Unterschiedliche Einheilungsmuster granulärer Hydroxylapatitkeramik-Augmentate in Abhängigkeit von der Integrität der periimplantären Periosthülle*<br> Histomorphologische Untersuchungen beim Göttinger Miniaturschwein

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ZZI 03/1992, 155-68

Unterschiedliche Einheilungsmuster granulärer Hydroxylapatitkeramik-Augmentate in Abhängigkeit von der Integrität der periimplantären Periosthülle*

Histomorphologische Untersuchungen beim Göttinger Miniaturschwein

Merten HA, Wiese KG, Luhr HG

Zusammenfassung:
Bei 8 ausgewachsenen Göttinger Miniaturschweinen werden mit dichter bzw. makroporöser Hydroxylapatit-(HA-)Keramik-Granulat aufgefüllte Vicrylhüllen dem Os frontale sowie den beiden Tibiae aufgelagert und der Einfluß des periimplantären Periostes auf die knöcherne Granulatinkorporation an unentkalkten Dünnschliffen untersucht. Die Querschnittpräparate zeigen, daß die Quantität der Granulat-Osseointegration überwiegend vom Periost determiniert wird, indem nur bei weitgehend intaktem Periostschlauch eine vollständige knöcherne Implantatdurchbauung erfolgt. Wird dagegen die Integrität der Periosthülle bei der Implantateinlagerung aufgehoben, so wird der granuläre Implantatverbund vom intergranulär einwachsenden Proliferationsgewebe langsam aufgelöst und die HA-Partikel in die umgebenden Weichteile exterritorialisiert. Von klinischer Relevanz ist darüber hinaus ein subimplantärer Osteoklasie- und Spongiosierungseffekt im kortikalen Lagerknochen, der zum Einsinken des Implantates in die knöcherne Auflage führt. Zusätzlich ist eine zeitabhängige intraossäre Distribution der HA-Gra-nula zu berücksichtigen. Die granuläre HA-Keramik (dicht bzw. makroporös) hat keinen Einfluß auf die Neoosteogenese, sondern fungiert lediglich als Spalier für die in das Augmentat einwachsenden Regenerate.



 

Summary:
In 8 adult Göttingen minipigs vicryl nets filled with dense or macroporous granular hydroxyl apatite were used as onlay grafts on the frontal bone and on ventral tibial surfaces in a study of the influence of the surrounding periosteum on the bony incorporation of the granules. The examination of cross sectional undecalcified thin sections demonstrates that the quantity of HA osseointegration depends mainly on the periosteum: unless the periosteal cover is largely intact, there is no full bony consolidation of the graft. Leaving the graft uncovered by periosteum will result in a gradual separation of the granules by ingrowth of proliferating tissue and their displacement into the surrounding soft tissues. Moreover, there is a clinically significant osteoclastic effect and cancellification of the underlying compact bone tissue resulting in a caving-in of the graft. Also the intraosseous spreading of the HA granules due to physiologic bone remodeling must be taken into account. Granular HA (dense or macroporous) has no effect on the formation of new bone but rather acts as a scaffold for the ingrowth of the regenerating tissues.


(Stand: 01.03.1992)

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