WissensWelten. Wissenschaftsjournalismus in Theorie und Praxis

H. Hettwer, M. Lehmkuhl, H. Wormer, F. Zotta (Hrsg.), Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-89204-914-2, 598 Seiten, mit Abbildungen und Tabellen, 44,00 €

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H. Hettwer, M. Lehmkuhl, H. Wormer, F. Zotta (Hrsg.), Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-89204-914-2, 598 Seiten, mit Abbildungen und Tabellen, 44,00 €

Eine im November 2006 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlichte repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (www.ifd-allensbach.de) ergab auf die Frage „Bei welchen der hier stehenden Berufs- und Personengruppen würden Sie alles in allem darauf vertrauen, dass sie die Wahrheit sagen?“ einen Spitzenplatz für Ärzte (51% der Befragten), während Journalisten weit abgeschlagen mit 6 % auf den hinteren Rängen landeten. Man wird viele berechtigte und einige unberechtigte Gründe aufführen können, warum dem Beruf des Journalisten ein solch schlechtes gesellschaftliches Ansehen innewohnt. So wichtig ein gesunder Skeptizismus gegenüber den Massenmedien ist – über die Sportberichterstattung hinaus gibt es durchaus journalistische Sparten, denen man mehr trauen sollte als anderen.

Dazu gehört (zumindest in unseren Breiten) der Wissenschaftsjournalismus, selbst wenn die vier Herausgeber in ihrer Einleitung diesbezüglich zur Vorsicht mahnen: Wissenschaftsjournalismus ist Journalismus! Seine Identität wird deshalb von denselben Faktoren beeinflusst wie der Journalismus insgesamt (S. 16). Die vielfältigen Facetten der journalistischen Tätigkeit in und aus der Welt der Wissenschaft werden in dem hier besprochenen Band von 49 hochkarätigen Autoren intensiv ausgeleuchtet. Das Buch selbst ist ein Ergebnis des von der Bertelsmann Stiftung, der VolkswagenStiftung und der BASF Aktiengesellschaft geförderten Projekts „Qualifizierungsprogramm Wissenschaftsjournalismus“, das nach fünfjähriger Laufzeit im Dezember 2007 endete und mit der „Initiative Wissenschaftsjournalismus“ seine Fortsetzung gefunden hat (Informationen unter www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/bst/hs.xsl/6762_ 6774.htm).

Was man von wissenschaftlichen Publikationen oft vergeblich erhofft, ist in den 44 Kapiteln der WissensWelten verwirklicht: die mit aussagekräftigen Abbildungen und Tabellen sowie eingestreuten Expertenzitaten angereicherten Aufsätze sind gut geschrieben und flüssig zu lesen. Garant für die hohe Qualität der Texte war das sorgfältige Editieren und Lektorieren der Texte durch die Herausgeber, eine Art „innere Begutachtung“, wenn man so will.

Löblicherweise ist dem Großteil der Kapitel ein Literaturverzeichnis angeschlossen, das ein tieferes Eintauchen in die behandelten Themen erlaubt. Kaum entschuldbar ist hingegen das Fehlen eines Sachverzeichnisses. Was immer der Grund dafür gewesen sein mag – angesichts eines Umfangs von 600 Seiten ist es den Lesern in der heutigen Zeit kaum mehr zumutbar, die von ihnen gesuchten Textstellen mühsam zu erblättern. Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt an dem hochinformativen und preisgünstigen Sammelband. Seine anregenden und erkenntnisfördernden Inhalte werden allen an der Wissenschaft und am Wissenschaftsjournalismus interessierten Lesern, Zuhörern und Zuschauern sehr gefallen.

Jens C. Türp, Basel

(Dtsch Zahnärztl Z 2009; 64:704)


(Stand: 23.03.2011)

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