Medizin für Zahnmediziner

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Über 100 Krankheiten und ihre Bedeutung

Die zahnärztliche Tätigkeit beschränkt sich in der Regel auf die Behandlung von Erkrankungen der Mundhöhle. Allerdings müssen sich auch Zahnärztinnen und Zahnärzte in ihrer praktischen Tätigkeit im Zuge des demografischen Wandels mit einer zunehmenden Zahl älterer Patienten mit mehr oder weniger schweren Begleiterkrankungen auseinandersetzen. Dies kann unmittelbare Auswirkungen auf die Verordnung von Medikamenten oder die Verabreichung von Lokalanästhetika haben und macht unter Umständen die Beurteilung der körperlichen und psychischen Belastung einer zahnärztlichen Behandlung im medizinischen Gesamtkontext nötig. Darüber hinaus erfordern invasive Maßnahmen im Rahmen zahnärztlich chirurgischer Behandlungen die Berücksichtigung der Pathophysiologie etwaiger vorhandener Grunderkrankungen.

Die Vielfalt der möglichen Begleiterkrankungen stellt dabei im täg­lichen Betrieb eine nicht unerheb­liche Herausforderung für die zahnärztliche Praxis dar. Das Buch „Medizin für Zahnmediziner“ von Behr et al., das in der zweiten überarbeiteten und aktualisierten Auflage vorliegt, bietet dabei eine sehr wertvolle Unterstützung. In insgesamt 33 Kapiteln werden von Allergien bis Xerostomie die große Vielzahl der für die zahnmedizinische Behandlung relevanten Erkrankungen erfasst. Dabei sind die Kapitel in kurzer und knapper Form auf das Wesentliche reduziert und ermöglichen auch für das kurzfristige Nachschlagen im hektischen Praxisbetrieb einen guten Überblick über die aus zahnmedizinischer Sicht relevanten Details. Klare, auf das Wesentliche reduzierte Darstellungen der Makro- und Mikroanatomie erleichtern dabei das Verständnis der jeweiligen Erkrankung. Die für das Management der Patienten entscheidenden Fakten sind am Ende jedes Kapitels in einer farbig abgesetzten Darstellung zusammengefasst. Insbesondere im Hinblick auf die im Rahmen der zahnärztlichen Behandlung verabreichten Medikamente sind die Konsequenzen der einzelnen Erkrankungen für eine geplante Pharmakotherapie sowohl in den einzelnen Organkapiteln als auch in einem Übersichtskapitel rasch erfassbar und gut verständlich zusammengefasst.

Bemerkenswert ist auch die Berücksichtigung von Krankheitszuständen jenseits des klassischen Spektrums der Allgemeinerkrankungen wie beispielsweise Suchterkrankungen, Einnahme von Dopingpräparaten oder auch sichtbare Zeichen häuslicher Gewalteinwirkungen, mit denen auch Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner in ihrer Praxis oder im Notdienst durchaus konfrontiert werden können. Die Aktualität des Textes wird darüber hinaus deutlich durch die Aufnahme eines Kapitels über Schutzmaßnahmen bei Vorliegen von Endemien oder Epidemien, hier natürlich die Covid-19-Pandemie. Ein kurzer Abriss über die Bedeutung von Laborparametern ist sehr hilfreich bei der Interpretation der von vielen Patienten mitgebrachten Resultate von Blutuntersuchungen. Ein sehr detailliertes Stichwortverzeichnis erleichtert das Auffinden der einzelnen Kapitel und der darin enthaltenen Informationen.

Insgesamt ein sehr nützliches und wertvolles Buch für die zahnärztliche Praxis, das mit knappen und präzisen Informationen hilft, die letzten weißen Flecken auf der medizinischen Landkarte in der zahnärztlichen Praxis zu erschließen. Der Preis von 99,99 Euro ist durch die Fülle der Informationen und die didaktisch gute Aufbereitung mehr als gerechtfertigt.

(Dtsch Zahnärztl Z 2021; 76: 7)

Michael Behr, Jochen Fanghänel, Mat­thias Hautmann, Peter Proff, Torsten E. Reichert (Hrsg.), Deutscher Zahnärzte­verlag, Köln 2020, 2., völlig überarbeitetete und erweiterte Auflage, 579 Seiten, 130 Abbildungen, 75 Tabellen, ISBN 978-3-7691-3563-3; 99,99 Euro


(Stand: 04.06.2021)

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