Antibiotika in der Zahnmedizin

Leitfaden für indikationsbezogenen Einsatz

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Schlüsselwörter: Antibiotika in der Zahnmedizin Bilal Al-Nawas Michael Hülsmann Peter Eickholz

Die drei Herausgeber haben zusammen mit mehr als 40 weiteren Autoren das vorliegende Werk erstellt. Zu diesen Autoren gehören unter anderem bekannte Namen wie Professor Benjamin Ehmke, Professor Knut A. Grötz, Professor Martin Kunkel und Professor Frank Schwarz.

Das im vergangenen Jahr erschienene Buch ist auf 240 Seiten in 5 Hauptkapitel gegliedert: (1) Resistenzentwicklung, (2) Zahnärztliche Chirurgie, (3) Parodontologie, (4) Endodontie und (5) Risikopatienten in der zahnärztlichen Praxis.

Bis auf Kapitel 1 haben alle Kapitel noch weitere Unterteilungen. Für Kapitel 2 sind das zum Beispiel (2.1) Odontogene Infektionen, (2.2) Prinzipien der Antibiotikaprophylaxe in der zahnärztlichen Chirurgie und (2.3) Einsatz lokaler Antibiotika in der zahnärztlichen Chirurgie.

Im Kapitel 3 unter anderem (3.1) Adjuvante systemische Antibiotikagabe bei subgingivaler Instrumentierung im Rahmen der systematischen Parodontitistherapie und (3.2) Therapie von Parodontitis der Stadien I, II und III.

Zum Kapitel 4 gehören unter anderem die Subkapitel (4.1) ESE Position Statement: Antibiotika in der Endodontie, (4.3) Ledermix und Co: Antibiotikahaltige Spüllösungen und medikamentöse Einlagen in der Endodontie sowie (4.4) Antibiotika in der regenerativen Endodontie und (4.7) Endodontische Abzsesse im Milchgebiss.

Das letzte Kapitel hat vier Unterkapitel (5.1) Endokarditisprophylaxe, (5.2) Antibiotikaprophylaxe bei Patienten mit künstlichem Gelenkersatz (Endoprothesen) im Rahmen zahnmedizinischer Eingriffe, (5.3) Antibiotika beim zahnärztlichen Risikopatienten und (5.4) Antimikrobielle Wirkstoffe in Therapie und Prophylaxe.

Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit dem Einsatz von Antibiotika in der Zahnmedizin und ist, wie man dem Inhaltsverzeichnis entnehmen kann, indikationsorientiert aufgebaut. Das heißt, bei Vorliegen einer endodontologischen Fragestellung würde man in den entsprechenden endodontologischen Kapiteln nachforsten, anstatt, wie man es häufig findet, dass die Medikamente klassenbezogen vorgestellt werden. Dies wird kurz in (5.4) vorgenommen.

Das Buch lässt sich sehr schön lesen. Gibt es zu einzelnen Fragestellungen aktuelle Leitlinien oder Statements, so sind diese auch abgedruckt, beispielsweise in den Kapiteln 3.1, 3.2 und 4.1.

In so manchem Bereich wird dem Leser erklärt, wieso sein Handeln der letzten Jahre richtig war, in anderen Bereichen wird ausgeführt, was man gegebenenfalls besser machen kann. Ein typisches Beispiel hier ist vermutlich die überproportional große Verschreibungshäufigkeit des Clindamycins in Deutschland. Aber gerade das Clindamycin ist in vielen Bereichen nicht das Mittel der Wahl. Interessant ist auch, wie sich die antimikrobielle Therapie, Regime oder Prophylaxe im Laufe der Zeit verändert haben, was sehr schön im Kapitel (5.1) Endokarditisprophylaxe herausgearbeitet wird.

Wie bei vielen jüngst im Quintessenz-Verlag erschienen Büchern fehlt meines Erachtens leider aber wieder ein Sachverzeichnis. Häufig braucht man in der Schnelle doch nur ein Stichwort bei einer spezifischen Fragestellung. In diesem Buch muss man jedoch gegebenenfalls ein oder mehrere Kapitel durcharbeiten, um die entsprechende Antwort zu finden.

Insgesamt halte ich das Buch für eine Anschaffung wert. Gerade für chirurgisch tätige Kollegen, mit vermutlich häufiger auch kompromittierten Patienten, ist es sinnvoll, auf dem aktuellen Stand zu sein; was beispielsweise die antimikrobielle Prophylaxe bei der Hüftendoprothese ist und gerade in diesem Fall, was hier die Hintergründe sind, um einen Patienten entsprechend auch suffizient aufklären zu können.

Bilal Al-Nawas, Peter Eickholz, Michael Hülsmann: 1. Auflage 2021, Quintessenz Publishing Deutschland, Hardcover, 21 x 28 cm, 240 Seiten, 124 Abbildungen; ISBN 978–3–86867–552–8; 98,00 Euro


(Stand: 01.06.2022)

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