Die Verweildauer intraoraler Implantate bei Tumorpatienten im Vergleich zu einem Kontrollkollektiv

, , ,

ZZI 03/1999, 158-66

Die Verweildauer intraoraler Implantate bei Tumorpatienten im Vergleich zu einem Kontrollkollektiv

R. Marmulla, H. Niederdellmann, R. Dammer, A. Hoffmann

Zusammenfassung:
Eine kritische Würdigung der bisherigen Untersuchungen zur Rehabilitation von Tumorpatienten mit Implantaten ist durch die Unterschiede der Studiendesigns erschwert. Daher wurden in einer Studie 15 Tumorpatienten nachuntersucht und mit einem Kontrollkollektiv verglichen. Außer in der therapierten Tumorerkrankung stimmten beide Untersuchungsgruppen in klinisch für den Implantationserfolg wichtigen Risikofaktoren wie Zahnstatus, Mundhygiene und Alter überein. Im Rahmen des Recalls wurden standardisiert der Gingiva-Index und die Implantathygiene untersucht. Statistisch zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Untersuchungsgruppen. Die Implantathygiene erschien jedoch in der Tumorgruppe tendenziell schlechter. In der Tumorgruppe verfehlten 70 Implantate die Erfolgskriterien und in der Kontrollgruppe 8. Einer von 12 bestrahlten Patienten entwickelte nach einer Implantation eine Osteoradionekrose im Unterkiefer Die Verweilwahrscheinlichkeit der Implantate der beiden Gruppen war nicht signifikant unterschiedlich. Der zeitliche Verlauf der Implantatverluste war jedoch anders. In der Gruppe der Kontrollpatienten waren primäre Implantatverluste häufiger. Die Verlustrate blieb jedoch nach einigen Jahren konstant. Bei den Tumorpatienten war der Anteil der Sekundärverluste doppelt so hoch wie der Anteil der Primärverluste. Entsprechend war die Implantatverlustrate initial geringer, erreichte jedoch kein Plateau und läßt eher auf einen kontinuierlichen Implantatverlust über die Zeit schließen. Aus diesem Grund ist bei Tumorpatienten eine längere und intensivere Nachbetreuung von Implantaten zu fordern.

 

Summary:
A critical analysis of previous studies of the success of implant therapy in tumor patients is difficult because of the differences in the study designs used. In this study 15 patients with radical carcinoma resection and prosthetic rehabilitation were followed up in a retrospective study and compared to a control group of 15 patients without carcinoma. Apart from the tumor disease both groups were comparable regarding all important implant success parameters. The patients were examined for the clinical criteria of Jahn and d´Hoedt, gingival index and periimplant hygiene. Of all parameters studied, only the distal periimplant probing depths showed a statistical difference in the U test of Mann and Whitney. Implant hygiene was felt to be poorer in the carcinoma patients. In the tumor group 10 of 78 implants, and in the control group 8 of 74 implants failed to meet the success criteria. One of 12 patients who underwent radiotherapy developed osteoradionecrosis following implant treatment. The probability of implant loss according to Kaplan and Meier showed no statistical difference between the two groups. However, variations were seen in the pattern of implant losses over time. In the control group primary implant losses occurred more frequently, but after some years the implant loss rate remained constant. In tumor patients the incidence of secondary losses was twice as high as that of primary losses. Accordingly, the implant loss rate was low initially and did not reach a constant level, suggesting that implant losses have occurred continuously in the course of time. For this reason tumor patients treated with implants should be included in a long-term and very careful recall system.


(Stand: 01.03.1999)

DGI Nachrichten aktuell

In Memoriam an Karl-Ludwig Ackermann. Ein Nachruf von Prof. Dr. Günter Dhom und Gedenken an einen ganz „Großen“ der Zahnmedizin. 

zum Nachruf an Dr. Ackermann

Aktuelle Ausgabe 2/2022

Im Fokus


FORTBILDUNGSANGEBOTE DGI

Die DGI bietet ein umfassendes und überregionales Fortbildungsangebot an. 

WERDEN SIE AUTOR

Sie haben ein spannendes Thema aus dem Bereich der Implantologie und würden gerne einen Artikel dazu in der ZZI veröffentlichen? Dann nutzen Sie unseren Editorial Manager und reichen Sie ihr Manuskript direkt bei uns ein.

Manuskript einreichen