Radiogene Belastung des Gesichtsschädels als Risiko für enossale Implantate

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ZZI 03/2001, 111-5

Radiogene Belastung des Gesichtsschädels als Risiko für enossale Implantate

E. Esser, R. Krech, W Wagner

Zusammenfassung:
Die Strahlenbehandlung von Gesichtsschädelknochen (Unterkiefer, Oberkiefer, kraniofazial) stellt nach unserer Einschätzung keine generelle Kontraindikation für eine implantologisch prothetische Rehabilitation dar. Enossale Implantate im radiogen belasteten Gesichtsschädel erfordern jedoch einen erhöhten Aufwand bei Planung, Durchführung und Nachsorge. Dabei sollten Einzelheiten zur strahlentherapeutischen Vorbehandlung (Gesamtdosis, Isodosenverteilung, Technik) bekannt sein. Für den Unterkiefer sind zwischenzeitlich mehrere retrospektive klinische Studien mit grundsätzlich positiver Einschätzung mit einer Erfolgsrate um 90 % bekannt. Für den Oberkiefer weisen die wenigen Ergebnisse auf eine Verlustrate um 25 ohne schwerwiegende Komplikationen hin. Implantate im bestrahlten kraniofazialen Knochen (insbesondere Periorbita) sind durch eine Verlustrate in der Größenordnung um 50% mit Begleitkomplikationen im Sinne einer Osteoradionekrose gekennzeichnet. Für implantologische Konzepte im Oberkiefer und Kraniofazialbereich werden daher die Fingliederungsoperation vor einer etwaigen Strahlenbehandlung oder die Anwendung einer adjuvanten Therapie mit hyperbarer Oxygenation empfohlen. Implantationsverfahren im bestrahlten Knochen erfordern subtile Technik und große Erfahrung. ihre Anwendung sollte daher auf implantologische Behandlungszentren beschränkt bleiben. Bei Strahlentherapie im Bereich implantatgetragener Suprastrukturen wird deren Entfernung zur Vermeidung periimplantärer Komplikationen empfohlen.

Maxillofacial radiotherapy as a risk for endosseous implants

Summary:
Radiotherapy of the maxillofacial bones (mandible, maxilla, craniofacial region) is not considered as a contraindication for implant therapy. However, the placement of endosseous implants in the irradiated maxillofacial region requires more elaborate planning, operative technique and follow up. The details of the radiotherapy provided (dose, technique, isodose distribution) should be known. In the meantime several retrospective clinical studies of the irradiated mandible have been published showing basically positive estimates and success rates around 90%. The sparse data available on the maxilla indicate loss rates around 25 % without severe complications. Endosseous implants placed in irradiated craniofacial bone (especially periorbital implants) show loss rates around 50 % with concomitant osteoradionecrosis. These results suggest that implant therapy concepts for the maxilla and craniofacial region of patients requiring radiotherapy should include adjuvant HBO therapy or involve implant placement prior to radiotherapy. Implant procedures in irradiated bone require subtle techniques and great experience. Their use should be limited to specialized implant centers. Implant supported superstructures should be removed during radiotherapy to avoid periimplant complications.


(Stand: 01.03.2001)

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