Speichel

PDF

Einfluss des Speichels in den unterschiedlichsten Teilbereichen der Zahnmedizin

 

Das vorliegende Buch befasst sich mit dem Einfluss des Speichels und vor allem dem Fehlen desselben auf die unterschiedlichsten Teilbereiche der Zahnmedizin. Das Buch ist 336 Seiten stark und hat insgesamt 309 Abbildungen. Gegliedert ist das Buch in fünf große Abschnitte: die Grundlagen mit fünf Kapiteln, die Bedeutung mit neun Kapiteln, die Pathologie mit sieben Kapiteln, die Therapie mit sieben und Wissenswertes mit vier Kapiteln.

Vor allem im Abschnitt Grundlagen gab es Passagen und Kapitel, mit denen ich mich schwertat, die man aber auch überspringen kann. Des Weiteren werden in diesem Abschnitt nochmals sehr gut anatomische Grundlagen dargestellt und das Problem der Mundtrockenheit epidemiologisch aufbereitet. Ebenfalls kann man sich anhand des Kapitels „Wie viel Speichel ist genug?“ einen eigenen Anamnesebogen zur Thematik der Mundtrockenheit für die Praxis erstellen, da auch klinische Symptome beschrieben werden, um die Hyposalivation zu objektivieren.

Der Abschnitt Bedeutung geht auf Kinderzahnheilkunde, Parodontologie, Prothetik, Mundgeruch, Implantologie, Mundschleimhauterkrankungen, Erosionen, Dysgeusie und Logopädie ein. Hier gibt es meines Erachtens einzelne Kapitel, die man auch hätte kürzen können. Das Kapitel Mundgeruch kann ggf. direkten Einfluss auf das zahnärztliche Handeln haben, da man hier Therapieempfehlungen ableiten kann. Der Abschnitt Pathologie ist exzellent dargestellt und praxisrelevant: Neoplasien der Speicheldrüsen, Sjögrensyndrom, Mundbrennen, Veränderungen des Speichels durch Medikamente, Veränderungen des Speichels durch onkologische Therapien, Speichelsteine und deren Behandlung und Hypersalivation werden aufgegriffen.

Besonders die Kapitel zu Mundbrennen und zu Medikamenten wird man vermutlich häufiger brauchen als man denkt. Im letzten Kapitel gibt es eine umfangreiche Liste an Wirkstoffen, die belegt mit einer Xerostomie/Hyposalivation vergesellschaftet sind. D.h. wenn ein Patient derartige Beschwerden moniert, kann hier schnell nachgeschlagen werden, ob eines der Medikamente, die der Patient einnimmt, aufgelistet wird. Mit dieser Information kann dann der Hausarzt aufgesucht und gefragt werden, ob nicht eine Umstellung möglich ist, die ggf. Linderung schafft. In anderen Teilbereichen ist es sicherlich interessant zu wissen, welche Optionen es gibt, wie beispielsweise Speichelsteine therapeutisch am besten angegangen werden. Im Abschnitt Therapie widmet sich ein Kapitel der Speicheldiagnostik. Des Weiteren werden unterschiedliche therapeutische Optionen unterbreitet. Der letzte Abschnitt diskutiert, ob eine Speichelprobe die Blutprobe ersetzten kann, wo Speichel von Relevanz bei der Übertragung von Infektionskrankheiten ist und welchen Stellenwert er in der Forensik besitzt.

Insgesamt stellt das vorliegende Buch eine interessante Bereicherung der eigenen Bibliothek dar. Es gibt viele Ideen zu einzelnen Teilbereichen, die man in das tägliche Tun am Patienten inkorporieren kann. Kritisch anzumerken sind zwei Punkte: Es gibt einzelne Kapitel, die man an Umfang deutlich hätte kürzen können, ohne großen Verlust an Information. Es gibt relativ viele Redundanzen, so beispielsweise eine Tabelle, die sich gleich zweimal im Buch findet. Wie bei Büchern eines der Herausgeber bereits bekannt, gibt es kein Sachverzeichnis. Es wäre jedoch praktisch, wenn man beispielsweise ein Medikament nachschlagen möchte oder nochmals wissen möchte, über welchen Mechanismus rote Beete antimikrobiell wirkt und auf die richtige Seite geleitet wird. Dies ist übrigens u.a. auf Seite 44 im Kapitel „Die Bedeutung des Speichels in der Kinderzahnmedizin“ zu finden.→

Andreas Filippi, Tuomas Waltimo (Hrsg.), 1. Auflage 2020, Quintessence Publishing, Hardcover, 336 Seiten, 309 Abbildungen, ISBN 978-3-86867-487-3; 138,00 Euro


(Stand: 04.06.2021)

DGI Nachrichten aktuell

In Memoriam an Karl-Ludwig Ackermann. Ein Nachruf von Prof. Dr. Günter Dhom und Gedenken an einen ganz „Großen“ der Zahnmedizin. 

zum Nachruf an Dr. Ackermann

Aktuelle Ausgabe 2/2021

Im Fokus

  • Freiendkonstruktionen zur Versorgung von Schalt- und Freiendlücken
  • Hybridgestützte Doppelkronen als Konzept für langlebige Versorgung
  • Komplikationen bei Implantaten

FORTBILDUNGSANGEBOTE DGI

Die DGI bietet ein umfassendes und überregionales Fortbildungsangebot an. 

WERDEN SIE AUTOR

Sie haben ein spannendes Thema aus dem Bereich der Implantologie und würden gerne einen Artikel dazu in der ZZI veröffentlichen? Dann nutzen Sie unseren Editorial Manager und reichen Sie ihr Manuskript direkt bei uns ein.

Manuskript einreichen