Implantologievernetzt

Der 35. Jahreskongress der DGI wird zum Deutschen Implantologentag

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Schlüsselwörter: 35. Jahreskongress der DGI DGI-Kongress in Wiesbaden Deutsche Gesellschaft für Implantologie Deutscher Implantologentag

Ein innerdisziplinärer und interdisziplinärer intensiver Austausch über die Fachgrenzen von Zahnmedizin und Medizin hinweg dürfte für spannende Diskussionen auf dem 35. Jahreskongress der DGI sorgen. Dieser soll als Deutscher Implantologentag unter dem Motto „Implantologie vernetzt“ viele Weichen neu stellen – die Horizonterweiterung ist garantiert.

Ein Blick in die Zukunft: Stellen wir uns vor, es wäre das erste Advents­wochenende dieses zweiten Pandemie-Jahres 2021, Samstag, der 27. November, 16 Uhr. Auf der großen Bühne im Rhein-Main-Congress-Centrum in Wiesbaden stehen die Professoren Knut A. Grötz (Wiesbaden) und Bilal Al-Nawas (Mainz), die beiden Kongress-Präsidenten des 35. Jahreskongresses der DGI, und sie verabschieden die Teilnehmer der Tagung – die Kolleginnen und Kollegen vor Ort und jene an den Bildschirmen zu Hause, die die Tagung online verfolgt hatten.

Es war ein ganz besonderer Kongress gewesen – und das nicht nur, weil er als Hybrid-Veranstaltung stattfand: Das traditionelle Treffen der DGI-Familie als End- und Höhepunkt des Fortbildungsjahres 2021 hatte noch einen zweiten Titel. Es war auch der Deutsche Implantologentag, den die DGI erstmals gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Orale Implantologie (DGOI) und der DGI-Nachwuchs-Organisation Nexte Generation ausgerichtet hatte. Das Motto: „Implantologie vernetzt“ – und ein neues schickes Logo für den Implantologentag hatte es auch gegeben.

Damit nicht genug: In den zurückliegenden zwei Kongresstagen hatten auch noch andere zahnmedizinische und medizinische Fachgesellschaften als sogenannte Gast-Gesellschaften ihre jeweilige Expertise in diese ganz besondere Veranstaltung eingebracht: Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie war der Einladung der DGI ebenso gefolgt wie die Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien, die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin und die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin – die Letztere mit rund 28.000 Mitgliedern ein Schwergewicht unter den medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften Deutschlands und Europas. Für die US-amerikanische Perspektive und den transatlantisch geschärften Blick auf das Thema Implantologie hatte die Academy of Osseointegration gesorgt.

Zurück in die Gegenwart, Mitte Mai 2021, noch ein halbes Jahr bis zum DGI-Highlight des Jahres: Auf die Frage, mit welchem Satz sie diese besondere Veranstaltung am 1. Adventswochenende gerne beenden würden, haben die beiden Kongress-Präsidenten jeweils eine eindeutige knappe Antwort: Professor Grötz will dann fragen: „Wann veranstalten wir den nächsten Deutschen Implantologentag?“ Sein Kollege Professor Al-Nawas sagt einfach: „Auf ein Neues.“ Fazit: Der Präsident und der Schriftleiter der DGI gehen davon aus, dass mit dieser Tagung nicht nur einige Weichen für die zukünftige Entwicklung der Implantologie und ihre Integration in die (Zahn)medizin neu gestellt, sondern dass vor allem auch neue Wege in der Zusammenarbeit zwischen den zahnmedizinischen und medizinischen Disziplinen beschritten werden. „Wir wollen Gemeinsamkeiten aufzeigen und ein klares Signal an die zukünftige Entwicklung abgeben“, betont Professor Al-Nawas. „Es ist an der Zeit, die Kooperation sowohl innerdisziplinär, also innerhalb der ZMK-Heilkunde, als auch interdisziplinär mit anderen medizinischen Fachrichtungen voranzubringen“, so das Credo von DGI-Präsident Grötz.

Es ist an der Zeit für neue Wege. An der Zeit ist dieses neue Miteinander der Fachdisziplinen deshalb, weil Patientinnen und Patienten dies erforderlich machen. Schon der 32. Kongress der DGI, der 2018 ebenfalls in Wiesbaden stattgefunden hatte, machte mit seinem Motto „Personalisierte Implantologie“ deutlich, wohin die Reise seitdem geht: Die harten Kontraindikationen für eine Implantattherapie wurden und werden zunehmend abgelöst von individuellen Therapieentscheidungen, angepasst an die individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen eines Menschen. Eine Implantattherapie ist unter entsprechenden Kautelen bei Parodontitis-Patienten ebenso möglich wie bei Patienten, die sich einer Strahlentherapie oder einer Behandlung mit Antiresorptiva unterziehen müssen. Auch gut eingestellte Diabetiker und Patienten mit Autoimmunerkrankungen, etwa Rheumatoider Arthritis, müssen nicht auf Implantate verzichten – vorausgesetzt, die Behandlung berücksichtigt und integriert das Wissen der verschiedenen Disziplinen.

Implantologie bedeutet heute mehr als zu augmentieren. „Es reicht heute nicht mehr aus, als Implantologe oder Implantologin zu sagen, dass man komplexe Augmentationen beherrscht“, sagt Professor Grötz. Vielmehr gelte es, den Patienten als Ganzes zu sehen mit allen Faktoren, die seinen Gesundheitszustand ausmachen. Kurz: Aufgrund ihrer medizinischen Vorgeschichte erfordern die meisten Patientinnen und Patienten die Sichtweise verschiedener Disziplinen, die entsprechend zusammenarbeiten müssen. Nur dann können vorbelastete oder vorerkrankte Patientinnen und Patienten so behandelt werden, wie es ihnen angemessen ist.

Ein komplexes Programm. Diese Notwendigkeiten spiegeln sich auch im Programm des Deutschen Implantologentages wider. Geht es beispielsweise um die Themen Bakteriämie, Endokarditis, Mundhöhle und Mikrobiom referieren Experten aus den Bereichen Parodontologie und Innere Medizin. Das Thema Implantattherapie in der Oberkiefer-Frontzahnregion bestreiten Referenten der DGÄZ und der DG Pro. Geht es um Materialien, Unverträglichkeiten und immunologische Aspekte, kommen die Experten aus drei Bereichen: der Prothetik, der Implantologie und der Inneren Medizin. Antworten auf die Frage „Quo vadis Implantologie“ mit dem Schwerpunkt auf Forschungsperspektiven geben die Vertreterinnen und Vertreter der drei implantologischen Gesellschaften.

Die Moderationen und Sitzungsvorsitze wechseln ebenfalls zwischen Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Fachgesellschaften. Und wenn Fachleute aus verschiedenen Bereichen in den Diskussionen aufeinandertreffen, kann sich das Auditorium auf einen spannenden Diskurs mit garantierter Horizonterweiterung freuen.

Lebhafte Tischdemonstrationen. Lebhafte Diskussionen gibt es stets auch bei den beliebten Tischdemonstrationen, die wie bei jedem Kongress der DGI auch in diesem Jahr am Freitag stattfinden. Hinzu kommen Posterbeiträge und freie Vorträge zum Thema „Neues aus Praxis und Wissenschaft“. Auch in diesem Jahr werden die Erst-Autorinnen und -Autoren dieser Beiträge kostenfrei am Kongress teilnehmen können – eine Maßnahme, die schon beim letzten großen Kongress der DGI die Zahl der Poster und Vorträge nach oben schnellen ließ.

Traditionell gestalten zwei „ortsansässige“ Landesverbände jeweils Sitzungen in eigener Regie am zweiten Kongresstag. Der Landesverband Rheinland-Pfalz hat als Thema Parodontologie und Implantologie gewählt und beleuchtet beispielsweise aktuelle Leitlinien der Parodontologie und für die Periimplantitis-Therapie. Der Landesverband Hessen widmet seine Sitzung dem Thema „augmentative Techniken“.

Ebenfalls am Samstag findet das Forum Assistenz und Betreuung statt. In diesem geht es um perfekte Prozesse in der Überweiserpraxis, um Terminvergabe, Kommunikation und Rechnungsstellung. Hinzu kommt ein Prozesstraining für die Einbindung neuer Mitarbeitenden.

Begleitet wird der Kongress traditionell von der internationalen Implant Expo. Die Sponsoren des Kongresses veranstalten ihre Workshops mit einem vielfältigen Themenangebot am Donnerstag, dem 25. November, und auch das „Implant-Village“ öffnet wieder seine Pforten.

Die Anmeldung zum Kongress ist bereits geöffnet:

www.dgi-kongress.de.


(Stand: 08.06.2021)

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