Zur Diagnostik und Methodik von intraoralen Knochenentnahmen*

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ZZI 03/1999, 167-76

Zur Diagnostik und Methodik von intraoralen Knochenentnahmen*

F. Khoury, A. Happe

Zusammenfassung:
Vor intraoralen mandibulären Knochenentnahmen erfolgt im Rahmen der präoperativen Diagnostik routinemäßig die Palpation der knöchernen Strukturen. Als bildgebende Standarddiagnoseverfahren kommen hauptsächlich das Orthopantomogramm und die Fernröntgenseitenaufnahme zum Einsatz. Auf Basis dieser präoperativen Diagnostik wurden zwischen 1982 und 1997 insgesamt 1592 intraorale Knochenentnahmen mit Hilfe von dünnen Diamantscheiben (Knochendeckelset) durchgeführt. Es erfolgte eine Quantifizierung der entnommenen Transplantate. Die volumetrischen Messungen der mandibulären retromolaren Knochentransplantate ergaben durchschnittliche Werte von 1,7 cm3. Die Transplantate wiesen eine Dicke von 5 bis 7 mm auf. Postoperative Komplikationen in diesem Bereich konnten in nur 5 Fällen (0,5%) beobachtet werden. In keinem Fall kam es zu Sensibilitätsstörungen des N. alveolaris inferior auf der Seite der Knochenentnahme. Aus zahnlosen Kieferabschnitten konnten durchschnittlich 1,2 cm3 große Transplantate gewonnen werden. Die am Kinn gewonnenen Transplantate hatten ein durchschnittliches Volumen von 2,6cm3, sie wiesen eine dünnere Kortikalis und einen größeren spongiösen Anteil auf als die retromolaren Blöcke. Postoperative Komplikationen konnten in 8 Fällen (2,5%) beobachtet werden. Außerdem zeigten 7% der Patienten Sensibilitätsstörungen der Unterkieferfrontzähne, die länger als 6 Monate post operationem dauerten. Eine Änderung des Profils am Kinn extraoral konnte in keinem Fall beobachtet werden. Die geringe Komplikationsrate bei diesen Verfahren läßt den Schluß zu, daß die verwendeten diagnostischen Verfahren für die Beurteilung der intraoralen Spenderareale ausreichend sind.

 

Summary:
Between 1982 and 1997 a total of 1592 autogenous bone grafts were obtained from different mandibular sites using a special diamond saw. In addition to clinical palpation of the donor site a panoramic radiograph was used to map the individual anatomy. Lateral cephalometric and periapical radiographs were also used when necessary for donor site assessment. Volumetric measurements of the grafts showed that the average graft volume harvested from the symphysis region was 2.6 cm3 as compared to 1.7 cm3 for the mandibular retromolar area and 1.2 cm3 for edentulous ridge sections of the mandible. The complication rate for grafts harvested in the retromolar area was 0.5% and did not include lesions of the mandibular nerve. No complications occurred when bone was harvested from edentulous ridge segments of the mandible. The complication rate in the chin region was 2.5%, but 7% of the patients in this group had hypesthesias and paresthesias of the lower anterior teeth for more than 6 months after surgery. The described diagnostic protocol and surgical procedure allowed efficient and relatively safe bone harvesting from intraoral mandibular sites.


(Stand: 01.03.1999)

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