Quo vadis implantologische Ausbildung?

Schritt für Schritt auf dem Weg zur Weiterentwicklung

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Schlüsselwörter: DGI Florian Beuer Fortbildung implantologische Ausbildung

Zur Sicherung einer hohen Behandlungsqualität und langfristig erfolgreichen implantatgetragenen Restaurationen ist eine profunde, wissenschaftliche Ausbildung einer der entscheidenden Schlüsselfaktoren. Dabei stellt sich die alles entscheidende Frage, wann wird wo welches Wissen vermittelt? Die Fortbildungsstruktur der DGI war und ist hier sicher eine wichtige Säule in der postgradualen Ausbildung.

Die geniale Idee unseres früheren Präsidenten Professor Günter Dhom mit dem Curriculum hat das theoretische und praktische Wissen um dentale Implantate mehr als 5000 Kolleginnen und Kollegen nähergebracht. Wenn man die später durch andere Anbieter durchgeführten Curricula noch miteinbezieht, dann dürfte der Anteil in der Kollegenschaft noch deutlich höher liegen. Damit wurde ein wertvoller Beitrag zur Weiterentwicklung unseres Fachs geleistet, der täglich tausenden Patientinnen und Patienten zugutekommt. Das Curriculum Implantologie hat sich weiterentwickelt, ein Masterstudiengang kam hinzu ebenso wie verschiedene vor allem für Patienten transparente Qualifikationsstufen. Unsere beide Journale ZZI und IJID flankieren den Wissenstransfer und werden durch die eLearning-Plattform ergänzt. Dies wird sich in den nächsten Jahren nochmal stark verändern und deutlich ausgebaut werden.

Der nächste logische Schritt für die Implantologie wäre die verbindliche Aufnahme in die zahnärztliche universitäre Ausbildung gewesen. Diese Chance wurde aus meiner Sicht leider vertan. Wenn man sich vor Augen führt, wie lange eine Novellierung der Approbationsordnung gedauert hat, dann ist da wohl in absehbarer Zeit nichts Neues zu erwarten. Die Chance mit der prägraduierten implantologischen Ausbildung wäre gewesen, die Implantologie als ganz normale Versorgungsform im universitären Programm zu etablieren. Aus meiner Perspektive haben viele Konzepte der Teilprothetik durch die Möglichkeit der Pfeilervermehrung ausgedient, daher wäre es nur logisch diese auch entsprechend im Curriculum abzubilden, und zwar verbindlich für alle Universitäten und nicht vom einzelnen Hochschullehrer abhängig.

Um den Wissensdurst, der zwangsläufig entsteht, stillen zu können, gibt es inzwischen mehrere medizinische Fakultäten, die postgradual Masterprogramme anbieten. So ist der etablierte und auch als Partner der DGI angebotene MOI der Goethe-Universität Frankfurt zu nennen. Und auf der anderen Rheinseite, in Mainz, entsteht gerade ein speziell ausgerichteter Masterstudiengang zum Thema personalisierte Implantologie.

Wir werden als DGI natürlich weiter der Motor in der postgraduierten Fort- und Weiterbildung für das gesamte an der implantatgetragenen Versorgung beteiligte Team sein. Vielleicht schaffen wir es auch, bestimmte Programme an den Universitäten zu verankern, um die Kolleginnen und Kollegen bereits früh in der Ausbildung für unser Fach zu begeistern.


(Stand: 01.06.2022)

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