biologische Zahnheilkunde umgestiegen sind. Das Curriculum hat dafür gesorgt, dass diese Umstellung für uns gut gelungen ist. Wir hatten schon das erforderliche Vorwissen erworben, wir wussten, worauf es ankommt und mussten nicht bei Null anfangen, sondern konnten direkt durchstarten mit unserer biologischen Zahnheilkunde.

Wie hat diese biologische Zahnmedizin das Konzept und das Vorgehen in der Praxis verändert?

Bierski: Es geht jetzt allgemein mehr um die Gesundheit des ganzen Körpers, also um die Beziehung zwischen Mundgesundheit und der allgemeinen Gesundheit unserer Patientinnen und Patienten. Probleme in anderen Bereichen des Körpers können mit den Zähnen in Zusammenhang stehen. Auch die gesunde Ernährung ist für uns ein Thema.

Und jetzt sind Sie ja zur Ersthelferin avanciert. Was gehört nun zu Ihren Aufgaben?

Bierski: Eine wichtige Aufgabe ist die Unterweisung und die Schulung meiner Kolleginnen. Es ist mein Job dafür zu sorgen, dass alle auf dem gleichen Wissensstand sind, dass jede informiert ist, um was es in der Behandlung geht. Kommt es zu Neuerung, gebe ich diese ebenfalls weiter, erkläre, worum es geht und beantworte Fragen. Bei der Vorbereitung und Planung einer OP bespricht unser Chef das zunächst mit mir, ich sorge für die notwendigen Bestellungen und informiere die Kolleginnen. Das hat den Vorteil, dass der Chef während der OP nicht mehr so viel reden muss. Es wissen ja alle, was zu tun ist.

Welchen Rat haben Sie für Ihre Kolleginnen?

Bierski: Ich finde, dass es auch für ZMFs und ZFAs wie in jedem Beruf wichtig ist, sich weiterzubilden. Man muss dafür sorgen, dass man stets auf dem neuesten Stand ist. Darum ist es wichtig, alles an Fortbildung mitzunehmen was geht, damit man nicht stehen bleibt.

DGI-Curricula für die AssiStenz

Die Implantologie erfordert nicht nur kompetente Ärztinnen und Ärzte, sondern auch ein professionelles Team.

Das Curriculum ZMFI umfasst 5 Module. Die Serie Nord startet am 26. Juni 2020 in Hamburg, Folgetermine finden in Hannover statt. In Bayern ist Auftakt am 20. November in Bamberg. Danach geht es weiter in Hiltpoldstein, Starnberg und Bernried.

Das Curriculum PBI hat seinen Schwerpunkt auf der dauerhaften und professionellen Betreuung von Implantatpatienten. Es stehen die Besonderheiten eines Implantat-getragenen Zahnersatzes und dessen Unterschiede zum natürlichen Zahn im Mittelpunkt. Das Curriculum umfasst zwei Module, die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden. Nächster Termin ist am 19. und 20. Februar 2021.

Ein Kommentar

Es ist wichtig, dass die Mitarbeiterinnen den kompletten Aufbau und das Setup einer Implantatbehandlung kennen. Und dieses Wissen müssen sie erwerben. Ich habe bei der DGI mein Curriculum Implantologie und meinen Master in Implantologie und Parodontologie gemacht. Ich bin daher von der Gesellschaft und der Qualität ihrer Fortbildung überzeugt. Darum war es naheliegend zu schauen, ob die DGI eine solche Fortbildung für die Assistenz anbietet. Das war der Fall und darum haben zwei Mitarbeiterinnen unseres Teams dieses Curriculum gemacht, um ihre Kenntnisse zu vertiefen.

Das macht sich bei den assistierenden Mitarbeiterinnen am Stuhl ganz klar bemerkbar. Wir haben beispielsweise genaue Protokolle für Behandlungsabläufe erstellt, die auch im Prinzip immer gleich angewendet werden. Diese reichen vom Begrüßen der Patienten über das Abdecken und die Vorbereitung bis zum Aufräumen. Alles ist festgelegt. Und das läuft sehr gut und ich bin auch sehr zufrieden. Die beiden Damen geben nun auch ihr Wissen an die anderen Mitarbeiterinnen im Team weiter. Damit ist jede auf dem gleichen Stand.


(Stand: 08.06.2020)

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