Experimenteller Strukturaufbau der Schädelkalotte mittels Transport-Distraktionsosteogenese

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ZZI 03/1999, 139-42

Experimenteller Strukturaufbau der Schädelkalotte mittels Transport-Distraktionsosteogenese

H. P. Schierle, H. Schliephake, H. Husstedt, H. Becker

Zusammenfassung:
Noch immer stellt autogener Knochen das ideale Material für die Behandlung knöcherner Defekte dar. Sein Einsatz ist jedoch durch Entnahmemorbidität und eingeschränkte Verfügbarkeit begrenzt. In der vorliegenden Untersuchung war von Interesse, ob die Distraktionsosteogenese auch für den Verschluß großer, flächiger Defekte geeignet ist. Zu diesem Zweck wurden bei 6 ausgewachsenen Schwarzkopfschafen Defekte von 4 x 5 cm im Bereich der Schädelkalotte angelegt. Am dorsalen Rand wurde durch Kortikotomie ein Transportsegment geschaffen, welches ab dem 5. postoperativen Tag mit einer täglichen Distraktionsstrecke von 2 mm durch den Defekt hindurchbewegt wurde. Nach Abschluß der Distraktion wurde eine 6wöchige Retentionszeit eingehalten. Die Präparate wurden anschließend entnommen und nativröntgenologisch, computertomographisch und histologisch untersucht. Mit allen zur Untersuchung gekommenen Mitteln konnte eine komplette knöcherne Überbrückung zwischen Transportsegment und dorsalem Defektrand nachgewiesen werden, wobei der neu erzeugte Knochen nahezu dieselbe Dicke wie der Knochen der originären Schädeldecke aufwies. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, daß die Transport-Distraktionsosteogenese durchaus als geeignetes Mittel auch zum Verschluß ausgedehnter flächiger Defekte dienen kann.

 

Summary:
Surgical treatment of complex craniofacial defects still remains a challenging task. While fresh autogenous bone represents the material of choice for reconstructive purposes, its use is often influenced by donor site morbidity and limited availability. The aim of this study was to assess the usefulness of distraction osteogenesis in the treatment of extensive calvarial bone defects. For this purpose, square defects of 4 x 5 cm were created in the calvaria of six blackhead sheep. At the posterior margin of the defects a transport segment was created by corticotomy and a distraction device was installed. Distraction was started on the fifth postoperative day and continued at a daily rate of 2 mm. After distraction a retention period of six weeks was observed, then the animals were sacrificed. Specimens were harvested including a 10 mm margin of adjacent bone and evaluated using conventional X-ray films, CT scans and histological examinations. The results showed complete bony bridging of the defects from the transport segment to the posterior defect marging while the thickness of the newly generated bone was similar to that of the adjacent bone. The results of this experiment demonstrate that distraction osteogenesis can be useful not only in long bones, but also for closure of extensive defects in flat bones.


(Stand: 01.03.1999)

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