Zahnärztliche Werkstoffe und ihre Verarbeitung Band 2: Werkstoffkunde unter klinischen Aspekten

H.F. Kappert, K. Eichner, Thieme Verlag, Stuttgart 2008, 404 Seiten, 425 Abb., 51. Tab., gebundene 6. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, 79,95 €

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H.F. Kappert, K. Eichner, Thieme Verlag, Stuttgart 2008, 404 Seiten, 425 Abb., 51. Tab., gebundene 6. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, 79,95 €

Die 6. Auflage des bekannten „Eichner“, nunmehr Kappert und Eichner, nach nunmehr fast 20 Jahren kann man als überfällig bezeichnen. Dass diese Ausgabe Herrn Professor Karl Eichner gewidmet ist, macht die überragende Rolle deutlich, die bereits die früheren Ausgaben für unser Fach dargestellt haben. Der Herausgeber hat es verstanden, Mitautoren zu gewinnen, deren Kompetenz auf dem entsprechenden Bereich allgemein bekannt ist. Es sind 20 Mitautoren geworden, die auf 400 Seiten, in 14 Kapitel gegliedert, Auskunft geben zu den Fragen, die Praktiker, Wissenschaftler und Studierende nachschlagen möchten, oder – aufgrund einer speziellen klinischen Situation – müssen.

Im Vorwort verdeutlicht der Herausgeber, dass es gerade nach der langen Pause offensichtlich wird, was sich in diesem Bereich in 20 Jahren alles verändert hat. Diese Feststellung kann man nur bestätigen: Von neuen Werkstoffen die damals eher noch wenig untersucht waren, bis hin zu einer Neubewertung bekannter Materialien im Lichte neuer Erkenntnisse.

Was bietet dieses Buch? Das Buch weist eine durchgängig konsequente Struktur in der Gliederung der einzelnen Kapitel auf. Didaktisch hervorragend ist der Gedanke, mit farbig markierten „Merke“, „Fehler und Gefahren“, Praxistipp“, „Definition“, „Hintergrund“ und „Zusammenfassung“ Bereichen den Leser auf wichtige Informationen aufmerksam zu machen. Hervorragend gestaltet sind die schematischen Darstellungen und Flussdiagramme. Hervorragend ist der Gedanke die biologischen Bezüge zu betonen. Dies führt weg von der rein materialbetonten Zahnheilkunde, die jahrzehntelang das Denken dominierte. Hervorragend auch das Auflisten weiterführender Literatur. Eine sehr gute Idee, die unterschiedlich intensiv genutzt wurde.

Die Abbildungen und die schematischen Darstellungen sind einleuchtend und eine gute Ergänzung zu den Textpassagen. Hierdurch ist es gelungen, die oft gefürchtete „Trockenheit“ der Thematik zu überwinden. Es ist anzunehmen dass, abgesehen von den Spezialisten auf diesem Gebiet, die Kapitel selektiv, eben an der klinischen Fragestellung orientiert, gelesen werden. Die Selbständigkeit der Kapitel macht dies auch problemlos möglich.

Trotzdem sollte jeder Lesende auf der Suche nach „seinem Problem“ nicht versäumen, die allgemeinen Kapitel, wie Unerwünschte biologische Nebenwirkungen und Medizinproduktegesetz mitzulesen. Diese Kapitel helfen zu verstehen, dass das Wissen um biologische Werkstoffprüfung und deren Abbildung in den Gesetzesvorschriften nicht unbedingt und immer kongruent sind. Die Verantwortung des Zahnarztes für die Indikationsstellung der einzelnen Werkstoffe bedeutet unter Umständen auch das kritische Hinterfragen der Herstellerangaben.

Dieser Band schließt einer Lücke in der zunehmend umfangreichen zahnärztlichen Literatur, da an vielen Stellen im Vorwort angesprochene Denkanstöße gegeben werden. Die oben erwähnten guten didaktischen Ansätze der Gliederung der Texte würden manch anderem Fachbuch ebenfalls gut anstehen. Jedem Verlag, der noch Bücher über Zahnheilkunde herausgibt, ist heute ein enges finanzielles Korsett zwischen Herstellungskosten und Verkaufspreis angelegt, der kleine Markt ist eng. Der Preis des Buches erscheint aufgrund der gebotenen Qualität gerechtfertigt und ist sicher sinnvoll investiert.

D. Heidemann, Frankfurt

(Dtsch Zahnärztl Z 2009;64:409)


(Stand: 27.04.2011)

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